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[So haftet ein Hundehalter.] Anzeige

Sowohl in meinem All­t­ag als Hun­de­hal­terin sowie zu mein­er Zeit als Recht­san­wältin im Bere­ich des Tier­rechts bekam ich immer wieder den Ein­druck, viele Hun­de­hal­ter glauben, sie wür­den sich in einem rechts­freien Raum befind­en. Dass jedem Hun­de­hal­ter eine Auf­sicht­spflicht zukommt, scheinen vie­len zu ver­drän­gen. „Der Hund ist doch ver­sichert“ ist kein sel­ten gehörter Satz. Fakt ist jedoch: Sollte der eigene Hund einen Schaden verur­sachen, kann dies unter Umstän­den sehr teuer wer­den. Nicht sel­ten führte dies zu Entset­zen und Fas­sungslosigkeit desjeni­gen Hun­de­hal­ters, der sich zuvor äußerst rück­sicht­s­los ver­hielt. Daher sollte jed­er Hun­de­hal­ter einige Grund­sätze beherzi­gen und verin­ner­lichen.

Die Aufsichtspflicht

Zunächst ein­mal trifft jeden Hun­de­hal­ter eine gewisse Auf­sicht­spflicht. Das bedeutet ganz grob gesprochen, dass man alle erforder­lichen Vor­sichts­maß­nah­men tre­f­fen muss, um eine Gefährdung ander­er auszuschließen. Es darf also keine andere Per­son oder Sache zu Schaden kom­men. Und selb­st bei einem aus­ge­bilde­ten Hund bleibt auf­grund der Unberechen­barkeit der Tiere immer ein gewiss­es Risiko beste­hen. Es reicht ein klein­er Moment der Unaufmerk­samkeit oder eine Schreck­sekunde und die Katas­tro­phe ist da. Ich habe auch lange Zeit gedacht, meine Hunde und ich wären von einem solchen Risiko nicht betrof­fen – immer­hin sind bei­de schuss­fest. Den­noch musste auch ich die Erfahrung sam­meln, dass Hunde unberechen­bar sind. Wir sind an ein­er Haupt­straße ent­lang gegan­gen, die Queen in- und auswendig kan­nte. Vor ein­er Gast­stätte stand ein großer sil­ber­nen Aschen­bech­er, genau an dem­sel­ben Platz wie son­st auch. Ich weiß nicht, ob sie ihn an diesem Tag das erste Mal bemerk­te oder ob es an den Lichtver­hält­niss­es lag, jeden­falls hat sie sich der­art erschrock­en, dass sie einen riesen Sprung nach rechts machte – genau auf die Fahrbahn. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn genau in dem Moment ein Auto dort ent­lang gefahren wäre oder wie die Sit­u­a­tion ver­laufe wäre, wenn Queen nicht angeleint gewe­sen wäre.

Einige Hun­de­ver­bände bieten Übungsstun­den und Lehrgänge an, bei denen der Hun­de­führer das richtige Ver­hal­ten gegenüber Men­schen und anderen Tieren lernt. In eini­gen Hun­de­schulen kön­nen Sachkun­de­nach­weise erlangt und Prü­fun­gen dies­bezüglich abgelegt wer­den. Im Falle eines Schadensereigniss­es kann ich sagen, dass die Recht­spo­si­tion eines aus­ge­bilde­ten Hun­des sowie des sachkundi­gen Hun­de­hal­ters defin­i­tiv die bessere ist, als die des uner­fahre­nen Besitzers eines untrainierten Hun­des.

Die Gefährdungshaftung

Jed­er Hun­de­hal­ter ist verpflichtet für den Schaden aufzukom­men, der sein Tier verur­sacht hat. Dies bes­timmt § 833 BGB. Hier­bei han­delt es sich um eine soge­nan­nte Gefährdung­shaf­tung. Das bedeutet, dass der Hun­de­hal­ter unab­hängig von seinem Ver­schulden für alle von seinem Hund verur­sacht­en Schä­den aufkom­men muss. Diese Haf­tung begin­nt bei dem ver­wüsteten Garten des Nach­barn, geht über Beißvor­fälle bis hin zur beschmutzten Klei­dung auf­grund eines Hun­des, der fremde Men­schen anspringt. Eben­so führt völ­lig willkür­lich­es Ver­hal­ten des Hun­des zu ein­er Haf­tung seines Hal­ters, wenn sich dieser zum Beispiel erschrickt, auf die Straße läuft und einen Verkehrsun­fall verur­sacht. Das Amts­gericht Frank­furt ging in einem Urteil sog­ar soweit, dass der Tier­hal­ter selb­st dann haftet, wenn jemand vor seinem Hund davon­läuft und sich hier­bei ver­let­zt. Auch in Abwe­sen­heit des Tier­hal­ters endet die Haf­tung nicht, denn auch hier beste­ht die Pflicht dafür zu sor­gen, dass der Hund keinen Schaden verur­sachen kann. Wird der Hund jedoch als Nutzti­er gehal­ten, wie zum Beispiel bei einem Förster, so kann sich der Hal­ter von der Haf­tung befreien, wenn er beweisen kann, dass er die erforder­liche Sorgfalt beachtet hat.

Fraglich ist noch, inwieweit der Hun­de­hal­ter haftet, wenn er das Tier in Obhut gegeben hat und während dieses Zeitraumes ein Schaden ent­standen ist. Han­delt es sich hier­bei um Hun­de­pen­sio­nen oder Hun­de­sit­ter (mit denen ein – wenn auch mündlich geschlossen­er – Ver­trag zus­tande gekom­men ist), trägt der Tier­hüter die Ver­ant­wor­tung für das Ver­hal­ten des ihm über­lasse­nen Hun­des, wenn er die erforder­liche Sorgfalt außer Acht gelassen hat. Zudem trägt jedoch auch der Hun­de­hal­ter die Ver­ant­wor­tung für sein Tier, sodass gegebe­nen­falls Tier­hüter und Hal­ter zusam­men haften. Wenn kein Ver­trag geschlossen wor­den ist, han­delt es sich bei der Betreu­ung eines Hun­des um eine Gefäl­ligkeit. Auch hier haftet der Tier­hal­ter unab­hängig von seinem Ver­schulden im Falle eines Schaden­sein­tritts. Der Gefäl­lige haftet nur dann, wenn ihm grobe Fahrläs­sigkeit vorge­wor­fen wer­den kann. Dies wäre zum Beispiel dann anzunehmen, wenn der Hun­de­hal­ter aus­drück­lich darauf hingewiesen hat, dass der Hund nicht ohne Leine laufen darf, der Gefäl­lige diesen aber den­noch ableint. Schä­den, die der Hund bei seinem Betreuer verur­sacht, wer­den eben­falls dem Hun­de­hal­ter in Rech­nung gestellt.

Zum Umfang der Haf­tung ist festzustellen, dass der Hun­de­hal­ter grund­sät­zlich für den gesamten Schaden aufkom­men muss. Hat der Geschädigte jedoch einen Teil dazu beige­tra­gen, dass es zu dem Schaden gekom­men ist, so kann dieses Mitver­schulden bei der Haf­tung berück­sichtigt wer­den. Diese Sit­u­a­tion würde zum Beispiel dann vor­liegen, wenn jemand einen frem­den Hund stre­ichelt oder sich ein Hun­de­hal­ter in eine Beißerei zweier Hunde beg­ibt und hier­bei ver­let­zt wird. Es kann sog­ar dazu kom­men, dass die Haf­tung des Hal­ters kom­plett aus­geschlossen wird. Als Beispiel lässt sich hier unter Umstän­den das Warn­schild vor freilaufend­en Hun­den am eingezäun­ten Grund­stück nen­nen. Allen Gartenbe­sitzern ist also in jedem Fall zu rat­en,  an den Ein- bzw. Aus­gän­gen des Gartens ein entsprechen­des Warn­schild aufzuhän­gen. Ob der Hund nun tat­säch­lich „bis­sig“ ist oder nicht – sich­er ist sich­er. Mit­tler­weile gibt es mehr als nur das typ­is­che „Vor­sicht vor dem bis­si­gen Hund“ Schild. Dem eige­nen Humor sind hier keine Gren­zen geset­zt. Von ein­er Liste bish­er gestell­ten „BVB Fans” bis hin zu lusti­gen Sprüchen wie „Ich brauche 5 Sekun­den bis zur Tür und du?” ist hier so gut wie alles vertreten. Im Schadens­fall hil­ft es und daher sollte man sich hier entsprechend absich­ern.

Wer einen Hund hält, befind­et sich also nicht in einem rechts­freien Raum. Wir alle kön­nen schnell vor dem Prob­lem ste­hen, dass unser Hund einen Schaden verur­sacht. Daher soll­ten wir uns der Gefahren bewusst sein und entsprechend vor­bere­it­et sein. In eini­gen Bun­deslän­dern ist eine Tier­hal­ter­ver­sicherung erst ab ein­er bes­timmten Größe des Hun­des vorgeschrieben. Wenn man bedenkt, dass man für jeden von seinem Hund verur­sacht­en Schaden haftet, sollte man sich über­legen, ob eine Haftpflichtver­sicherung nicht in jedem Fall bei jed­er Größe abgeschlossen wer­den sollte.

Jedem, der noch auf der Suche nach ein­er empfehlenswerten Tier­hal­ter­haftpflichtver­sicherung ist, kann ich die Tar­ife der AGILA Haustierver­sicherung ans Herz leg­en. Hier kön­nt ihr euren Hund bere­its ab 4,08 EUR monatlich ver­sich­ern lassen.

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