Schadensersatz wegen Hundehaufen unter dem Schnee? ?>

Schadensersatz wegen Hundehaufen unter dem Schnee?

Der Kläger kaufte in München eine Eigen­tumswoh­nung mit Gar­tenan­teil zur Son­der­nutzung. Gemäß Ziff. 5,2 des Kaufver­trages wurde das Objekt gekauft “wie besichtigt”. Bei der Besich­ti­gung lag eine geschlossene Schneedecke über dem Gartenanteil.

Der Verkäufer ist Besitzer eines Hun­des, dem er gele­gentlich die Ver­rich­tung des großes Geschäfts im Garten erlaubte.

Nach­dem es zu einem Abtauen des Schnees kam, stelle der Käufer fest, dass sich in dem zuge­höri­gen Garten 19 Hun­de­haufen befan­den. Diese stammten wohl von dem Hund des Vekäufers. Die Haufen seien ihm bei der Besich­ti­gung auf­grund der geschlosse­nen Schneedecke nicht aufgefallen.

Der Kläger kon­tak­tierte eine Garten­bau­firma und erkundigte sich nach den Kosten für die Beseitung der Kothaufen.

Daraufhin ver­langte der Käufer für die Beseitung der Hun­de­haufen und für die Neubepflanzung des kon­t­a­minierten Bodens Schadenser­satz in Höhe von 3.500 EUR.

Durch das Ein­sick­ernh des Hun­dekots in den Boden sei es zu einer Kon­t­a­minierung gekom­men. Der Käufer trug vor, dass der Kot von “fleis­chlasti­gen Fressern” wie Hun­den auf­grund der wider­stands­fähi­gen Krankheit­ser­regern und Par­a­siten beson­ders gefährlich sei. Der Ober­bo­den müsse daher abge­tra­gen und ins­ge­samt neu bepflanzt wer­den. An den Stellen, an denen sich der Kot befun­den habe, wachse auch kein Gras mehr, son­dern nur noch das bezüglich der Humusqual­ität völ­lig anspruch­sloses Moos.

Der Verkäufer weigerte sich zu zahlen und behauptete zudem, dass es sich zum einen gar nicht um den Kot seines Hun­des han­deln würde und eine Erneuerung des Bodens außer­dem nicht erforder­lich sei.

Daraufhin erhob der Käufer Klage.

Das Urteil

Gund­sät­zlich begrün­den die Hun­de­haufen zwar einen Sach­man­gel, allerd­ings hätte der Käufer den Verkäufer zu Besei­t­i­gung der Haufen auf­fordern müssen.

Solange nicht zur Nacher­fül­lung und zur Besei­t­i­gung aufge­fordert wird, besteht kein Anspruch auf Schadensersatz.

Zudem ging das Gericht davon aus, dass der Kläger die Kon­t­a­m­i­na­tion des Bodens selbst verur­sacht hat, da er den Kot zu spät beseit­igt hat. Der Kläger habe stattdessen zuge­se­hen wie der Kot immer weiter ins Erdre­ich sick­ert. Hier­für müsse der Kläger selbst einstehen.

Gericht:
Amts­gericht München, Urteil vom 13.04.2016 — 171 C 15877/15

 

Du hast eine Frage rund um das Thema “Hund und Recht”? Dann schreib mir eine Mail an info@ra-konczak.de

 

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One thought on “Schadensersatz wegen Hundehaufen unter dem Schnee?

  1. Huhu! Na das ist ja mal was… Sicher­lich ist es mehr als ärg­er­lich, wenn unter der Schneedecke stolze 19 Haufen auf­tauchen. Aber mal ehrlich — da nimmt (der nor­male) Men­sch doch eine Schaufel und macht es sel­ber weg. Auf den Aufwand hätte ich gar keine Lust… 

    Liebe grüße Diana und Jessi

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