So vielseitig können Futtersuchspiele sein

So vielseitig können Futtersuchspiele sein

Such­spiele ste­hen bei uns ganz oben auf der Liste unserer Beschäftigungsmöglichkeiten.

Fut­ter­such­spiele sind eine per­fekte Option, seinen Hund sowohl kör­per­lich als auch geistig beschäfti­gen zu kön­nen. Kop­far­beit gibt dem Hund eine art­gerechte Auf­gabe und ist lastet ihn aus.

In unserem konkreten Fall kommt hinzu, dass ich Queen auf­grund ihrer nicht per­fekt aus­ge­bilde­ten Ell­bo­gen nicht mit einer Ballschleuder über das Feld jagen würde. Dies würde ihr wahrschein­lich sowieso nicht gerecht wer­den, denn Queen ist ein Arbeit­shund. Sie braucht geistige Aus­las­tung. Stumpfes Ball wer­fen finde ich zudem sowieso mehr als daneben.

Püppi ist sehr aufge­dreht. Sie liebt es eine Auf­gabe zu bekom­men, aber sie ist oft sehr “angeknipst”. Man sieht förm­lich über ihrem Kopf die Gedanken­blase “Wo ist es? Wo? Wo? Ich hab es gle­ich. Gle­ich hab ich dich. Na los. Wo bist du?” Mit kon­trol­lierten Such­spie­len kann ich viel an der Impul­skon­trolle arbeiten und hole mir so ihre Aufmerksamkeit.

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Das hohe Gras

Der Klas­siker, der sich auch für Anfänger — Spür­nasen eignet. Man wirft einen oder mehrere Brocken in das hohe Gras und schickt seinen Hund in die Suche. Hunde, die sich wenig an ihrem Zweibein ori­en­tieren, kön­nen bei dieser Übung viel mit­nehmen. Man sagt den Namen des Hun­des oder schnalzt mit der Zunge. In dem Moment, in dem der Hund zu einem sieht, wirft man den Brocken. Er darf direkt hin­ter­her und wird durch das Fressen direkt belohnt. Um Abwech­slung hinein zu brin­gen oder um an der Impul­skon­trolle arbeiten zu kön­nen, kann man dem Hund vor­ein ein “sitz — bleib” geben und ihn erst auf das Kom­mando “such” losschicken.

Der Herbst hat begonnen und mit ihm auch der erste Laub­fall. Auch hier kön­nen Fut­ter­brocken ver­steckt wer­den. Habt ihr schon ein­mal auf einem Sandweg Fut­ter­brocken ver­steckt und den Hund in die Suche geschickt? Auf Sand­bö­den zu suchen ist für den Hund anspruchsvoller und so kann man allein durch die ver­schiede­nen Unter­gründe Abwech­slung in die Fut­ter­suche bekom­men und den Schwierigkeits­grad verändern.

Der Baumstamm

Bäume findet man über­all. Viele haben eine sehr struk­turi­erte Rinde. Diese eignet sich super, um in die Rillen kleinen Fut­ter­brocken zu stecken. Der Hund muss hier­bei also nicht nur am Boden suchen, son­dern in der gesamten Rinde des Baumes. Fut­ter­brocken kön­nen so hoch ver­steckt wer­den, dass der Hund sich auf die Hin­ter­beine stellen muss. So wer­den zusät­zlich Muskel­grup­pen beansprucht, die sonst eher sel­ten einge­setzt werden.

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Suchen im Dreieck

Um die Impulse stärker kon­trol­lieren zu kön­nen, eignet sich die Suche im Dreieck. Hier­bei müssen die Hunde sich extrem konzen­tri­eren und auf jedes Wort bzw. die Kör­per­sprache genau achten. Der Hund bekommt ein “sitz — bleib” und wir ver­stecken oder wer­fen einen Fut­ter­brocken. Anschließend ent­fer­nen wir uns einige Meter von dem Hund (bilden mit dem Fut­ter­brocken und dem Hund sozusagen ein Dreieck) und rufen ihn zu uns. Er muss also statt zu dem ver­stecken Fut­ter zu uns kom­men. Erst anschließend schicken wir den Hund mit einem “such” los. Hier­bei achte ich immer darauf, dass ich mich so hin­stelle, dass die Hunde den Fut­ter­brocken “aus den Augen ver­lieren”. Oft beoachten sie mich genau und ver­fol­gen die Flug­bahn eines gewor­fe­nen Leck­erlis. Kom­men sie zu mir, schauen sie in eine andere Rich­tung und sind anschließend gezwun­gen mit der Nase zu suchen.

Hier kann man natür­lich ganz viele Unter­schiede ein­bauen. Statt erst zu rufen, kann man den Hund auch direkt in die Suche schicken, aber auf hal­ben Weg “platz”, “sitz” oder “bleib” und dann erst “such” — oder zwis­chen­durch nochmal zu einem rufen. Hier kann man wirk­lich super viele Kleinigkeit ändern. Queen zum Beispiel kennt ver­schiedene Pfeifftöne, sodass ich hier oft mit der Pfeiffe arbeite. Ein kurzer Pfiff bedeutet, dass sie mir kom­men soll, ein Dop­pelp­fiff, dass sie sich hin­le­gen soll usw.

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Die liebe Susanne von der Strup­pibande arbeitet auss­chließlich non­ver­bal mit ihren Hun­den. Das finde ich super faszinierend und so ver­suche ich seit einige Tagen Such­spiele nur mit der Kör­per­sprache zu gestal­ten. Für Queen, die Such­spiele seit ihrer Welpen­zeit kennt, ist das noch ein­mal etwas Neues. Sie konzen­tri­ert sich sehr und man merkt ihr richtig an, dass sie Bock darauf hat. Für Püppi ist das eben­falls super. Wenn wir unter­wegs sind, ist sie zwar zuver­läss­sig abruf­bar, hat aber doch noch die ein oder anderen Flausen im Kopf. Eigentlich soll sie dem auch nachge­hen kön­nen, den­noch möchte ich, dass sie sich etwas stärker an mir ori­en­tiert. Wenn ich mit Queen alleine unter­wegs bin, muss ich nahezu nie etwas sagen. Sie kommt zu mir, wenn sie einen Hund sieht, bleibt ste­hen, wenn ein Fahrrad oder Jog­ger kommt. An Gabelun­gen wartet sie und all­ge­mein schaut sie sich immer wieder um oder läuft direkt neben mir. Mit Püppi sieht das natür­lich noch anders aus. Den­noch ist auch hier das Ziel, dass sie grund­sät­zlich lernt, auf mich zu achten und sich an mir zu ori­en­tieren. Auch für mich ist das eine tolle Übung, weil ich mehr über meine eigene Kör­per­sprache nach­denke. Arbeitet man hier deut­lich und klar, so ist es für den Hund viel ein­facher und es ist viel ver­ständlicher für ihn, was wir eigentlich wollen.

Püppi hat vor Kurzem das Apportieren voll­ständig erlernt. Sie bleibt neben mir sitzen und läuft erst los, wenn ich das Zeichen gebe. Ich arbeite auch hier seit eini­gen Tagen kom­plett ohne Sprache. Das hat den Vorteil, dass sie wirk­lich zu mir schauen muss, wann ich meinen Arm nach vorne strecke, damit sie los­ren­nen darf. Sonst würde sie näm­lich auf heißen Kohlen neben mir sitzen und nur zum Gewor­fe­nen star­ren. Die aus­gestreckte offene Hand sagt ihr, dass sie das Gewor­fe­nen dort hinein­le­gen soll. Das Klopfen auf meinen linken Ober­schenkel bedeutet, dass sie sich links von mir set­zen soll. Eine falche Hand in ihre Rich­tung sig­nal­isiert ein “bleib”.

Ich bin mir sicher, dass sie all das mit Sprache deut­lich langsamer erlernt hätte. Deut­liche Kör­per­sprache macht es den Hun­den wesentlich ein­fach und kann auch in der Fut­ter­suche seinen Platz finden.

Wir machen täglich Fut­ter­such­spiele und bauen diese immer unter­schiedlich auf. Das stärkt die Bindung, schafft eine art­gerechte Beschäf­ti­gung und sorgt für entspan­nte Hunde, weil sie erfol­gre­ich einer Auf­gabe nachge­hen konnten.

Wie gestal­tet ihr eure Such­spiele? Habt ihr noch weit­ere Ideen?

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Posted on: 27. September 2016Sabrina

6 Gedanken zu „So vielseitig können Futtersuchspiele sein

  1. Im Som­mer geben wir Wasser in ein Baby­plan­schbecken (diese blaue Muschel) und lassen dort Leck­erchen ein­tauchen. Die Hunde dür­fen die dann aus dem Becken raus­suchen. Natür­lich nicht direkt für draußen zum Gas­sige­hen aber für den Garten sehr gut geeignet auch als Abküh­lung für den Hund.

  2. Ich lasse Charly auch regelmäßig Leck­erchen suchen. Im Garten, im Wald oder auf den Wegen. Deinen Tipp mit dem Suchen im Dreieck kan­nte ich noch nicht. Den wer­den wir heute Nach­mit­tag gle­ich ein­mal aus­pro­bieren. Und Charly kennt die Kom­man­dos seit dem Welpenal­ter mit Worten und mit Zeichen. So kann ich beim Train­ing prima variieren.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

  3. Oh, der Beitrag ist genau für uns! Ich mache mit Aoki eigentlich täglich Futtersuch-Spiele, da für ihn Apportieren, Zerrspiele oder anderes oft ein­fach nicht so ansprechend ist. Fut­ter erschnüf­feln geht immer 🙂
    Das Suchen im Dreieck ist auch für uns neu, klingt aber nach einem super Training.

    Auf einer unserer Gas­sirun­den steht ein Baum mit einem am Ast fest­ge­bun­denem Seil, das mehrere dicke Knoten hat und bis zum Boden hängt. Ich ver­stecke dort oft Leck­erchen direkt an den Knoten. Das macht es etwas schwierig für Aoki, das Fut­ter am schwin­gen­den Seil zu erhaschen, da ist voller Kör­pere­in­satz gefragt 😉 aber er liebt es.

  4. Trainierst du mit bei­den Hun­den gle­ichzeitig oder nur mit jew­eils einem?
    Ich finde es mit zwei Hun­den super schwierig, wenn ich für die Eine ver­stecke guckt die Andere mich mit glasi­gen Augen an und möchte am lieb­sten gle­ich mit suchen…🤔 ich Wech­sel dann immer ab damit keiner zu kurz kommt…🐶🐶

    1. Ich trainere mit bei­den Hun­den gle­ichzeitig. Ver­stecke in der Regel mehrere FUt­ter­stücke im Gras oder in der Baum­rinde. Beide warten dann zusam­men und suchen dann zusam­men. Wir üben so aber auch das getren­nte Abrufen, sodass beide warten ich aber erst ein­mal einen Hund abrufe und den anderen dann wenige Sekun­den späte rzu einem anderen Ver­steck schicke. Zwis­chen­durch ver­stecke ich auch einen Brocken links vom Weg, den anderen auf der anderen Seite. Mit Handze­ichen schicke ich die bei­den dann zu ver­schiede­nen Stellen. Das klappt super.

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