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Rütter’s D.O.G.S — Spaziergänge richtig gestalten

Gestern haben wir an einem Kurs bei Rütter’s D.O.G.S. teilgenom­men. Als wir die Wer­bung hier­für auf der Inter­net­seite ent­deck­ten, haben wir uns direkt für dieses The­ma bewor­ben und gehofft, noch einen Platz ergat­tern zu kön­nen. “Spaziergänge richtig gestal­ten” — ein super inter­es­santes und zugle­ich wichtiges The­ma, wie ich finde.

Ich bin eigentlich immer auf der Suche nach neuen art­gerecht­en Beschäf­ti­gungsmöglichkeit­en für Queen. Ein­fach nur spazieren gehen — das ist nichts für uns. Daher war ich total hap­py, als ich die Zusage für diesen Kurs bekam.

Bewaffnet mit Leine, Hals­band, Geschirr, Schlep­pleine sowie Ball, Fut­ter­beu­tel und Leck­erlis macht­en wir uns dann gestern mit­tag auf den Weg. Der Kurs fand nicht am Train­ings­gelände (welch­es direkt am Ende unser­er Straße ist) statt, son­dern wir trafen uns an einem abgele­ge­nen Wald­stück.

Ins­ge­samt nah­men vier Hunde an dem Kurs teil. Das war nicht zu viel und nicht zu wenig. Wieviele es son­st im Durch­schnitt sind, weiß ich nicht. Ich emp­fand das auf jeden Fall eine angenehme Anzahl, denn so haben die bei­den Trainer­in­nen für alle aus­re­ichend Zeit gehabt.

Rütter’s D.O.G.S. in Osnabrück — das sind zwei super liebe Frauen: die Melanie und die Frau D (dies ist nur ihr Spitz­name — gedutzt haben wir uns den­noch alle) 🙂 Die bei­den sind zwei junge, sehr nette und extrem aufgeschlossene Frauen. Ich habe mich direkt sehr wohl gefühlt. Kön­nte auch daran liegen, dass die Trainer­in mich direkt für Queens Gelassen­heit den anderen Hun­den gegenüber gelobt hat 🙂

Nach ein­er kurzen Vorstel­lungsrunde gin­gen wir los und began­nen bere­its nach weni­gen Metern mit ein­er Übung. Wir liefen hin­tere­inan­der her, wobei die ersten bei­den mit ihren Hun­den ste­hen blieben, während die anderen an ihnen vor­bei liefen. Das war für keinen ein großes Prob­lem. Der schüchterne Wind­hund fand es nicht so schön, wenn ein Hund direkt hin­ter ihm lief, aber er gewöh­nte sich schnell an die Sit­u­a­tion.

Die erste richtige Übung: Spielzeug suchen

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Die erste Übung bestand darin, dass unsere Hunde das Kom­man­do “sitz” und “bleib” beka­men, während wir das Spielzeug ver­steck­ten. Wir soll­ten zu unseren Hun­den zurück­laufen, sie dann loss­chick­en und nach­dem sie das Spielzeug gefun­den hat­te, soll­ten wir sie zu uns rufen. “Nichts leichter als das” war mein erster Gedanke. Queen macht diese Übung eigentlich täglich, sodass sie per­fekt mit­machte. 

Die zweite Übung: Kekse suchen im Wald

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Als näch­sten ver­steck­ten wir Leck­erlis im Laub oder in Baum­rinden. Wir hiel­ten einen Abstand von unge­fähr 10 Metern zueinan­der, damit wir uns auf die Übung konzen­tri­eren kon­nten. Ich fand es super, dass Queen alle Auf­gaben ohne Leine bewälti­gen kon­nte. Die Trainer­in hat­te hier­mit kein Prob­lem, wenn der Hund abruf­bar ist.

Die Trainierin gab mir viele Tips, wie ich die Übun­gen abwech­slungsre­ich gestal­ten kann. Queen sollte zum Beispiel vorher sitzen bleiben oder erst zu mir kom­men, bevor sie suchen durfte. Zusam­men mit der Trainer­in ver­bud­del­ten wir Queens Ball. Das fand sie super 🙂 Immer wieder kon­nte man auch etwas all­ge­mein­er mit den bei­den Trainer­in­nen sprechen. Queen zeigte zum Beispiel etwas Unsicher­heit bezüglich eines selt­sames Astes. Das fiel der Trainer­in direkt auf und sie zeigte mir, wie ich Queen an den Ast gewöh­nen kann und wie ich ihr zeigen kann, dass ich die Sit­u­a­tion im Griff habe.

Anschließend gin­gen wir zusam­men mit unseren Hun­den durch eng gewach­sene Bäume. Die Hunde mussten uns durch schmale Gänge fol­gen und durch Bäume hin­druch klet­tern.

Auf dem Weg zur let­zten Übung standen wir alle am Weges­rand, während unsere Hunde neben uns saßen. Wir standen also zwis­chen Hund und Weg. Dann kamen uns zwei ältere Damen ent­ge­gen. Bei­de hat­ten einen Hund bei sich. Aus weit­er Ent­fer­nung rief eine der Damen “Kann sich mal jemand vor den Schäfer­hund stellen?!” Ich stand bere­its vor Queen und ver­stand das Prob­lem nicht. Fra­gend blick­te ich zu Melanie, die direkt neben mir stand. Sie rief “Alles ok. Die ist völ­lig ent­stand. Sie kön­nen ein­fach vor­bei gehen.” Dann kamen wieder diese typ­is­chen Erk­lärun­gen. Ihr Hund sei mal von einem Schäfer­hund gebis­sen wor­den und hätte Panik usw. Der Hund hat­te über­haupt keine Angst, son­der großes Inter­esse. Die Dame ließ die Leine völ­lig lock­er, sodass der kleine direkt vor meinen Füßen stand. Die Trainer­in bat die Dame, ihren Hund doch bitte kurz zu hal­ten, damit er nie­man­den bedrän­gen kann. Die Frau blieb völ­lig ver­dutzt ste­hen, während ihr Hund direkt vor meinen Füßen schnup­perte und Queen sich deut­lich unwohl fühlte. Schließlich waren sowohl vor als auch hin­ter ihr andere Hunde und sie saß direkt neben einem Zaun. Den­noch blieb sie völ­lig cool. Die Trainer­in bat die Dame erneut doch bitte endlich weit­erzuge­hen. “Aber mein Hund schnüf­felt ger­ade!” In diesem Moment wurde mir klar, dass ich bei Rütter’s D.O.G.S defin­i­tiv gut aufge­hoben bin, denn die Trainer­in klärte die Sit­u­a­tion der­art schlagfer­tig, wie ich es nicht gekon­nt hätte. Ich musste richtig schmun­zeln. Die ältere Dame tobte noch einige Meter weit­er, während Melanie ihr “noch einen schö­nen Sam­stag” hin­ter­her rief. Großar­tig 🙂

Die letzte Übung: Fährten

Alle Hunde waren schon sichtlich erschöpft, sodass zwei der Hunde sich nicht mehr auf die Auf­gabe konzen­treiren kon­nten. Ein Wind­hund schient sichtlich Spaß an der Übung zu haben, während ein­er der bei­den Trainer­in­nen Hil­festel­lung gab. Die Fährte bestand aus Wurst­wass­er. Queen schnup­perte und lief direkt los. Ohne Prob­leme lief sie die Fährte ohne Leine ab und ich war sichtlich erstaunt, denn eigentlich ken­nt sie das gar nicht so richtig. In dem Moment war ich schon ein wenig stolz 🙂

Was ich aus dem Kurs mitnehme

Die Übun­gen an sich waren nichts Neues für Queen und mich. Inter­es­sant war aber auf jeden Fall das Fährten. Ich habe ent­deckt, dass Queen wirk­lich Spaß daran hat­te, sodass wir bei näch­ster Gele­gen­heit ein Fährtenkurs bele­gen wer­den. Das The­ma “Suchen” werde ich auf jeden Fall in alle erden­klichen Rich­tun­gen aus­bauen.

Was ich defin­i­tiv mit­nehme, sind einige Aspek­te, die gar nicht so konkret mit den Übun­gen zu tun haben. Queen ver­ste­ht viele Dinge schnell und ist für alles zu begeis­tern. Für mich ist das zu selb­stver­ständlich gewor­den. Ich lobe Queen nicht oft genug und nehme das immer als “nor­mal” hin. Wenn man aber sieht, wie schw­er sich andere Hunde mit den Übun­gen tun, dann merkt man erst, dass es eben nicht nor­mal ist. Die Trainer­in hat mir aus­führlich erk­lärt, warum es für den Vier­bein­er so schwierig ist, erst sitzen zu bleiben und noch andere Kom­man­dos auszuführen, bevor er zum Beispiel suchen gehen darf. Queen hat das alles immer so schnell ver­standen, dass ich die Schw­erigkeit dahin­ter gar nicht mehr gese­hen hab. Unter­schätzt habe ich außer­dem, wie sehr den Hund das Suchen aus­lastet.

Mir hat beson­ders gefall­en, dass die Trainer­in­nern auch das “große Ganze” betra­cht­en und indi­vidu­ell auf den Hund einge­hen. Ich habe eingie nüt­zliche Tipps mit­nehmen kön­nen, die ich im All­t­ag mit Queen umset­zen wer­den. Nach­dem ich so langsam ver­stand, dass Queen dort wirk­lich Großes leis­tet, war das schon irgend­wie komisch für mich. Auf der einen Seite hat­te ich ein schlecht­es Gewis­sen, dass ich immer alles für selb­stver­ständlich angse­hen hab. Auf der anderen Seite war ich super stolz auf sie, denn sie hat alle Übun­gen per­fekt umge­set­zt und war immer bere­it für Neues und sehr motiviert. Ich werde mir diese Erfahrung in jedem Fall zu Herzen nehmen und sie ab jet­zt aus­giebiger loben.

Bei Rütter’s D.O.G.S. habe ich mich total wohl gefühlt. Ich werde dort sicher­lich noch weit­ere Kurse und Sem­i­nare gele­gen 🙂

Queen war anschließend hun­demüde schä­fi — müde und hat erst ein­mal aus­giebig geschlum­mert 🙂2015-11-07 12.41.39

 

12 Comments on “Rütter’s D.O.G.S — Spaziergänge richtig gestalten

  1. Na das klingt nach einem super duper Hun­de­sam­stag, welchen ihr da gestern hat­tet und das freut mich sehr zu hören! 🙂
    Auf jeden Fall war diese Train­ing­sein­heit wesentlich bess­er als unsere let­zte, welche wir in nicht all zu begeis­tert­er Erin­nerung haben… *grins*
    Rütter´s D.O.G.S. ist eben nicht gle­ich Rütter´s D.O.G.S. Jed­er trainiert doch etwas anders und geht ver­schieden auf jedes Men­sch- Hunde- Team ein. Bei euren bei­den Trainierin­nen hät­ten Chilli und ich mich sicher­lich auch hun­de­wohl gefühlt und wir hät­ten mehr Freude an dem Kurs gehabt… Umso mehr freuen wir uns natür­lich für euch!! 🙂

    Bis auf die Fährtenübung kan­nten wir auch alle anderen, aber das mit dem Wurst­wass­er ist echt ne gute Idee, dass pro­bieren wir dem­nächst auch mal aus. 😀

    Und ja, selb­st mit aus­ge­bilde­ten Train­ern an der Seite, ist man eben vor ein­er (ich nenne es mal gewisse Sorte Hun­de­men­sch 😛 ) nicht geschützt… *hust*
    Hätte aber gern mal Mäuschen gespielt, als Melanie der Dame höflich aber den­noch kon­se­quent und schlagfer­tig ein paar passende Worte gesagt hat, denn mir fall­en vor Schreck manch­mal auch nicht gle­ich die richti­gen Worte ein und dabei erlebt man ja immer wieder die “toll­sten” Begeg­nun­gen…

    Total sweet auch, wie Queen trotz größter Erschöp­fung und Müdigkeit noch an ihr Spiely denkt und es fes­thält. <3

    Einen schö­nen Son­ntag wün­schen wir euch noch und ein dick­es Küss­chen an Queen! 🙂
    Jule & Chilli

  2. Ein wirk­lich inter­es­san­ter Text und ihr habt ja ganz schön viel erlebt! Das würde Finn bes­timmt auch viel Spaß machen. Ich muss mal schauen ob es solche Kurse in mein­er Nähe gibt 🙂
    Ja das Fährten­train­ing lastet die Hunde wirk­lich ziem­lich aus. Ich kon­nte mir das am Anfang auch nicht vorstellen, doch als ich danach gese­hen habe wir hun­demüde Finn in sein Korb fiel, wurde mir bewusst wie anstren­gend das für ihn sein muss. Ihm macht es aber richtig Spaß und er ver­ste­ht das Prinzip dahin­ter auch sehr schnell.
    Wir bauen auch immer etwas neues in die Spaziergänge mit ein, sodass die für Finn nicht “lang­weilig” wer­den 🙂
    Wir wün­schen Euch einen super schö­nen erhol­samen Son­ntag.
    Lieb­ste Grüße
    Lisa & Finn

  3. Das hört sich wirk­lich nach einem inter­es­san­ten Kurs an. Den hätte ich auch mit­gemacht. Cos­mo und ich sind auch große Fans von abwech­slungsre­ichen Spaziergän­gen und denken uns immer mal neue Sachen aus. Schön, dass auch mal mit anderen Hun­den und Hal­tern zu machen. Da kann man seinen Hund hin­ter­her bess­er ein­schätzen. Danke für den schö­nen Bericht und weit­er­hin viel Spaß beim Spazier­genge­hen.
    Viele Grüße Patri­cia und Cos­mo

  4. Tolle Sache! So etwas kön­nte ich auch gut für uns gebrauchen. Lei­der wird so etwas hier in den Hun­de­schulen nicht ange­boten.
    Schade, denn Train­ing auf immer dem gle­ichen Platz ist doch ganz was anderes als unter­wegs!
    Viele Grüße
    Lina

  5. Hal­lo Sab­ri­na!

    Super, danke für den aus­führlichen Beitrag.
    Ja, das mit dem D.O.G.S. kann ich ver­ste­hen. Meine Trainierin hat bei Mar­tin Rüt­ter gel­ernt, sich dann aber selb­st­ständig gemacht. Aber man merkt in vie­len Din­gen wie Sie Dinge erk­lärt, dass sie gute Basics mit­bringt.
    Tja, und was soll ich sagen: FÄRTEN! Ich mußte ja schmun­zeln, weil Du noch sagtest, dass Du das nicht mehr magst mit Queen, tja und kam hast Du es unter Antleitung gemacht, bist Du infiziert. War bei mir damals genau­so!

    Liebe Grüße
    Silke + Lyko

  6. Oh ja das mit der Fährte haben wir auch schon mal pro­biert. Das erste mal war voll gut und Bon­jo war per­fekt. Aber als ich es dann wieder­holt habe zu Hause klappte es nicht so gut. Habe ich wohl zu viel ver­langt. Ja das schnüf­feln unter­schätzen wir schnell, es ist so selb­stver­ständlich gewor­den…

    Liebe Grüße Vicky

  7. Ein schöne Bericht über eure Übun­gen zum Spazier­gang. Ich ver­suche auch immer darauf zu acht­en, dass meine Bei­den nicht nur mit mir “spazieren gehen”, son­dern auch mal etwas “zu tun” haben. Meine Bei­den ste­hen total auf Such­spiele — am lieb­sten suchen sie mich 😀 …zur Dame, die ihr getrof­fen habt: sowas erlebe ich lei­der auch oft. Meine bei­den sind ja auch etwas vom größeren For­mat, sind aber grundle­gend ruhige Hunde, die in der Regel auch tun, was ich gern von ihnen möchte. Nicht sel­ten ist jedoch ihre Größe bere­its auss­chlaggebend, dass “ältere Damen mit kleineren Hun­den” nervös wer­den, dann aber den­noch direkt neben uns ste­hen bleiben und ihren Hund schnüf­feln oder auch wie bescheuert bellen lassen. Ich bin zwar immer wieder stolz, dass das meine Bei­den gelassen nehmen, aber nervig ist es den­noch — erst recht, wenn man dazu dann auch noch etwas sagt und die liebe ältere Dame völ­lig belei­digt ist. Nun­ja.

    1. Mich regen solche Hun­de­hal­ter wirk­lich auf. Ich ver­steh ein­fach nicht, wie man so rück­sicht­s­lo durchs Leben stiefeln kann. Mit größeren Hun­den muss man direkt einen Sachkun­de­nach­weis bele­gen, aber diese älteren Omis soll­ten das mein­er Mei­n­ung nach auch. Ob nun groß oder klein — jed­er Hund kann Schaden anricht­en und unab­hängig von der Größe des Tieres müssste jed­er Hun­dehlter ein paar Regeln beacht­en. Wir machen uns doch das Leben nur unnötig schw­er mit einem rück­sicht­slosen Ver­hal­ten… Aber naja, auf­ste­hen, Kro­ne richt­en und weit­er 😀

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