Programmierfehler in der Hundeerziehung ?>

Programmierfehler in der Hundeerziehung

Heute gibt es wieder etwas zum Schmun­zeln, denn Sören Emmz­woaka hat wieder eine lustige Kurzgeschichte für uns.

Ich bin Jahrgang 1983 und habe die gle­ichen Idole wie mein Vater, der 1938 geboren wurde. Hier ist also nicht von Lukas Podol­ski die Rede. Wenn über­haupt würde ich den mit meiner Mut­ter in Verbindung brin­gen, denn beide sind – zeit­ver­setzt – in dem Braunkohle­moloch west­lich von Köln aufgewach­sen, das Straßenkarten unter dem Namen Bergheim führen. Bei den Vor­bildern meines Vaters han­delt es sich um Ephraim Kishon und Emil Zatopek, mit dem sich mein Vater immer schiedlich-friedlich Geburt­sort (Koprivnice) und Vor­na­men geteilt hat. Mein Vater hatte schon immer eine Schwäche für die feinen Pointen des israelis­chen Satirik­ers und den unfeinen Lauf­stil des tschechis­chen Leich­tath­leten. Seine Anhänger­schaft zu bei­den ist naht­los auf mich überge­gan­gen. Daran sind in meinem Fall allerd­ings die Erziehungsmeth­o­den und nicht die Gene schuld. Wenn ich früher beim Leichtathletik-Training nicht schnell genug um die Aschen­bahn lief, warf mein Vater ein extra schw­eres Kishon-Buch mit spitzen Kan­ten nach mir. Er rief dann noch: “Lauf schneller, sonst wirst du nie der Nach­fol­ger von Emil Zatopek”. Was soll ich sagen? Ich habe eine Narbe am Hin­terkopf, wurde aber nie der Nach­fol­ger von Emil Zatopek. 

Als mir Kishon (eines seiner Bücher; der Mann selbst ist ja längst tot) neulich wieder in die Hände fiel, stieß ich beim Durch­blät­tern auf einen Text über ein Hünd­chen. Da wusste ich auch wieder, wer den Sprach­schatz meines Vaters mit Dutzen­den von Verniedlichun­gen einge­färbt hat. Für meinen Vater ist unser Deutsch-Drahthaar-Rüde Moritz näm­lich immer noch ein Hünd­chen, obwohl dieser mit­tler­weile 30 Kilo­gramm wiegt, einen Rauschebart sein eigen nennt und sich zum hor­mon­ges­teuerten Triebtäter entwick­elt hat. In Kishons Geschichte geht es um einen her­ren­losen Welpen, den er bei sich aufn­immt. Das Hünd­chen heißt Zwinji, liebt ungarische Salami und inter­pretiert Kishons Befehle recht eigen­willig. Ich darf den großen Meis­ter zitieren: 

Sitz!” (Zwinji spitzt die Ohren und leckt mein Gesicht.)

Spring!” (Zwinji kratzt sich den Bauch.)

Gib’s Pfötchen!” (Zwinji rührt sich nicht.)

Das größte Prob­lem mit Zwinji besteht jedoch darin, dass das Hünd­chen immer auf den roten Tep­pich pinkelt. Ver­bale Ver­bote, ein erhobener Zeigefin­ger, der vorüberge­hende Ein­satz eines grauen Tep­pichs, abendliche Marathon­spaziergänge mit dem Ziel, dass sich das Hünd­chen leer­pinkelt, kör­per­liche Züch­ti­gung und die Aus­sicht auf Lecker­bis­sen aller Art schaf­fen keine Abhilfe. Zwinji hält unbeir­rbar an seinen Pinkel­sit­ten fest. In let­zter Kon­se­quenz schmeißt Kishon das Hünd­chen zur Strafe sogar aus dem Fen­ster. Es hilft nichts und es kommt anders, als man denkt: Nach einiger Zeit pinkelt Zwinji zuerst auf den roten Tep­pich, stürzt sich dann von ganz alleine aus dem Fen­ster, läuft über die Treppe wieder hin­auf in die Woh­nung und erwartet freud­e­strahlend seine Beloh­nung. Kishon nennt das „Teil­er­folg“, aber es ist natür­lich ein klarer Fall von Fehlverknüpfung.

So etwas ken­nen wir auch. Moritz‘ Lieblings­beschäf­ti­gung ist das Joggen. Wenn ich mich aber zum Laufen umziehe und nach seinem Laufgeschirr greife, knurrt und bellt der Drahthaar auf eine Weise, wie sie von außen betra­chtet als Aggres­sion ver­standen wer­den kön­nte. So wie Zwinji Fen­ster­sturz und Beloh­nung fehlverknüpft hat, tut Moritz dies mit Jog­ging und Knur­ren. Ich find’s fast schon char­mant. Kennt Ihr auch solche Beispiele für Fehlsynapsen?

Lust auf mehr lustige Geschichten aus dem All­tag von Sören und seinem Hund Moritz? 

Weitere satirische Hundegeschichten von Sören Emmzwoaka sind unter dem Titel “Aus dem Leben eines Rüden” z.B. über Amazon hier* bestellbar.

Cover Aus dem Leben eines Rüden 
Vie­len Dank an Sören für diese Kurzgeschichte. 
 
 
*Bei dem Link han­delt es sich um einen soge­nan­nten Ama­zon Affil­i­ate Link. Wenn ihr auf diesen Link klickt und das Pro­dukt auf Ama­zon bestellt, erhalte ich eine kleine Pro­vi­sion. Für euch ist das völ­lig kosten­los. Ich habe dadurch die Möglichkeit Anschaf­fun­gen für diesen Blog zu täti­gen, um zum Beispiel Pro­dukte für euch testen zu können. 
Teilen Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestShare on Google+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.