Gesundheit

Wir waren bei der Physiotherapie — Queen berichtet

Meinem Frauli fallen ständig neue Sachen ein. Plöt­zlich hat sie wieder einen Floh im Ohr und dann muss sie das direkt in die Tat umset­zen. Denn wenn mein Frauli eins nicht hat, dann ist es Geduld.

Ihr neuster Ein­fall dreht sich um die Physiotherapie.

Wie ihr sicher wisst, habe ich keine per­fek­ten Ell­bo­gen. Ich habe zwar keine Prob­leme damit, aber Frauli hat ständig das Gefühl, etwas für mich tun zu müssen. Als sie gehört hat, dass ein riesen Phys­io­ther­a­pie — Zen­trum an unserer Tierklinik gibt, hat sie direkt einen Ter­min vereinbart.

Gestern war es dann soweit und wir haben uns auf den Weg gemacht.

Ich war natür­lich gar nicht begeis­tert, als ich bemerkte, wo wir hinge­fahren sind. Ich bin direkt auf die Wiese ger­annt. Frauli dachte, ich müsste wie let­ztes Mal ein Geschäft erledi­gen, doch ich wollte nur spie­len. *hihi*

Die Phys­io­ther­a­peutin war sehr nett.

Ich durfte zunächst auf einen Tisch und wurde am ganzen Rücken ordentlich durchgeknetet. Dabei habe ich einige Haare ver­loren, das war Frauli ganz schön unan­genehm. Na gut, es waren wirk­lich ganz schön viele Haare. Dabei hatte sie mich am Mor­gen noch gebürstet 🙂

Anschließend wurde bei mir irgendso ein Sys­tem angeregt. Das hat ganz schön gekribbelt. Ich habe zunächst ganz große Augen bekom­men, bin aber liegen geblieben. Schließlich wurde ich immer noch ordentlich geschnubbelt 🙂

Dann kam so ein rüt­tel­ndes Rad. Damit fuhr die Phys­iofrau immer über meinen Rücken und an meinen Beinen ent­lang. Das war komisch. Ich habe zunächst ver­sucht, in das sich drehende Rad zu beißen, hab aber dann gemerkt, dass es gar nicht schlimm ist.

Anschließend wurde es unheim­lich. Ich kam auf so ein Potest und wurde ganz nach oben gefahren. Der Boden war auf ein­mal ganz schön weit ent­fernt. Dann musste ich noch in so einen Glaskas­ten steigen und wurde herun­terge­fahren. Echt gruselig. Aber dann wurd es richtig cool. Der Kas­ten lief voll mit Wasser. Ich liebe Wasser. Und damit meine ich wild im Wasser spie­len und plantschen — schwim­men mag ich gar nicht.

Das Wasser kam also langsam immer höher und dann bewegte sich auch noch der Boden. Also wirk­lich: so etwas habe ich noch nie erlebt. Der Boden fuhr nach hin­ten weg, doch ich wollte bei Frauli bleiben, daher lief ich wieder zu ihr. Und direkt haben Frauli und die Phys­iofrau mich gelobt. Alles klar: also ein­fach nur laufen. Das bekomm ich hin. Der Boden bewegte sich etwas schneller und von vorne kam ein kleiner Wider­stand. Aber das war wirk­lich super. Ich bin ein­fach weiter gelaufen und fand das richtig cool. Frauli stand daneben und hat sich über irgend­was gefreut. Dabei bin ich doch nur gelaufen. Also wenn das schon reicht um sie glück­lich zu machen… 🙂

Hier sind noch ein paar Bilder, weil Frauli es ja mal wieder nicht lassen kon­nte, ihr blödes Handy rauszuholen…

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Die Phys­io­ther­a­peutin hat gesagt, dass ich eigentlich eine richtig gute Musku­latur hätte und kein­er­lei Muskelver­här­tun­gen. Zwis­chen­durch mal in den Glaskas­ten zu gehen und ab und ab mal durchgeknetet zu wer­den, würde aber zu meinem Wohlbefinden beitra­gen. Also fahre ich in zwei Wochen wieder dor­thin. Frauli ist beruhigt, weil sie das Gefühl hat, mir etwas Gutes tun zu kön­nen und ich habe Spaß im Wasser 🙂

Frauli dachte, dass ich bes­timmt ganz doll müde sein würde anschließend. Aber mir ging es richtig gut und ich war total aufge­dreht — schließlich war ich im Wasser 🙂

Alptraum Magendrehung

Vie­len Hun­debe­sitzern läuft es bei dem Wort “Magen­drehung” kalt den Rücken herunter. Ein absoluter Hor­rorgedanke, ein Alptraum.

Die Magen­drehung tritt am häu­fig­sten bei großen und älteren Hun­den auf. Als ob der Schäfi nicht schon genug poten­tielle Krankheiten haben kann, gehört er auch hier zu den am häu­fig­sten betrof­fe­nen Rassen.

Doch was genau ist eine Magendrehung? Und wie kann man dieser lebensbedrohenden Erkrankung entgegentreten?

Der Magen schließt an der Speis­eröhre an und endet im Zwölffin­ger­darm. Er ist zudem nur an zwei Bän­dern befes­tigt und hängt quasi an einer Schnur frei beweglich im Bauchraum. Kommt es nun inner­halb des Gärung­sprozesses zu extremem Gasansamm­lun­gen sowie zu einer Erweiterung des Magens, kann sich dieser unter Umstän­den um die eige­nen Längsachse drehen. Diese Abschnürung führt zu einem Ver­schluss des Magenein– und –ausgangs.

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Die Ursachen einer Magendrehung sind vielfältig und nach wie vor nicht eindeutig geklärt.

Bisher wurde angenom­men, dass eine aus­giebige Füt­terung in Verbindung mit unkon­trol­liertem Herum­tollen eine Magen­drehung her­vor­rufen würde. Mit­tler­weile weiß man, dass auch die Art der Füt­terung eine Rolle spielt. Anver­dauetes, kohlen­hy­dra­tre­iches Fut­ter kann zu einer ver­mehrten Auf­ga­sung führen. Auch durch min­der­w­er­tiges Trock­en­fut­ter könne das Risiko einer Magen­drehung steigen. Eben­falls soll die Füt­terung eines einzi­gen Fut­ters und dessen Größe (kleiner als 30 mm) das Risiko erhöhen. Zusät­zlich sei eine zu schnelle Fut­ter­auf­nahme und die dadurch bed­ingte ver­mehrte Luftauf­nahme gefährlich. Auch eine erhöhte Posi­tion des Fut­ter­napfes kann zu einem ver­mehrten Abschlucken von Luft führen.

Sicher ist nur soviel: Das Risiko einer Magendrehung kann positiv beeinflusst werden, wenn die tägliche Ration auf mehrere Portionen aufgeteilt wird.

Amerikanis­che Wis­senschafter fan­den her­aus, dass eine regelmäßige Gabe von Ascorbin­säure (Vit. C) die Ten­denz einer Magen­drehung eben­falls pos­i­tiv bee­in­flussen kann, da Ascorbin­säure zur Aus­ga­sung des Magens beiträgt.

Eben­falls wis­senschaftlich belegt wurde, dass ruhige Hunde ten­den­ziell häu­figer an einer Magen­drehung erkranken als tem­pra­mentvolle Vier­beiner. Sit­u­a­tio­nen, die für einen Hund großen Stress bedeuten, gehen einer Magen­drehung häu­fig voraus. Außer­dem kon­nte beobachtet wer­den, dass Magen­drehun­gen häu­figer abends als tagsüber auftreten (was jedoch auch daran liegen kann, dass viele Hunde abends die gesamte Tages­ra­tion bekom­men). Genetis­che Zusam­men­hänge wur­den nicht nachgewiesen. Den­noch besteht bei Tieren, bei denen famil­iäre Vorkomm­nisse der Erkrankung beobachtet wur­den, ein erhöhtes Risiko.

Ältere Hunde sind häu­figer betrof­fen als junge Tiere. Der Grund besteht in einer ein­tre­tenden Bindegeweb­ss­chäche im Alter sowie nach­lassender Fes­tigkeit der Magenaufhängebänder.

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Woran erkennt man nun eine Magendrehung?

Als erstes Anze­ichen zeigen die Hunde hin­ter den let­zten Rip­pen einen aufgetriebe­nen Bauch. Häu­fig kon­nte die sog. Gebetsstel­lung beobachtet wer­den, in der der vordere Kör­perteil tief liegt. Betrof­fene Tiere sind unruhig, spe­ichen und ver­suchen zu erbrechen — lei­der erfol­g­los. Durch den Druck des Magens auf das Zwergfell sowie die Hauptschla­gader tritt Amen­not und eine Beein­träch­ti­gung des Blutkreis­laufes ein. Der Hund atmet flach und hat blasse Schleimhäute. In der Regel kön­nen die Hunde sich kaum oder gar nicht mehr auf den Beinen halten.

Und wie muss man als Hundehalter reagieren?

Bei einer Magen­drehung han­delt es sich zweifels­frei um eine akut lebens­bedrohliche Sit­u­a­tion, sodass direkt bei den ersten Anze­ichen ein Tier­arzt aufge­sucht wer­den sollte. Mith­ilfe einer Rönt­ge­nauf­nahme kann die Diag­nose sicher gestellt und eine Mage­nauf­ga­sung von einer Magen­drehung unter­schieden wer­den. Die einzige Möglichkeit den Hund zu ret­ten, besteht in einer oper­a­tiven Rück­ver­lagerung des gedrehten Magens. Vorher muss der Kreis­lauf sta­bil­isiert wer­den, damit eine Narkose durchge­führt wer­den kann. Im besten Fall kann eine Ent­ga­sung und Leerung des Magens vorgenom­men wer­den. Dauert der Zus­tand bere­its zu lange an, kann es auf­grund der schlechten Blutver­sorgung zu einem Abster­ben von Teilen der Magen­wand kom­men oder auch zur Schädi­gung des Milzgewebes. Während und nach der Oper­a­tion kann es zu lebens­ge­fährlichen Herzry­thh­musstörun­gen kommen.

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Wie stehen die Chancen für einen betroffenen Vierbeiner?

Die Prog­nose hängt ab von der Schwere der Auf­ga­sung, weit­erer Organ­schädi­gun­gen sowie des Schock­zu­s­tandes des Hun­des. Die größte Bedeu­tung kommt der Zeit zu, die zwis­chen Auftreten der ersten Symp­tome und der ein­geleit­eten Behand­lungs­maß­nah­men liegt. Mit jeden weit­eren 15 Minuten ver­schlechtert sich die Prog­nose. Unge­fähr 60% der Hunde über­leben eine Magen­drehung, wenn die Ther­a­pie rechtzeitig ein­geleitet wor­den ist.

Wie gehen wir mit dem Risiko einer Magedrehung um?

Queen wird min­destens zwei mal am Tag gefüt­tert. Sie bekommt kohlen­hy­dratarmes Fut­ter, welches sie aus Boden­höhe aufn­immt. Wir ver­suchen Stress­si­t­u­a­tio­nen vor und nach dem Füt­tern zu ver­mei­den. Das ist jedoch leichter gesagt, als getan. Queen bekommt ihr Trock­en­fut­ter zwar unter­wegs, aber immer erst kurz vor Ende der Runde. Ich füt­tere sie nur, wenn ich weiß, dass sie müde ist. Spie­len ist nach dem Füt­tern für min­destens eine Stunde tabu. Da Trock­en­fut­ter zu einer möglichen Ursache gerech­net wird, bekommt Queen abends Nass­fut­ter. Zudem bekommt sie am Abend nach dem Fresssen etwas zum Knab­bern, womit sie sich dann in Ruhe beschäfti­gen kann.

Ob wir eine Magen­drehung auf diese Weise ver­hin­dern kön­nen, weiß ich lei­der nicht. Ich muss zugeben, eine riesen Angst vor dieser Erkrankung zu haben. Nur wenn die ersten Anze­ichen richtig gedeutet und rechtzeitig erkannt wer­den, kann eine Behand­lung zum Erfolg führen.

Habt ihr Erfahrun­gen mit dieser Erkrankung gesam­melt oder habt ihr vielle­icht von weit­eren Ursachen für eine Magen­drehung gehört?