Allgemein, Gesundheit

Schreckgespenst Schäferhundkeratitis

Die genaue Beze­ich­nung dieser Erkrankung lautet Ker­ati­tis super­fi­cialis chron­ica und kommt auch bei anderen Rassen als dem Schäfer­hund vor. Sie ist eine chro­nis­che, nicht heil­bare, aber kon­trol­lier­bare Erkrankung.

Der Verlauf

Oft entsteht die Schäfer­hund­ker­atiris bere­its im frühen Alter des Hun­des. Diag­nos­tiziert wird diese Erkankung meist zwis­chen dem vierten und sech­sten Leben­s­jahr. In der Regel ist die Horn­haut sowie das dritte Augen­lid, die sog. Nick­haut betrof­fen. Oft beginnt die Ker­ati­tis mit einer Rötung des Auges. Ins­beson­der von der Schläfe aus zieht sich diese über die Horn­haut. Durch diese Entzün­dung kann sich das Auge graublau trüben und es kann zu schwarzen Pig­mentein­lagerun­gen kom­men. Das Auge tränt und der Hund kneift in der Regel — nicht immer — das Auge zusam­men. Die Entzün­dungser­schei­n­un­gen kön­nen rück­gängig gemacht wer­den, nur die Pig­mentein­lagerung bleibt. Ist diese stark fort­geschrit­ten kann das Sehver­mö­gen beein­trächtigt werden.

Am drit­ten Augen­lied kommt es vor allem am Rand, der nor­maler­weise schwarz gefärbt ist, zu rötlich — bläulichen Verän­derun­gen. Das Lid schwillt an. Diese sog. „lym­pho­plas­mazel­lul­lären Infil­tra­tion der Nick­häute“ kann die alleinige Symp­to­matik ohne Horn­haut­beteili­gung darstellen.

Die genaue Ursache der Krankheit ist noch nicht bekannt. Sicher ist, dass das Immungewebe am Auge plöt­zlich gegen den eige­nen Kör­per, also hier in die Horn­haut und die Binde­haut, vorgeht. Ultra­vi­o­lette Strahlen durch das Son­nen­licht sind ver­mut­lich mitver­ant­wortlich oder bedin­gen den Ver­lauf zumin­d­est. Daher soll­ten Orte starker Sonnene­in­strahlung zum Wohle des Hun­des ver­mieden wer­den (Hochge­bierge, Schnee– oder Meerurlaube). Sollte sich die Sonnene­in­strahlung nicht ver­mei­den lassen, so emp­fiehlt sich das Tra­gen einer Son­nen­brille für Hunde. Auch Hunde, die keiner beson­deren Sonnes­trahlung aus­ge­setzt sind, kön­nen diese Krankheit bekom­men. Es gibt also noch andere Fak­toren. Vor allem genetis­che Ursachen spie­len eine Rolle.

Warum erzähle ich euch das heute?

Die Augen, die ihr oben zur Verdeut­lichung des Beschrieben gese­hen habt, gehören Queen. Bei ihr wurde die Schäfer­hund­ker­ati­tis diag­nos­tiziert. Die Ver­mu­tung hatte ich schon länger. Bere­its Anfang Jan­uar waren wir deshalb in der Tierklinik. Zu diesem Zeit­punkt befand sich die Erkrankung noch in einem absoluten Anfangssta­dium, sodass keine genaue Diag­nose getrof­fen wer­den kon­nte. Heute mor­gen beka­men wir dann die Gewissheit.

Und jetzt?

Queen bekommt nun mor­gens und abends Salbe in ihre Augen. Früher wurde die Krankheit mit einer kor­ti­son­halti­gen Salbe behan­delt. Dies ist dank neuer Entwick­lun­gen nicht mehr notwendig, sodass die Salbe in der Regel keine weit­eren Neben­wirkun­gen mit sich brin­gen. Die Salbe mod­uliert das fehlreagierende Abwehrsys­tem dergestalt, dass die Entzün­dung abklin­gen kann. Selbst großflächige Verän­derun­gen oder Wucherun­gen auf der Horn­haut wer­den sich zurück­bilden. Eine Oper­a­tion ist weder erforder­lich noch sinnvoll.

Es wird sich um eine dauer­hafte Ther­a­pie han­deln. Die Schäfer­hund­ker­ati­tis ist nicht heil­bar. Es kann Phasen geben, in denen zu der Salbe weit­ere Medika­mente hinzukom­men. Und es wird Phasen geben, in denen die Salbe nur ein­mal täglich ver­wen­det wer­den muss. Regelmäßige Kon­trollen wer­den also notwendig sein. Auf diese Weise kön­nen irre­versible Zustände ver­mieden wer­den. Unbe­han­delt würde diese Erkrankung zur voll­ständi­gen Erblind­ung führen. Bei rechtzeit­i­gen Erken­nen kann das Sehver­mö­gen zeitlebens erhal­ten werden.

In Queens Fall ist die Schäfer­hund­ker­ati­tis sehr früh erkannt wor­den. Laut unserer Augenärztin wird es sel­ten so früh erkannt. Vor­erst sei keine Son­nen­brille notwendig. Wir soll­ten die Mit­tagssonne im Som­mer mei­den, was wir aber ohne­hin bere­its machen. Im Som­mer ist es zudem hil­fre­ich vor­wiegend im Wald und nicht auf Feldern spazieren zu kön­nen. Auch hier müssen wir uns nicht umstellen.

In vier Wochen wer­den wir noch ein­mal zur Kon­trolle in der Klinik sein. Ab dann nur noch alle 6 Monate.

Außer­dem hat Queen einen trüben Fleck auf dem Auge. Diesen haben wir schon vor einiger Zeit unter­suchen lassen. Es han­delt sich hier­bei um Fet­tein­lagerun­gen. Erst ein­mal harm­los. Da dieser aber größer gewor­den ist und schein­bar auch am anderen Auge beginnt, wird Queen nun fet­tarm ernährt. Die Tierärztin ist guter Dinge, dass sich die Flecken in eini­gen Wochen zurück­bilden werden.

Immer wieder etwas Neues

Vor Kurzem habe ich noch geschrieben wie happy ich bin, dass es uns momen­tan so gut geht. Tja, das war wohl zu laut. Ich werde dann dem­nächst lieber drei mal auf Holz klopfen bevor ich so etwas laut ausspreche. Unterm Strich denke ich, dass es Schlim­meres gibt. Queen hat durch die Ker­ati­tis keine Beein­träch­ti­gun­gen. Sie ganz ganz nor­mal sehen und es schmerzt auch nicht. Die Salbe ist lei­der nicht allzu gün­stig, aber da ver­mut­lich ohne­hin schon ein Klein­wa­gen in ihr steckt, kommt es wohl nicht mehr drauf an. Haupt­sache sie hat dadurch keine Ein­schränkun­gen, alles andere wer­den wir dadurch, dass es so früh erkannt wurde, gut in den Griff bekommen.

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2 Comments on “Schreckgespenst Schäferhundkeratitis

  1. Ach her­rjee… und wir haben im Jan­uar noch über deinen (unnöti­gen) Tier­arztbe­such gelacht… Das tut mir leid, dass du doch Recht behal­ten hast. Doch ehrlich, auch wenn Queen außer der Salbe nicht viel Prob­leme damit hat. Es ist für sie doch unan­genehm und lästig. Arme Maus.

    Flauschige Grüße
    San­dra & Shiva

    1. Ja im Jan­uar hat­ten wir noch drüber gelacht …
      Heute ist mir lei­der gar nicht zum Lachen zumute. Aber ich weiß es gibt Schlim­meres und solange sie keine Beein­träch­ti­gun­gen hat, kriegen wir das schon hin…

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