Allgemein, Recht und Hund

Sind Tierschutzverträge wirksam?

Wer heutzu­tage einen Hund aus dem Tier­heim zu sich nimmt, wird in der Regel einen Tier­schutzver­trag unterze­ich­nen müssen, bei dessen genauer Betra­ch­tung mir ganz anders wird.

Dem Tier­heim wer­den dort umfan­gre­iche Rechte eingeräumt. Neben der Zahlung ein­er soge­nan­nten Ver­mit­tlungs­ge­bühr ist oft die Rede von ein­er Verpflich­tung, das Tier nicht an Dritte weit­erzugeben oder es kas­tri­eren zu lassen. Das Tier­heim schreibt sich selb­st das Recht zu, jed­erzeit den Aufen­thalt­sort des Tieres erfahren zu kön­nen sowie jed­erzeit die Pri­va­träume des “Käufers” betreten zu kön­nen.

Oft ist auch von ein­er Ver­tragsstrafe die Rede.

Nicht sel­ten ließt man Worte wie “Eigen­tumsvor­be­halt” sowie “Haf­tungs- und Gewährleis­tungsauss­chluss”.

Doch sind derartige Tierschutzverträge überhaupt wirksam?

In der Ver­gan­gen­heit wurde ein der­arti­er Ver­trag nicht als Kaufver­trag, son­dern als atyp­is­ch­er Ver­wahrungsver­trag ver­standen (so zum Beispiel das Landgericht Krefeld 1 S 79 / 06 vom 13.04.2007). Es könne kein Kaufver­trag vor­liegen, da die kaufver­traglichen Gewährleis­tungsvorschriften keine Anwen­dung find­en wür­den. Der Schw­er­punkt des Ver­trages liegt nicht in einem Kauf, son­dern in der Über­gabe eines Tieres zur Hal­tung und Pflege.

Und dennoch sind sich die Juristen einig:

Jemand, der ein Tier aus einem Tier­heim zu sich holt, wird wohl kaum davon aus­ge­hen, das Tier lediglich zu “ver­wahren” statt es zu “kaufen”. Die Annahme eines Ver­wahrungsver­trages ist daher völ­lig lebens­fremd.

Bei der Über­gabe eines Tieres aus einem Tier­heim wird in der Regel eine Ver­mit­tlungs­ge­bühr fäl­lig. Die Höhe dieser Gebühr ist dur­chaus ver­gle­ich­bar mit einem zu zahlen­den Kauf­preis.

Für einen juris­tis­chen Laien sieht die Über­gabe eines Tieres aus einem Tier­heim äußer­lich aus wie bei einem Kauf. Daher muss das Pro­cedere auch juri­tisch so behan­delt wer­den.

Das bedeutet, dass Klauseln, die die Eigen­tum­süber­tra­gung auss­chließen oder umfan­gre­iche Auskun­fts- oder Besuch­srechte ein­räu­men gem. § 305c BGB unwirk­sam. Auch eine Ver­tragsstrafe dürfte daher unwirk­sam sein.

§ 305c
Über­raschende und mehrdeutige Klauseln

(1) Bes­tim­mungen in All­ge­meinen Geschäfts­be­din­gun­gen, die nach den Umstän­den, ins­beson­dere nach dem äußeren Erschei­n­ungs­bild des Ver­trags, so ungewöhn­lich sind, dass der Ver­tragspart­ner des Ver­wen­ders mit ihnen nicht zu rech­nen braucht, wer­den nicht Ver­trags­be­standteil.

(2) Zweifel bei der Ausle­gung All­ge­mein­er Geschäfts­be­din­gun­gen gehen zu Las­ten des Ver­wen­ders.

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Wenn ein Tier­heim die Zahlung der vere­in­barten Gebühr erhält, ist es lebens­fremd, dass sie sich daran das Eigen­tum vor­be­hal­ten wollen. Dieser Umstand sowie auch die umfan­gre­ichen Auskun­fts- und Besucht­srechte greifen in die Per­sön­lichkeitrechte des Erwer­bers ein.

Ein Tier­schutzvere­in in Reut­lin­gen machte von diesen “Recht­en” Gebrauch. Der Tier­schutzvere­in erfuhr, dass das Tier zeitweise zu ein­er Fre­undin der Erwer­berin gegeben wurde. Ein Mitar­beit­er des Vere­ins fuhr zu dieser Dame und nahm den Hund ein­fach mit.

Das Amts­gericht Reut­lin­gen entsch­ied daher zu Recht, dass der Hund wieder an die Erwer­berin her­auszugeben sei. Der Vere­in habe kein­er­lei Eigen­tum­srechte an dem Hund und das Tier im Wege der soge­nan­nten ver­bote­nen Eigen­macht an sich genom­men.

Der Vere­in wollte das Urteil nicht hin­nehmen. Klageweise ver­langten sie die Her­aus­gabe des Hun­des, die Zahlung ein­er Ver­tragsstrafe sowie die Auskun­ft darüber, wo sich der Hund zu welch­er Zeit aufhal­ten würde. Das Amts­gericht wies die Klage ab. Der Schutzver­trag ver­stößt gegen Treu und Glauben und benachteilige die Erwer­berin in einem unangemesse­nen Aus­maß. Ein­deutig und unmissver­ständlich gin­gen die für diesen Fall zuständi­gen Gerichte davon aus, dass es sich um einen Kaufver­trag und eben nicht um einen Ver­wahrungsver­trag han­deln würde.

Einige Vere­in unter­hal­ten sog­ar “Tier­schutza­ußen­di­en­st­grup­pen”. Diese Mitar­beit­er fahren zu den Fam­i­lien der ver­mit­tel­ten Hunde und ver­lan­gen Ein­lass. Teil­weise ver­suchen sie sog­ar, die Hunde an sich zu nehmen.

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Dieses Recht ste­ht ihnen zweifels­frei nicht zu. Soll­ten sie sich Zutritt zu dem Grund­stück ver­schaf­fen, erfüllt dieses Ver­hal­ten den Tatbe­stand des Haus­friedens­bruchs.

Ich kann dur­chaus nachvol­lziehen, dass man als Tier­heim­mi­tar­beit­er eine Beziehung zu den Tieren auf­baut. Es ist daher dur­chaus zu ver­ste­hen, dass man sich für die Tiere ein tolles Zuhause wün­scht.

Die Vere­ine müssen jedoch ver­ste­hen, dass nicht sie, son­dern die Behör­den für die Ein­hal­tung und Überwachung des Tier­schutes zuständig sind. Die Gelder eines Vere­ines soll­ten daher lieber in die Pflege und Ver­sorgung der Tiere investiert wer­den, statt “Tier­schutza­ußen­di­en­st­grup­pen” zu bezahlen.

 

27 Comments on “Sind Tierschutzverträge wirksam?

  1. Hal­lo Sab­ri­na,

    mein Shiv­amäuschen ist ja auch aus dem Tier­schutz. Der “Schutzver­trag” war auch mit ver­schiede­nen Pas­sagen durch­zo­gen, die vol­lkom­men lebens­fremd sind. Ich habe unwirk­same Pas­sagen kurz­er­hand gestrichen und ihn dann unter­schrieben zurück­gere­icht. Es gab keine Bean­stan­dung. Mit der Frau, die die Vorkon­trolle gemacht hat, hab ich heute noch viel Kon­takt, aber mit dem Vere­in keinen mehr. Sie meint, dass es meinem Mäuschen gut bei mir geht.
    Diese Schutzverträge sind teil­weise schon sehr schräg. Ich meine, ich “miete” doch kein Tier und wenn es dem anderen nicht passt, dann nimmt er mir mein Lieb­stes? Nee, da würde ich mich mit dem Hund ver­steck­en und abhauen. Mein Mäd­chen bekommt kein­er mehr.

    Flauschige Grüße
    San­dra & Shi­va

    1. Ja genau das was du schreib­st ich auch die Grund­lage von der all­ge­meinen juris­tis­chen Auf­fas­sung.
      Nie­mand, der einen Hund aus dem Tier­heim zu sich nimmt, geht davon aus, dass er ihn “ver­wahrt” oder “mietet”. Man geht davon, dass das “Geschäft” wie ein “Kauf” ist. Ich bezahle die Schutzge­bühr und nehme das Tier mit.
      DIese Verträge sind wirk­lich unver­schämt

  2. Das ist echt inter­es­sant.
    Einen Hund habe ich zwar noch nie aus einem Tier­heim geholt, dafür aber meine Kan­inchen.
    Und für das eine kam dann tat­säch­lich ein halbes Jahr später eine Frau vor­bei, die guck­en wollte, wie sie hier leben.
    Ich habe nichts zu ver­ber­gen in der Hin­sicht und habe sie guck­en lassen, war auch alles gut. Aber meine Mut­ter meinte auch zu mir, die würde solche Leute gar nicht erst rein lassen — und damit ist sie dann im Recht, ja?

    Ich ver­stege gar nicht, wie die Tier­heime und Orgas auf die Idee kom­men, dass denen das Tier nach dem Kauf noch gehören würde… unglaublich! 😮

    Liebe Grüße
    Ali­na

    1. Man muss die nicht rein­lassen. Das ver­stößt gegen das Per­sön­lichkeit­srecht und die Klausel im Ver­trag ist ohne­hin unwirk­sam

      1. Das stimmt, aber ich kann mir vorstellen das viele Leute denken sie seien auf Grund des Ver­trages im Unrecht und zahlen dann beispiel­sweise aus Angst vor einem Prozess ein­fach die Ver­tragsstrafe, oder lassen sie eben ins Eigen­heim rein.

  3. Das ist ja krass und war mir so nicht bewusst. Wir haben mehrere Klein­tiere aus dem Tier­heim und da standen solche Dinge auch drin.

    Das Prob­lem sehe ich nur: wenn man so einen Ver­trag nicht unter­schreiben will, wer­den die einem das Tier sicher­lich nicht geben :-/

  4. So etwas ist eine reine Frech­heit.
    Ich kön­nte es ver­ste­hen, wenn es sich um einen begren­zten Zeitraum nach Ver­tragsab­schluss han­deln würde, wo geschaut wer­den soll ob sich das neue Frauchen oder Her­rchen auch wirk­lich gut um das Tier küm­mert und ob keine unvorherge­se­hen Prob­leme aufge­treten sind. Oder das man sagt zu einem späteren, fest­gelegten Zeit­punkt macht man einen Besuch wie es Men­sch und Hund mit der Sit­u­a­tion geht.
    Aber sich vorzube­hal­ten das Tier ein­fach wieder mit­nehmen zu kön­nen, jed­erzeit über den Aufen­thalt informiert zu wer­den und auch noch eine Ver­tragsstrafe? Das ist wirk­lich mehr als unver­schämt. Zumal es (lei­der) immer noch viele Leute gibt die sich einen Ver­trag nicht ganz genau durch­le­sen, und auch nicht das nötige Hin­ter­grund­wis­sen haben um solche Klauseln als wider­rechtlich zu durch­schauen. Das klingt für mich regel­recht nach Betrug, fast schon nach gewerb­smäßi­gen Betrug.
    Schade ist nur, das dabei wie immer die Tiere auf der Strecke bleiben, sei es das sie aus einem neuen Zuhause wieder her­aus­gez­er­rt wer­den und/oder immer weit­erg­ere­icht wer­den. Und schade ist auch, dass das Ver­trauen in sämtliche Tier­schutzvere­ine dabei ver­loren geht. 🙁

    1. Ich sehe das ganz ähn­lich.
      Das ist auch der Grund, warum ich diesen Artikel schreibe und hoffe, dass möglichst viele ihn lesen.
      Ich kann auch ver­ste­hen, dass man vere­in­bart, sich vielle­icht nochmal zu tre­f­fen oder ähn­lich­es. Aber in erster Lin­ie ist es Auf­gabe der Behör­den den Tier­schutz zu wahren und nicht die Auf­gabe der Tier­heime. Krass finde ich auch, dass Mitar­beit­er bezahlt wer­den, damit die durch die Gegend fahren und nach den tieren guck­en, während in den Tier­heimen an sich an allen Eck­en und Enden Geld gebraucht wird…

  5. Bei mir ist die Lage ganz schräg. Mein Hund kommt aus Ital­ien. Ein halbes Jahr nach der Ver­mit­tlung meldete sich die Dame von der Pflegestelle (die selb­st in dem ver­mit­tel­nden Tier­schutzvere­in aktiv ist), um mit mir etwas abzus­tim­men. Sie sagte, die ital­ienis­chen Behör­den wür­den Pflegestellen nicht akzep­tieren, nur End­stellen. Ein Tier kön­nte nicht aus­reisen, sofern nicht der (endgültige) Besitzer genan­nt wer­den kann. Deshalb gelte sie nach wie vor als Besitzerin des Tieres. Immer wieder gibt es Stre­it zwis­chen ital­ienis­chen Behör­den und deutschen Tier­schutzvere­inen (das stimmt und ist vielfach nachzule­sen). In Ital­ien wird ver­bre­it­et, Deutsche wür­den die Tiere zu Tierver­such­szweck­en aus dem Land schleusen. Deshalb seien Fälle bekan­nt, in denen ital­ienis­che Behör­den die deutsche Polizei um Amt­shil­fe bit­ten und die Beamten zu den Hun­debe­sitzern schick­en, um zu ermit­teln, ob die Tiere noch dort sind und ob es ihnen gut geht. Angesichts des Zus­tands der Tiere in Ital­ien ein absur­der Vor­gang. Nun ist ja mein Hund nicht mehr bei der ange­blichen Besitzerin und deshalb wollte sie eine Sto­ry mit mir abstim­men, dass der Hund zu mir kam, weil er mit einem Hund von ihr nicht verträglich war. Würde die Polizei vor mein­er Tür ste­hen, sollte ich das bestäti­gen. Absurd das alles. Natür­lich habe ich mich von Anfang an bei Tas­so, dem Deutschen Heimtier­reg­is­ter und im Heimtier­ausweis als Besitzerin ein­tra­gen lassen. In meinem Hund steck­en Gesund­heit­skosten in Höhe eines Klein­wa­gens, ich habe sie mit ein­er Ver­let­zung, chro­nis­chen Schmerzen und diversen Par­a­siten über­nom­men und es ist eine groteske Vorstel­lung, dass sich jemand meinen Hund holen will oder dass eine ital­ienis­che Behörde, die ihn hat ver­rot­ten lassen, sich bemüßigt fühlt, nach seinem Woh­lerge­hen bei mir zu fra­gen. Zum Glück hat die Polizei nie gek­lin­gelt. Ich hät­ten den Beamten gefragt, ob er noch alle Lat­ten am Zaun hat.

  6. Ich finde deine neue Serie zum Recht richtig gut!

    Also ich habe während meines Studi­ums im Tier­heim Mün­ster ehre­namtlich gear­beit­et, deshalb kenne ich nur die dor­ti­gen Verträge und bin sehr irri­tiert von deinen Schilderun­gen. Man sollte doch meinen, dass es um die gute Ver­mit­tlung von Tieren geht. Dort war es so, dass das Tier­heim sich ein Eigen­tum­srecht für 1 Jahr vor­be­hal­ten hat und der neue Besitzer direkt informiert wurde, dass man sich nach ein­er angemesse­nen Eingewöh­nungszeit in die neue Umge­bung die Leben­sum­stände ein­mal per­sön­lich anschauen möchte. Ich habe solche Besuche auch durchge­führt, für die wir extra geschult wur­den und es immer klar war, dass das auf Frei­willigkeit der Besitzer beruht. Die Besuche waren übri­gens immer sehr nett. Eben­falls war ganz klar, dass man keine Hand­habe im Sinne von “ein Tier ein­fach mit­nehmen hat” und ggf. auss­chließlich die Möglichkeit beste­ht den Amtsvet­er­inär einzuschal­ten falls man den Ein­druck hat ein Tier wäre in Gefahr.

    Selb­st habe ich einen Kater aus dem Tier­heim Bad Salzu­flen gehabt, die das ganz clever lösen und das Tier zum neuen Besitzer brin­gen und so ein­mal schauen ob die gemacht­en Angaben stim­men. Auch das habe ich nicht als Ein­griff son­dern als gute Tier­schutzarbeit emp­fun­den.

    Aus mein­er Zeit in Mün­ster kann ich aber auch bericht­en, dass wirk­lich auch sehr unser­iöse Men­schen ver­suchen ein Tier aus dem Tier­heim zu erhal­ten und die Tier­schutzvere­ine nur ver­suchen sich abzu­sich­ern und vorzu­sor­gen. Offen­sichtlich schießen viele vol­lkom­men über das Ziel hin­aus, aber generell wollen doch die meis­ten nur das Beste für die Tiere.

    Liebe Grüße
    Michelle

  7. Die Verträge sind oft noch in weit­eren Teilen ungültig und diese Pas­sagen kann man get­rost stre­ichen oder auch ste­hen lassen .. es ist egal
    — die Kas­tra­tionspflicht .… ist schon inter­es­sant dass ein Tier­schutzvere­in einen Geset­zesver­stoss vorschrieben möchte, denn Ampu­ta­tione­nen an Tieren sind in D nur im Kran­heits­fall erlaubt .. eine Kas­tra­tion eines gesun­den HUn­des ist ein Ver­stoß dage­gen

    - das Ver­bot einen bes­timmten Sport mit dem Hund zu betreiben … genau­so ver­rückt. Ich habe das Tier gekauft .. ich kann damit machen was ich möchte, ob das im Sinne des Tieres ist sollte ich dabei natür­lich bedenken, aber auf keinen Fall kann der Tier­schutzvere­in bes­tim­men, was ich damit für Sport betreibe

  8. Ich habe 2 Hunde aus dem Tier­schutz und mal ganz ehrlich, was spricht bitte gegen eine Nachkon­trolle? Ich habe nichts zu ver­ber­gen und finde es gut das Nachkon­trollen durchge­führt wer­den. Ein Hund stammt von einem Vere­in den ich zuweilen unter­stütze mit Vorkon­trollen (und Nachkon­trollen). Der Hund ist auch auf dem Vere­in einge­tra­gen. Zudem weiß ich das schon 2 Hunde zu dem Vere­in zurück kamen. weil der Vere­in vor Gericht gezo­gen ist, weil es den Hun­den schlecht ging. Viele Vere­ine scheuen den Weg über das Gericht, weil es lang­wierig ist und viel Geld kostet.

    1. Es spricht nichts gegen Nachkon­trollen, solange es sich tat­säch­lich um eine solche han­delt. Nicht sel­ten melden sich Man­dan­ten bei mir und bericht­en, dass sog. Außen­di­en­st­mi­tar­beit­er den Hund ein­facfh mitgenom­men hät­ten. Ohne Grund.
      Wie lange so ein Prozess dauern kann, weiß ich nur zu gut. Das ist mein täglich Brot als Anwältin im Tier­recht.
      Es gibt viele Tier­schut­zor­gan­i­sa­tio­nen, die einen tollen Job machen. Lei­der gibt es auch viele, die lediglich nach Gewinn streben und denen es kein Stück um das Tier geht.

  9. Hal­lo,
    ein super Blog. Und mit diesem Beitrag bei mir voll ins schwarze getrof­fen. Wir haben grade einen Hund von einem TSV über­nom­men und in dem Abgabeve­trag ste­ht, dass wir den Hund nicht ohne Benachrich­ti­gung des TSV an Dritte weit­ergegeben dürften. Der Vere­in behalte sich aber vor das Tier in seine Obhut zurück­zunehmen.
    Weit­er vorne im Ver­trag überträgt der Vere­in dem Hal­ter die voll­ständi­ge finanzielle Ver­ant­wor­tung sowie die Haf­tung für den Hund.

    Jet­zt nehmen wir mal an, der Hund verträgt sich abso­lut nicht mit den Kindern (beißt) oder ein­er von uns entwick­elt eine Tier­haar­al­lergie, dass wären die einzi­gen Gründe den Hund wiederzugeben, dann würde ich dem Hund gerne sel­ber ein neues Zuhause suchen. Und ja, ich würde auch sel­ber die Ver­mit­tlungs­ge­bühr behal­ten wollen, denn schließlich habe ich den Hund auch bezahlt und ihn gegeben­falls kas­tri­eren lassen etc.

    Wie ist das rechtlich. Dürfte der TSV die Ver­mit­tlungs­ge­bühr erneut kassieren? Bei unserem Hund ist das näm­lich so gelaufen, dass das Paar den Hund nicht behal­ten kon­nte, wir aber die Gebühren an den TSV bezahlt haben. Das würde mich echt inter­essieren. Hat mich näm­lich gewun­dert.

    Und noch was zum The­ma TSV. Was haben die Leute eigentlich für Qual­i­fika­tio­nen? Ich kön­nte ja schließlich auch einen Vere­in grün­den…

    1. Hal­lo,
      also diese Klausel, dass der Hund nicht wirk­sam an Dritte über­tra­gen wer­den kann, ist so schon mal nicht kor­rekt. Du bist als Eigen­tümer auss­chließlich ver­fü­gungs­befugt und eine solche Klausel hin­dert dich nicht daran, dem HUnd im Ern­st­fall selb­st ein neues Zuhause zu suchen.
      Dem­nach ste­ht dem TSV auch kein Anspruch auf eine erneute Ver­mit­tlungs­ge­bühr zu. Lei­der habe ich schon oft TSV gese­hen, die Hunde wieder aus den Fam­i­lien holen, ganz gezielt um erneut die Gebühr kassieren zu kön­nen.
      Qual­i­fika­tio­nen? 😀 Ich sag da mal nix zu 😀
      Es gibt sich­er zahlre­iche Organ­si­a­tio­nen die super Arbeit leis­ten. Es gibt aber auch min­destens genau­so viele schwarze Schafe…
      Tier­schutz ist ein sen­si­bles The­ma, welch­es lei­der von vie­len aus­genutzt wird. Es fängt ja schon damit an, dass 10 Jahre alte gesunde Hunde, die ihr Leben lang auf der Straße gelebt haben, einge­fan­genh und ver­mit­t­let wer­den. Warum? Es geht ja nicht jedem Straßen­hund schlecht. Und anschließend wun­dern sie sich, dass die HUnde in ein­er 70 qm Woh­nung unglück­lich sind und abhauen…

      1. Lässt sich die Aus­sage, dass daß Ver­bot der Weit­er­gabe ungültig ist denn ver­all­ge­mein­ern, oder sollte man so einen Ver­trag (angenom­men da stünde keine Ver­tragsStrafe drin) noch ein­mal prüfen lassen?

        Im Inter­net ste­hen ja soviele ver­schiedene Mei­n­un­gen.

  10. Hallo,mein Fall liegt ähn­lich. Ich habe von einem TSV der Tiere aus Spanien vermittelt,einen Kater adoptiert,mit Schutzver­trag und Vorkon­trolle. Lei­der stellte sich heraus,dass das Tier ‚es hat fast sein ganzes Leben in dem Tier­heim verbracht,entgegen der gemacht­en Angaben,sehr verängstigt war,und sich daher abso­lut nicht mit meinen anderen Katzen vertrug. Ich habe die zuständi­ge Dame von dem TSV darüber informiert,die aber nichts unter­nahm (außer Bach­blü­ten­ther­a­pie u.ä. vorzuschlagen).Da der Zus­tand für alle Katzen unerträglich wurde ‚mit der Zeit lei­der schlim­mer als besser,habe ich den Kater auf eigene Faust,an eine nette Fam­i­lie vermittelt,aber nur eine rel­a­tiv geringe Schutzge­bühr verlangt,ohne Kosten für Flug etc. ‚da es mir nur darum ging,dass es den Tieren bess­er geht. Sowohl für den Kater aus Spanien,wie auch für die anderen Katzen war das eine gute Lösung,alle sind jet­zt glück­lich und zufrieden. In dem Schutzver­trag ste­ht natür­lich auch,dass ich das nicht hätte tun dür­fen. Hat der TSV das Recht,zu wissen,wo der Kater ist,und ihn ggf. wieder aus dieser Fam­i­lie zu reißen ? Er ist sowieso schon ver­stört genug,es wäre eine Katas­tro­phe für das Tier,das dort endlich zur Ruhe gekom­men ist,und auch für diese Familie,die ihn sehr liebt. (ich habe den Kater per­sön­lich dor­thin gebracht,mich davon überzeugt,dass es ihm dort gut geht,und ständi­gen Kon­takt mit den Leuten).

    1. Ich kann hier öffentliche keine Rechts­ber­atung erteilen. Nur so viel: Ihr seid als Eigen­tümer allein ver­fü­gungs­befugt und kön­nt das Eigen­tum wirk­sam an Dritte über­tra­gen

      1. Vie­len Dank,mehr wollte ich auch nicht wis­sen. Ich hat­te nur Angst,der TSV,der evtl. noch eine Nachkon­trolle machen will,könnte sich auf den Schutzver­trag berufen,und den Kater zurückfordern,bzw. auch eine Ver­tragsstrafe ver­lan­gen.

  11. Hallo„die Seite ist sehr inter­es­sant! Ich habe auch ger­ade ein ähn­lich­es Prob­lem. Ich helfe unter anderem auch einem rumänis­chem Vere­in und übernehme Hunde,welche in Deutsch­land schon ver­mit­telt wur­den. Oft müssen die Hunde aber aus unter­schiedlichen Grün­den schnell weg,weil die Leute nicht mit den Tieren klarka­men oder mehrfach bebis­sen haben etc.Ich hat­te jet­zt über ein Jahr einen Schä­fim­ix bei mir gehab­tund habe mir viel Arbeit gemacht,einen“netten“Hund aus ihm zu machen.Endlich habe ich eine nette,hindeerfahrene Fam­i­lie gefunden.Jetzt will der Vere­in alle Dat­en der Leute,sowie eine 2.Schutzgebühr von mir und hat mir zum Dank für meine jahre­lan­gen Bemühun­gen mit einem Anwalt gedro­ht! Ich bin ganz fer­tig darüber.…

  12. Hallo,es geht nochmal um den mit Schutzver­trag aus Spanien adop­tierten Kater, den ich auf eigene Faust ver­mit­telt habe, weil er sich mit meinen Katzen nicht vertrug. Vor Kurzem wollte ich eine Katze aus ein­er Tötungssta­tion in Weißrus­s­land adop­tieren. Es schien alles soweit geregelt, nur dass sich anstatt deren Vorkon­trolle, die Dame von dem TSV , der den Kater aus Spanien ver­mit­telte , meldete um eine Nachkon­trolle zu machen. (Nach­dem ca. ein halbes Jahr nie­mand mehr nach dem Kater gefragt hat). Ich habe ihr dann erk­lärt, dass er nicht mehr bei mir ist, und warum. Noch am sel­ben Tag erhielt ich eine Absage für die Katze aus der Tötung, mit der Begrün­dung, man habe “schlechte Mel­dun­gen” über mich erhal­ten- was und von wem könne man mir nicht sagen. Durch Nach­fra­gen war aber festzustellen, dass es sich um das Brechen des Schutzver­trages des anderen TSV han­deln musste . ( Diese Leute, die die Tiere aus der Tötung ver­mit­teln sind noch nicht mal ein TSV). Eine Klarstel­lung, warum ich so gehan­delt habe, war nicht erwünscht,bzw. fand keine Beach­tung. Auf ihrer Face­book­seite wurde ich sofort geblockt.-Ich kann nicht begreifen, wie solchen ange­blichen Tier­schützern und Tier­ret­tern ein Stück Papi­er wichtiger sein kann, als das Wohl der Tiere. Die neuen Besitzer des Katers wären sog­ar bere­it gewe­sen, eine Kon­trolle über sich erge­hen zu lassen,um zu beweisen, dass es dem Tier gut geht, von diesem TSV hat sich aber nie­mand mehr gemeldet.…(Zum Glück gibt es auch TSV, die anders drauf sind !)

  13. @Michelle, die solche Verträge völ­lig OK find­et.
    Bei deinem Tier­heim behielt sich das Tier­heim 1 Jahr das Eigen­tum vor.
    Du bist dann dahin marschiert und alle waren immer nett…
    Klar, wenn die Stasi kam, haben auch alle gekuscht. Wer will sich auch den Hund wieder von ein­er “Stu­dentin” abnehmen lassen?
    Ich finde das im höch­sten Maße furcht­bar! Als wenn die im Tier­heim leben­den Hunde, die ohne Indika­tion Tiere ver­stüm­meln
    (Amputieren von Repro­duk­tion­steilen) dort gut aufge­hoben wären. Mir tun alle Hunde leid, die dort trau­ma­tisiert wer­den und ihrer Unversehrtheit beraubt wer­den und oft ein Leben lang Schmerzen und Lei­den haben dadurch.
    Statt dessen propagieren die ange­blichen Tier­schützer noch, wie toll Ampu­ta­tio­nen sind.
    Ach ja?
    Eigentlich soll­ten man diese grund­losen Massenkas­tra­tio­nen an wehrlosen Hun­den anzeigen.
    Und dann noch ein Leben lang auf Eigen­tum pochen aus der Ferne und ordentlich kassieren.
    Wer den Hund nicht kas­tri­eren lässt, dem wird der Hund wieder abge­holt.
    Was für Sadis­ten, diese ange­blichen Tier­schützer und Schutzver­tragshun­de­v­er­mit­tlerbe­sitzer.
    PS: Nie­mand unterzieht sich oder seine Lieb­sten unnöti­gen OP’s, die immer Risiken haben und Fol­gen.
    Und Stu­den­ten haben keine Lebenser­fahrung, wie man sieht führen sie ohne zu über­legen aus, das gab es im Drit­ten Reich auch gerne.
    Danke für die herz­er­wär­mende Diskus­sion, Sab­ri­na. 🙂
    Das regt mich wirk­lich auf, was da alles schief läuft.

  14. Ich habe mir jet­zt nochmal alles durchge­le­sen und frage mich wo die Rechte für die Tier­schutzvere­ine bleiben? Die meis­ten Vere­ine, sind über jedes ver­mit­telte Tier froh, welch­es in guten Hän­den lan­det und ich frage mich bei eini­gen Aus­sagen schon, was die Adop­tan­ten zu ver­ber­gen haben, wenn sie nicht mal den Men­schen, die oft ihre Freizeit opfern um den Tieren zu helfen die Auskün­fte voren­thal­ten wie es dem Tier geht? Das hat ja nicht mal was mit “ungülti­gen Verträ­gen” zu tun, son­dern eigentlich mit Charak­ter. Mich würde mal inter­essieren, was die Men­schen hier bewegt, den Ehre­namtlichen, die für die Tiere kosten­los arbeit­en Auskün­fte über das Wohl der Tiere zu geben? Aber wie Sie schreiben, die Behör­den sind zuständig! Wenn sich Adop­tan­ten gar nicht mehr melden, geht unsere Vor­sitzende davon aus, dass es dem Tier nicht gut geht und wie schon beschrieben, reagiert das Vet­er­inäramt auch auf Ver­dacht. Wie oben erwäh­nt, haben wir in den let­zten Jahren 2 Hunde zurück geholt, weil sich der Ver­dacht bestätigt hat. Somit hat man als TSV doch noch etwas hand­habe.

    1. Das Prob­lem beste­ht ein­fach darin — und das wer­den Sie auch wis­sen — dass sehr viele “Tierschutz“organisationen nicht im Wohle der Tiere han­deln, son­dern das Geld sehen. Sie glauben gar nicht wieviele Tier­schut­zor­gan­i­sa­tio­nen damals im Rah­men mein­er Arbeit als Recht­san­wältin auf mich zugekom­men sind und gefragt haben, ob ich darin unter­stützen kön­nte, bes­timmte Tiere wieder aus den Fam­i­lien zu holen. Die Gründe waren haarstreubend. Es lag mehr als deut­lich auf der Hand, dass in so vie­len Fällen das Ziel gewe­sen ist, die Schutzge­bürh dop­pelt und dreifach zu kassieren.
      Ich ziehe meinen Hut vor der Arbeit von ser­iösen Tier­schut­zor­gan­i­sa­tio­nen, aber ich ver­ste­he auch die Men­schen, die einen Hund zu sich holen. Das Eigen­tum — so rechtlich wie es jet­zt klingt — jet­zt auf den Käuer über. Rechen­schaft ist hier nie­mand mehr schuldig. Zständig für das Wohl der Tiere ist das Vet­erniäramt, nicht die Tier­schut­zor­gan­i­sa­tion. Ich kann ver­ste­hen, dass das Herz ein Stück weit an jedem ver­mit­tel­ten Tier hängt, aber Züchter — um hier mal eine Par­al­lele zu ziehen — haben auch kein Recht ein­fach so vor der Tür der WElpenkäufer zu ste­hen und nach dem Tier zu schauen. Die haben auch kein Recht über eine KAs­tra­tion zu entschei­den.
      In vie­len Fällen geht der Wille über das Tier zu bes­tim­men ein­fach viel zu weit.
      In dem Moment, in dem ein Tier ver­mit­telt wird, geht es auf den neuen Besitzer über. Rechen­schaft muss dieser nicht mehr able­gen. Da kann in den Ver­mit­tlungsverträ­gen ste­hen was will. Das ist ein­fach über­zo­gen und rechtlich unwirk­sam.
      Die Zuständigkeit liegt hier bei dem Vet­er­inäramt.

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