Physiotherapie für den Hund (Anzeige)

Was bei uns Zweibein­ern schon lange genutzt wird, gehört erst seit Ende der Neun­ziger auch bei unseren Hun­den zum Behand­lungs­plan von Prob­le­mem mit dem Bewe­gungsap­pa­rat — die Phys­io­ther­a­pie. Auch wir haben schon tolle Erfolge mit dieser Alter­na­tive zur Schul­medi­zin erzielt, doch bevor ich davon berichte, schauen wir uns doch erst ein­mal an, wie man sich Phys­io­ther­a­pie bei einem Hund eigentlich vorstellen muss.

Physiotherapie beim Hund — aktiv und passiv

Bei der Phys­io­ther­a­pie für den Hund unter­schei­det man zwis­chen einem aktiv­en und pas­siv­en Bere­ich. Wie man sich nun direkt vorstellen kann, bein­hal­tet der aktive Bere­ich alle Bewe­gungsübun­gen, bei denen der Hund aktiv mit­macht. Bei Queen war das zum Beispiel das Laufen auf dem Unter­wasser­lauf­band, bei dem sie durch Leck­erlis dazu ermutigt wurde, auf dem Band gegen die Strö­mung anzu­laufen.

Mit dem pas­siv­en Bere­ich sind alle Behand­lun­gen gemeint, bei denen der Hund nicht mitwirken muss, son­dern zum Beispiel auf ein­er Mat­te oder einem Behand­lungstisch liegt. Queen bekam bere­its Mas­sagen und Reizstromther­a­pi­en, die in diesen Bere­ich fall­en wür­den.

Die aktive Physiotherapie

Bei der aktiv­en Phys­io­ther­a­pie geht es um Muske­lauf­bau und die Schu­lung des Gle­ichgewichts. Ver­schiedene Übun­gen und Hil­f­s­mit­tel verbessern die Koor­diantion und Kon­di­tion.

 

Wie oben bere­its erwäh­nt, haben wir Erfahrun­gen mit dem Unter­wasser­lauf­band gemacht. Dieses stellt eine effek­tive Meth­ode dar, Musku­latur und Kon­di­tion kon­trol­liert aufzubauen. Bei dem Lauf­band kann die Geschwindigkeit, Dauer sowie die Stei­gung und Strö­mung eingestellt wer­den. Das Wass­er ent­lastet die Gelenke und die Wärme fördert die Durch­blu­tung und fol­glich eine schmerzfreie Bewe­gung. Auf diese Weise kann das Gang­bild bee­in­flusst und Fehlbil­dung vorge­beugt wer­den.

Es gibt auch Hun­de­phys­io­ther­pieprax­en, die das Schwim­men in einem beheizten Pool ermöglichen. Hier­bei wird der Hund in der Regel mit ein­er Schwimmweste unter­stützt und der Ther­a­peut befind­et sich mit ihm im Wass­er, um die Bewe­gun­gen steuern zu kön­nen.

Zu dem Bere­ich der aktiv­en Phys­io­ther­a­pie zählen auch ein­fache Übun­gen aus dem Trick- bzw. Dog­dance­bere­ich. Das klas­sis­che Slalom­train­ing kann eben­falls zur Koor­di­na­tion und zum Muske­lauf­bau genutzt wer­den. Auch das Rück­wärt­slaufen fördert die Musku­latur und die Koor­di­na­tion. Cav­alet­tis­tan­gen ermöglichen eben­falls Ein­fluss auf das Gang­bild des Hun­des zu nehmen.

Ein eben­falls oft einge­set­ztes Hil­f­s­mit­tel ist das sog. Wack­el­brett. Der sich bewe­gende Unter­grund fördert Koor­di­na­tion und Konzen­tra­tion, da der Hund durch Muskelspan­nung die Bewe­gung aus­gle­ichen muss. Kom­biniert wer­den kann diese Übung mit sog. isometrischen Übun­gen. Hier wird gezielt Druck auf bes­timmte Kör­per­stellen aus­geübt, bei denen der Hund durch Anspan­nung der Musku­latur dage­gen hal­ten muss. Hier­bei kann ganz gezielt auf Schwach­stellen im Bewe­gungsap­pa­rat einge­gan­gen wer­den ohne dass die Gelenke belastet wer­den.

Die passive Phystiotherapie

Pas­sive Phys­io­ther­a­pie soll die Musku­latur lock­ern, Durch­blu­tung sowie Stof­fwech­sel anre­gen und durch die gezielte Behe­bung von Gelenks­block­aden Schmerzen lin­dern. In diesem Bere­ich fällt auch die Käl­teth­er­a­pie bei Ver­stauchun­gen und Prel­lun­gen sowie die Wärme­be­hand­lung zur Durch­blu­tungs­förderung und Entspan­nung.

Mas­sagen, manuelle Ther­a­pi­en sowie Dehnung­stech­niken kön­nen Muskelverspan­nun­gen lösen und entspan­nend wirken. Immer häu­figer kommt auch Elek­tro,- Mag­net­feld- und Laserther­a­pie zum Ein­satz. Die Reize kön­nen sehr gezielt einge­set­zt wer­den, um Schmerzen zu lin­dern, Stof­fwech­selvorgänge und Ner­ven zu stim­ulieren sowie Heilung­sprozesse zu unter­stützen. Die uns allen bekan­nten TENS — Geräte sind hier­bei auch beim Hund ein­set­zbar. Queen hat diese Form der pas­siv­en Phys­io­ther­a­pie immer sehr gut getan.

Neben den klas­sis­chen Meth­o­d­en zählt zum Beispiel auch die Akupunk­ter und der Ein­satz von Blutegeln zur Phys­io­ther­a­pie. Übri­gens: Blutegel sind der Ham­mer. Die Erfolge sind unglaublich beein­druck­end. Ich habe vor einiger Zeit einen aus­führlichen Bere­icht nur über Blutegel geschrieben. Wer möchte, find­et den Artikel hier.

Unter welchen Voraussetzungen kann Physiotherapie für den Hund sinnvoll sein?

Phys­io­ther­a­peutis­che Behand­lun­gen helfen bei Prob­le­men mit dem Bewe­gungsap­pa­rat. Sie sind auch zur Vor­beu­gung geeignet um keine Schmerzen entste­hen zu lassen oder zum Beispiel um Sportler­hunde beglei­t­end unter­stützen zu kön­nen. Ein Phys­tio­ther­a­peut kann hier auch wichtige Infor­ma­tio­nen zum Aufwär­men und Dehnen für den Sport weit­ergeben, sodass das Ver­let­zungsrisiko ver­ringert wer­den kann.

Phys­io­ther­a­pie unter­stützt den Gene­sung­sprozess und Muske­lauf­bau nach Oper­a­tio­nen am Bewe­gungsap­pa­rat. Selb­st post-oper­a­tive Ödeme und Wund­heilungsstörun­gen kön­nen durch Phys­io­ther­a­pie pos­i­tiv bee­in­flusst wer­den. Phys­io­ther­a­pie unter­stützt den Muskel- und Kon­di­tions- sowie Koor­di­na­tion­sauf­bau. Hier­durch kön­nen Ver­let­zungsrisiken ver­ringert wer­den. Eine starke Musku­latur unter­stützt Knochen und Gelenke — das ist bei einem Hund nicht anders als bei uns.

Um die Musku­latur aufzubauen und Fehlhal­tun­gen vorzubeu­gen eignen sich bewegliche Unter­gründe, auf denen der Hund gezielt seine Bal­ance schulen kann. Diese Übun­gen kön­nen nach ein­er Ein­weisung durch einen Phys­io­ther­a­peuten auch Zuhause durchge­führt wer­den.

Wie bere­its oben erwäh­nt, geht Queen auch immer mal wieder zur Phys­tio­ther­a­pie. Hier­bei geht es mir vor allem darum, Verspan­nun­gen und Schmerzen vorzubeu­gen. Ich bin mir dur­chaus darüber bewusst, dass Schäfer­hunde sowieso super anfäl­lig sind für Prob­leme mit dem Bewe­gungsap­pa­rat und ihre ED soll sich nicht neg­a­tiv auf den Rest ihres Kör­pers auswirken. Durch einen geziel­ten Muske­lauf­bau lässt sich unter Umstän­den auch das Fortschre­it­en von Erkrankun­gen min­imieren.

Was kostet eigentlich eine physiotherapeutische Behandlung beim Hund?

Find­et die Behand­lung bei einem Tier­arzt statt, so wird dieser nach der Gebührenord­nung für Tierärzte (GOT) abrech­nen. In allen anderen Fällen ist die Preis­gestal­tung sehr vari­abel. Meis­tens liegen sie im Bere­ich zwis­chen 25 und 45 EUR pro Ein­heit, wobei die Dauer im Bere­ich von 30 bis 60 Minuten liegt. Manche Phys­io­ther­peuten bieten soge­nan­nte “Zehn­erkarten” an, sodass man bei der Buchung von zehn Ein­heit­en einen gün­sti­gen Preis bekommt. Je nach­dem ob man zu dem Ther­a­peuten hin fährt oder ob ein Haus­be­such stat­tfind­et, kom­men eventuell Anfahrt­skosten hinzu.

Wir lassen die Phys­io­ther­a­pie bei uns in der Tierklinik vornehmen. Eine Ein­heit dauert ca. eine Stunde. Diese beste­ht aus ein­er Mas­sage mit gle­ichzeit­iger Unter­stützung durch ein TENS — Gerät. Anschließend wird mit einem weit­eren Gerät massiert, welch­es durch die Dreh- und Rüt­tel­be­we­gun­gen die Durch­blu­tung und die Zell­bil­dung anregt. Nach der Mas­sage geht Queen für den Rest der Zeit (meis­tens um die 25 Min.) auf das Unter­wasser­lauf­band. Eine solche Ein­heit liegt bei 72,00 EUR.

Ist dein Hund bei der AGILA Haustierver­sicherung ver­sichert, wer­den die Kosten inner­halb des jew­eili­gen Tar­ifrah­mens über­nom­men, wenn die Behand­lung von einem Tier­arzt verord­net wurde.

Eine Zeit lang sind wir zwei Mal im Monat zur Phys­io­ther­a­pie gegan­gen. Zur Zeit machen wir eine Pause, da es Queen erstens sehr gut geht und zweit­ens unsere Ther­a­peutin in der Baby­pause ist. Mit Queen kann ich lei­der nicht zu jedem Phys­io­ther­a­peuten gehen, weil sie sich schon sehr wohl mit der Per­son fühlen muss, damit sie bei der Behand­lung entspan­nt. Es bringt nie­man­dem etwas, wenn sie verkrampft, weil sie sich von der Per­son nicht anfassen lassen möchte. Sobald unsere liebe Ele wieder im Ein­satz ist, wird Queen mal wieder für einige Ein­heit­en zur Phys­io­ther­a­pie gehen. Mir ist es sehr wichtig, dass ein Profi ein Blick auf ihre Musku­latur hat und Verspan­nun­gen erken­nen kann. Zur Vor­beu­gung von Schmerzen und zum Musku­lat­u­rauf­bau ist das für uns eine tolle Sache.

Fazit

Bei der Phys­tio­her­a­pie ste­ht die Verbesserung der Leben­squal­ität immer an erster Stelle. Wir haben ganz tolle Erfahrun­gen in diesem so viel­seit­i­gen Bere­ich gesam­melt und greifen immer gerne auf diese Alter­na­tive zur Schul­medi­zin zurück.

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