Püppi — wie ein Duracelhase unser Leben verändert hat

Püppi — wie ein Duracelhase unser Leben verändert hat

Püppi lebt nun schon über einem hal­ben Jahr bei uns und ich kann schon ein­mal so viel ver­raten: es hat sich so viel mehr verän­dert, als ich es mir vorgestellt habe.

Vor ihrem Einzug machte ich mir über genau drei Fra­gen Gedanken:

  1. Werde ich Queen mit einem Zwei­thund einen Gefallen tun?
  2. Wer­den die bei­den sich verstehen?
  3. Kann man zwei Hunde gle­ich viel lieben?neu

 

Schon am ersten Tag waren zumin­d­est die ersten bei­den Fra­gen vom Tisch.

Doch wie ist das eigentlich mit der Liebe zu unseren Hunden?

Vor Püp­pis Einzug stand fest: Queen ist und bleibt die Num­mer 1. Keine Frage. Keine Diskussion.

Queen und ich waren unz­ertrennlich. War ich nicht Zuhause, so hat sie ohne mich noch nicht mal das Haus ver­lassen, ist bei meinen Eltern noch nicht mal in den Garten gegan­gen. Und selbst, wenn ich den gesamten Tag weg gewe­sen bin, lag Queen in ihrem Kör­bchen und hat gewartet.

Ich habe meinen gesamten Fokus auf sie gelegt. Was? Es gibt auch andere Men­schen? Wie? Soziale Kon­takte muss man pflegen?

Haupt­sache Queen geht es gut. Das ist alles, was wichtig ist.

Als ich von ihrer ED erfuhr, war das wie ein Schlag ins Gesicht. Nein. Es war, als hätte jemand hin­ter mir ste­hen und mir ohne Vor­war­nung die Beine nach hin­ten wegschla­gen. Als wäre ich mit dem Kopf auf die Steine aufschlagen.

Doch ich muss zugeben, dass ich  mich davon erholen kon­nte. Es ging ihr ja gut. Man merkte es ihr nicht an.

Dann kam eine Zeit, in der sie kurz nacheinan­der zwei Entzün­dun­gen in den Ell­bo­gen hatte. Sie humpelte, wollte nicht mehr raus, war lust­los und wirkte deprimiert.

Wenn ich nun vom heuti­gen Tag aus auf die Zeit zurück­denke, so was erst diese Erfahrung der Aus­löser all meiner Sorgen.

Nein. Bitte nicht zu viel ren­nen und bloß nicht über diese Baum­stämme sprin­gen. Bloß keine Bewe­gung, nach der sie vielle­icht doch wieder humpeln kön­nte. Lieber angeleint lassen und bloß alles langsam machen. Bud­deln? Um Gottes willen, bloß nicht buddeln.

Ich habe Queen in Watte gepackt. Ahnend, dass ich ihr damit keinen Gefallen tun würde, doch die Angst, sie erneut humpeln zu sehen, war zu groß.

Dann kam Püppi…

2016-07-30 14.49.52

Püppi gle­icht einem fer­nges­teuerten Auto, einem Dura­cel — Hasen. Sie rennt und spielt und rennt und spielt. Schnell war mir klar, dass ich Queen nicht länger in Watte packen kann. Immer häu­figer ließ ich sie bud­deln, toben und über Wiesen ren­nen. Es machte mich glück­lich sie so zu sehen und immer öfter kon­nte ich die Sor­gen bei­seite schieben.

Dank Col­lag­ile geht es ihr momen­tan wirk­lich gut. Ich lass sie machen. Lass sie über Felder ren­nen, durch den Wald toben und mit Püppi spie­len. Ich komme nicht umher zuzugeben, dass ich manch­mal ein­fach da stehe und mit zusam­men geknif­f­ene­nen Augen lächel. Wenn die bei­den durchs nasse Laub ren­nen und nach dem Brem­sen erst ein­mal zwei Meter schlid­dern, dann muss ich ein­fach kurz die Augen zusam­menkneifen und hof­fen, dass nichts passiert ist.

neu14

Queen ist immer noch Queen. Sie ist mein See­len­hund, meine bessere Hälfte. Das wird immer so bleiben. Doch seit Püppi da ist, habe ich das Gefühl, meine Aufmerk­samkeit sei nun auf zwei Hunde aufgeteilt. Wo ich früher all meine Energie in Sor­gen um Queen stecken kon­nte, so sind nun nur noch 50% übrig, die ich mit Sor­gen füllen kann. Das macht es uns allen leichter. Mir, weil ich nicht mehr rum­renne wie eine sor­gen­volle Über­mut­ter und Queen, weil es ihr gut tut, ein­fach Hund sein zu können.

Es geht ihr doch gut”.

Das ist der Satz, den ich als näch­stes schreiben wollte. Dabei fiel mir auf, dass es genau der Satz ist, den ich auch zu mir selbst sage, wenn die ein oder andere Sorge sich den Weg in meinen Kopf freigeräumt hat.

Püppi hat uns gut getan. Sie hat dafür gesorgt, dass wir wieder eine nor­male und gesunde Men­sch — Hund — Beziehung führen kön­nen. Queen ist nicht mein Baby, welches ich in Watte packen muss. Sie ist ein Schäfer­hund, dem es mehr als nur gut geht und sie hat es ver­di­ent, wie ein Hund behan­delt zu werden.

see32

Queen geht zum Mantrail­ing. Das habe ich schon so oft vorge­habt, mich aber nie getraut. Was, wenn es ihr nicht gut tut? Was, wenn sie anschließend Prob­leme mit den Gelenken hat? Die Angst, sie plöt­zlich humpeln zu sehen, hat mich und Queen der­art eingeschränkt, dass es nicht gut gewe­sen ist. Für keinen von uns.

Queen ist heute wesentlich glück­licher. Sie geht zum Trailen, macht täglich ihre Nase­nar­beit und kann durch den Wald und über Wiesen toben. Humpeln? Kein Spur. Es geht ihr gut.

Man bekommt immer den Hund den man braucht.”

Da ist echt etwas dran.

Und um auf die let­zte der drei Fra­gen einzugehen…

Die Unter­schiede der bei­den im Wesen und Charak­ter entziehen jedem Ver­gle­ich die Grund­lage. Queen liebe ich, weil sie mein Spiegel ist. Ich brauche sie nur anzuse­hen und ich weiß, was in ihr vorgeht. Sie ist immer an meiner Seite und ohneeinan­der sind wir nicht glück­lich. Ich liebe Püppi, weil sie so her­rlich frech und eigensin­nig ist, mir stets ein Lächeln auf die Lip­pen zaubert und einer der lustig­sten Hunde ist, die ich kenne.

Man liebt nie den einen Hund mehr als den anderen. Man liebt sie nur aus unter­schiedlichen Gründen.

Teilen Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestShare on Google+
Posted on: 25. November 2016Sabrina

3 Gedanken zu „Püppi — wie ein Duracelhase unser Leben verändert hat

  1. Schön das sich diese Beziehung durch Püppi verbessert hat. Lady hat mit ca. 1/2 auch Schmerzen in den Gelenken und humpelte stark mit den Vorder­beinen. Es ist ein­fach ver­gan­gen, wie sie ca. ein 3/4 alt war. Kein Arzt kon­nte mir sagen was sie hatte oder vielle­icht noch hat. Ich habe auch Angst das es wieder kommt. Naja.…LG Claudia

  2. Der Einzug von Püppi war das Beste, was euch passieren kon­nte. Mit der kleinen Motte im Gepäck hat sich dein Blick­winkel ver­schoben und wieder ger­ade gerückt. Queen und Püppi sind so ein zauber­haftes Ges­pann. Ich kann mir euch gar nicht mehr ohne einan­der vorstellen.
    Flauschige Grüße
    San­dra & Shiva

  3. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie sehr die Vier­beiner unser Leben von Grund auf verän­dern kön­nen. Die kleinen Racker sehen richtig süß auf dem Kuschel­bett aus.

    Schö­nen Gruß von

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.