Schlafende Hunde soll man nicht wecken

Schlafende Hunde soll man nicht wecken

Wir alle ken­nen dieses Sprich­wort: “Schlafende Hunde soll man nicht wecken”. Doch wieviel Schlaf brauchen unsere Hunde eigentlich? Schlafen sie wirk­lich immer, wenn die Augen geschlossen sind? Und was passiert eigentlich, wenn ein Hund zu wenig schläft?

Queen ruht die gesamte Nacht. Auch tagsüber legt sie häu­fig Pausen ein. In der Regel immer dann, wenn ich beschäftigt bin. Sitze ich im Büro am PC oder Zuhause auf dem Sofa, legt Queen sich in.

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Dabei han­delt es sich hier­bei nicht um echten Tief­schlaf, son­dern in der Regel nur um Ruhe– oder Leichtschlaf­phasen. Denn nur etwas 20% der Ruhep­hasen machen echten Tief­schlaf aus.

Dank der Unter­suchun­gen des Prof. Otto von Frisch mit seiner Deutsch — Lang­haar — Hündin wis­sen wir mit­tler­weile einiges über das Schlafen unserer Hunde. Hier­bei schloss der Ver­hal­tens­forscher ein EKG an seinen schlafenden Hund an und flüsterte ein beson­deres Reiz­wort in ihr Ohr. Kein Ohr zuckte und kein Auge öffnete sich.

Doch dem EKG blieb nichts ver­bor­gen, denn die Herzfre­quenz stieg von 66 auf 100.

Im echten Tief­schlaf schlägt das Herz gle­ich­mäßig. Anders sieht es allerd­ings aus, wenn unsere Hunde träu­men. Unter Umstän­den zit­tert der ganze Kör­per und unsere Vier­beiner jaulen und bewe­gen wie ver­rückt die Beine.

Beim “Dösen” reg­istri­eren unsere Hunde nahezu alles, was sich in ihrer Umge­bung abspielt. Bei Queen merkt man das beson­ders, wenn Her­rchen nach Hause kommt oder jemand von uns die Kühlschrank­tür öffnet.

Alle unsere Hunde haben eines gemein­sam: Zum Schlafen suchen sie sich ein gemütliches Plätzchen. Das kann das eigene Kissen oder Kör­bchen sein. Falls erlaubt aber auch das Sofa oder Bett. In der Regel gäh­nen unsere Hunde ein– bis zweimal bevor sie ihre Augen schließen.

Falls ihr wis­sen wollt, was die Schlaf­po­si­tion eures Hun­des über ihn und seinen Gemüt­szu­s­tand aus­sagt, schaut doch mal in hier vor­bei. Vor Kurzen habe ich zu diesem Thema einen Beitrag verfasst.

16 Uhr: "Also wir genießen heute die RUhe :) Wir haben schon einen aufregenden Ausflug hinter uns aber davon berichten wir morgen ausführlich auf dem Blog :)"

Drehen eure Hunde sich auch im Kreis bevor sie sich hin­le­gen? Queen macht das in der Regel ein bis drei mal. Ver­hal­tens­forscher beze­ich­nen dieses Ver­hal­ten als wolf­sähn­lich. Hunde wür­den sich im Kreis drehen, um eine schützende Mulde auszuheben. In unseren Woh­nung stelle ich mir das allerd­ings schwierig vor 🙂

Oft wird behauptet, dass nur sehr dom­i­nante Hunde den Kör­perkon­takt mei­den wür­den. Andere hinge­gen lehnen sich gerne an ihre Zweibeiner an. Ich kann nur von Queen sprechen: sie lehnt sich beim Schlafen sehr gerne an, obwohl ich sie dur­chaus als “dom­i­nant” beze­ich­nen würde. Aber ich halte solch all­ge­meine Behaup­tun­gen sowie für schwierig.

Und wie viele Stun­den schlafen unsere Hunde überhaupt?

Erwach­sene Hunde schlafen zwis­chn 16 und 20 Stun­den am Tag, Senioren und erkrankte Hunde bis zu 22 Stunden.

Viele Hunde schlafen nicht von selbst so viel. In jedem Fall soll­ten Ritaule der Ruhe etabliert wer­den, falls der Hund sich nicht von selbst hinlegt.

Im Schlaf wer­den — wie bei uns Men­schen auch — die Geschehnisse der Tage ver­ar­beitet. Darum haben Hunde nach einem außergewöhn­lich anstren­gen­den Tag einen tiefen oder unruhi­gen Schlaf, je nach­dem ob der Tag kör­per­lich oder geistig anstren­gend war.

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Das Ruhebedürf­nis und dessen Unter­schre­itung wurde erst an Mäusen, dann an Hun­den und schließlich an Men­schen unter­sucht. Alle zeigten die gle­iche Entwicklung.

Im ersten Sta­dium des Schlafentzugs wur­den die Hunde über­dreht. Im Zweiten unkonzen­tri­ert und grob­mo­torisch. Anschließend wur­den sie nervös und schnell reizbar. Im Vierten aggres­siv und krän­klich. Im fün­ften Sta­dium erkrank­ten sie schwer und / oder chronisch.

Außer­dem wurde fest­gestellt, dass Retriever-Rassen nicht allzu lange oder deut­lich im Sta­dium der Aggres­sion ver­har­ren. Sie wer­den schneller chro­nisch krank, lei­den zum Beispiel an Hautkrankheiten, da Schlaf­man­gel das Immun­sys­tem schwächt. Terrier-Rassen hinge­gen sind länger und auf­fäl­liger aggres­siv, und fallen erst nach ver­gle­ich­sweise langer Zeit in das Sta­dium der schw­eren Krankheit.

Aggres­sion ist kein schlechtes Benehmen. Sie ist eine War­nung, ein deut­liches Zeichen, dass der Hund über­fordert ist. Es gilt, spätestens in diesem Sta­dium einzu­greifen, bevor irrepara­ble kör­per­liche Schä­den ein­treten. Viele Krankheiten kön­nen mit Über­forderung in Zusam­men­hang gebracht wer­den, da Stress den Kör­per in seiner Gesamtheit schwächt.

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Queen schläft abend meis­tens zwis­chen 8 und 9 Uhr ein und steht mor­gens mit uns um halb sieben auf. Das sind unge­fähr 10 oder 11 Stun­den. Tagsüber ruht sie mor­gens unge­fähr 2 Stun­den. Nach­mit­tags sind es nochmal unge­fähr 2 oder 3 Stun­den. So kom­men wir auf 14 bis 16 Stun­den und liegen damit wohl im unteren Durchschnitt.

Wie viele Stun­den schlafen eure Vier­beiner? Musstet ihr euch Rit­uale über­legen, damit euer Hund zur Ruhe kom­men kann?

 

 

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Posted on: 18. Februar 2016Sabrina

11 Gedanken zu „Schlafende Hunde soll man nicht wecken

  1. Sehr sehr span­nen­des Thema und ich habe den Beitrag ger­ade regel­recht verschlungen.
    Bevor wir einen Hund hat­ten wusste ich gar nicht wie viel Hunde Ruhen oder Schlafen (müssen).
    Für Bai­ley waren Rit­uale von Anfang an sehr wichtig. Da sie von Natur aus ein sehr aktiver und quirliger Hund ist. Deshalb wurde sie vor­mit­tags und nach­mit­tags auch häu­fig von uns ignori­ert und Spielzeug auch manch­mal einkassiert, damit sie sich hinlegt.
    Seit ein paar Tagen habe ich bei ihr aber eine große Verän­derung fest­gestellt. Unser Jungspunt scheint erwach­sener, ruhiger und vielle­icht läu­fig zu werden?
    Kein gequen­gel mehr wenn nichts passiert, wie selb­stver­ständlich legt sie sich in der Woh­nung über­all hin und döst und das geht sogar stun­den­lang. Nun gut die Blase drückt nun mit fast 11 Monaten auch nicht mehr so oft wie früher.
    Sobald wir am PC sitzen oder Fernse­hen gucken macht Bai­ley es sich gemütlich. Meis­tens irgendwo auf dem Boden, Tep­pich oder ihrem Hun­de­bett. Nach Erlaub­nis darf sie auf die Couch, da hält sie es aber sel­ten lange aus :D. Warum? Das weiß ich noch nicht. schein­bar liegt sie aber lieber flach auf dem Boden als irgendwo erhöht.

    LG

    Jas­min

    1. War sie denn noch nicht läufig?
      Das kön­nte ja nun mit 11 Monaten anste­hen… Queen schläft auch mehr, wenn sie läu­fig ist.
      Queen kommt nie auf das Sofa. Ins Bett immer gerne, aber die Coach scheint nicht gemütlich genug zu sein… Kann ich ver­ste­hen, sie ist ja auch nicht ger­ade der kle­in­ste Hund und wenn sie sich richtig lang strecken möchte ist so ein Sofa nicht der bequem­ste Ort 😀

      1. Sie war bisher tat­säch­lich noch nicht läu­fig. Wir warten darauf 🙂
        Allerd­ings tre­f­fen wir alle 2–3 Tage einen 10 Jahre alten sehr poten­ten Westie, der laut Besitzer 3 Meilen gegen den Wind riecht wenn eine Hündin läu­fig wird.
        Bisher hat der allerd­ings noch nicht angeschla­gen bei Bailey 😀

  2. Sehr inter­es­santes Thema! Meine zwei schlafen und ruhen sehr viel. Das war von Anfang an so und deshalb mussten wir auch zum Glück keine Ruher­ituale ein­bauen. Eher umgekehrt 😉 die bei­den zum Auf­ste­hen zu bewe­gen, ist manch­mal gar nicht so leicht ;P aber bei Clara ist das auch ver­ständlich, man merkt schon das sie durch ihr Alter und den schlechten Gesund­heit­szu­s­tand viel weniger durch die Woh­nung tappst als Rico. Außer wenn ich in der Küche Werkel, dann ste­hen ganz schnell alle Hunde und Katzen um mich herum 😉
    LG Clara, Rico und Christina

    1. Ja das kenne ich auch. Sobald jemand in der Küche ist, geht Queen gucken was dort los ist 🙂 Wir haben ihr Kör­bchen nun so posi­tion­iert, dass sie gut in den Flur blicken kann und alles sieht. Seit­dem läuft sie mir nicht mehr so extrem hin­ter­her, aber bei der Küche kann sie nicht widerstehen 😀

  3. Sehr inter­es­san­ter Beitrag! 🙂 

    Dass Hunde so viel schlafen, habe ich schon häu­figer gele­sen, so aus­führlich wie hier war’s aber noch nie! Sehr schön!

    Yumo ist ein sehr aktiver Hund, den wir dur­chaus mal zur Ruhe zwin­gen müssen. Er ist jetzt 9,5 Monate alt und als er jünger war, war es weitaus schlim­mer. Da hatte ich teil­weise das Gefühl, dass er den ganzen Tag wach war — da half an manchen Tagen tat­säch­lich nur die Box, damit er endlich schlief 🙂
    Mit­tler­weile macht er das von allein sehr gut! Wenn wir in der Woh­nung sind schläft er zu 70%; ab und an wird mal mit seiner Socke gez­ergelt, er nervt die Katzen oder schaut aus dem Fen­ster, aber im Großen und Ganzen liegt er viel rum.
    Er ist übri­gens ein totaler Mor­gen­muf­fel und schläft nach dem Auf­ste­hen, wenn ich mich fer­tig mache und nach dem Früh­stück noch ein Wenig weiter! 😉

    Abends ist so ab 8 Uhr etwa Ruhe, dann wird bis auf die let­zte Pipi-Runde nur noch geschlafen.
    Ich denke, wir kom­men so auf 18 Stun­den Schlaf. Je nach Pubertät­sphase auch mal mehr oder weniger. Aber das ist auch nur geschätzt!

    Liebe Grüße
    Alina und Yumo

    1. Bei uns ist das ziem­lich ähn­lich. Queen bleibt auch noch liegen mor­gens. Erst, wenn es wirk­lich raus geht, steht sie auf. Anson­ten ist sie mit 1 1/2 wesentlich ruhiger gewor­den. Eigentlich dreht sie nur draußen so richtig auf und wenn ich sie bewusst zum Spie­len in der Woh­nung auf­fordere. Anson­sten ver­hält sie sich sehr unauffällig 🙂

  4. Timmy schläft gefühlt 26 von 24 Stun­den am Tag 😀 Zu Hause ver­hält er sich in der Regel sehr ruhig und döst tagsüber am lieb­sten in der Sonne auf der Couch. Es sei denn, wir gehen in die Küche. Dann steht er blitzschnell neben uns 😉 Timmy musste Ruhe zu Hause nie wirk­lich ler­nen. Allerd­ings fällt es ihm schwer zu ruhen, wenn wir in fremder Umge­bung mit anderen Men­schen sind. Also bei Geburt­sta­gen oder ähn­lichem ist er den ganzen Tag in der Regel wach und erst wenn er quasi schon im Sitzen ein­schläft, legt er sich dann mal hin. Aber wirk­lich schlafen tut er da nicht. So bald sich jemand bewegt oder mit der Chip­stüte raschelt ist er wieder hellwach. Nach solchen Tagen ist er immer wie erschla­gen. Unter der Woche fällt ihm das auf­ste­hen enorm schwer. Meis­tens müssen wir ihn aus dem Bett schub­sen und er macht dann auch nur Pipi und dreht direkt wieder um und legt sich wieder hin 😀 Aber ich will mich nicht beschw­eren. Denn wenn ich wirk­lich mal länger liegen bleiben mag, dann drän­gelt er nicht oder so 🙂
    Liebe Grüße

    1. Queen ver­hält sich in fremder Umge­bung genauso. Sobald jemand auf­steht, steht sie auch und beobachtet alles ganz genau.
      An den Woch­enen­den weiß ich es auch sehr zu schätzen, dass Queen ein Langschläfer ist 😀

  5. wuff wuff

    wir Hunde ler­nen und fes­ti­gen erlerntes auch im Schlaf *nick*

    Deswe­gen ist es wichtig für uns, nach Übun­gen (oder nach einem Train­ing) zur Ruhe kom­men zu dürfen.

    aus­geruhte Grüße von Shila

  6. Casper und Anne sind nicht mehr die jüng­sten Fell­nasen und schlafen auch viel am Tag. Wir haben unsere Spiel– und Tobephasen und aus­giebige Spaziergänge mit Casper. Danach ist er meis­tens für den Rest des Tages erledigt.
    LG, Caspers Frauchen

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