Tierschutz — geht es langsam zu weit?

Tierschutz — geht es langsam zu weit?

Im Rah­men meiner Arbeit als Recht­san­wältin für das Tier­recht begeg­nen mir immer wieder Fälle aus dem Bere­ich des Tier­schutzes. Und obwohl sich all diese Fälle ähn­lich sind, sind sie doch so verschieden.

Es gibt Tier­heime, Tier­schut­zor­gan­i­sa­tio­nen und Men­schen, die sich im Tier­schutz engagieren, die kön­nten es nicht besser machen. Diese Men­schen set­zen sich mit so viel Herzblut für die Tiere ein — das ist ein­fach nur bewun­dern­swert. Das Wohl der Tiere stehe bei ihnen an erster Stelle.

Das sind die Fälle, in denen die Ver­mit­tlung reibens­los ver­läuft. Doch wie ihr euch sicher denken könnt, schal­tet mich nie­mand ein, wenn alles prob­lem­los funktioniert.

Ich werde nur dann angeschrieben, wenn es Dif­feren­zen gibt.

Oft fan­gen die Prob­leme schon vor einer möglichen Ver­mit­tlung an.

Ein junger Mann, nen­nen wir ihn Johann, ging in ein Tier­heim und wollte einen Hund adop­tieren. Johann arbeitet als Grafik — Designer. An zwei Tagen die Woche kön­nte er den Hund mit ins Büro nehmen. Die anderen drei Werk­tage würde der Hund zu seiner Mut­ter gebracht solange er arbeiten müsse.

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Johann durfte den Hund nicht adop­tieren. Und dabei ging es gar nicht konkret um einen bes­timmten Hund. Er hätte über­haupt keinen bekom­men. Denn Johann wäre an drei Tagen in der Woche für mehr als 6 Stun­den nicht Zuhause. Dass der Hund in der Zeit zu seiner Mut­ter soll, sei auf Dauer für das Tier nicht zumut­bar. Schließlich müsse er wis­sen, wo sein Zuhause ist.

Eine ältere Dame fühlte sich nach dem Tod ihres Mannes alleine. Nen­nen wir sie Lisel. Lisel wollte gerne eine Katze adop­tieren. Sie mochte Katzen schon immer, doch ihr Mann hatte eine Katzen­haar­al­lergie. Doch jetzt, wo sie immer allein war, wün­schte sie sich Gesellschaft. Sie wollte einer Katze aus dem Tier­heim ein Zuhause schenken.

Lisel bekam keine Katze. Sie wollte nicht, dass die Katze frei draußen herum stre­unern darf. Es sollte eine Hauskatze sein. Sie würde sich schließlich nur Sor­gen um das Tier machen, wenn es abends mal doch nicht nach Hause kom­men würde. Eine Adop­tion wurde abgelehnt. Eine Katze lediglich im Haus zu hal­ten sei nicht artgerecht.

Dem Hund bei Johann wäre es doch prima gegan­gen. Er wäre nicht allein gewe­sen, weil sich Johanns Mut­ter um das Tier geküm­mert hätte. Lisel hätte der Katze sicher ein tolles Zuhause geboten. Vielle­icht hätte man sich für eine Katze entschei­den kön­nen, die den Freigang nicht kennt. Lisel hätte genug Zeit gehabt, sich art­gerecht mit dem Tier beschäfti­gen zu können.

Diese Fälle dienen nur als Beispiel. Ich möchte gar nicht näher auf die einzel­nen Sit­u­a­tio­nen einge­hen. Mehr Gründe für eine Ablehnung gab es nicht.

Hätte es der Hund bei Johann nicht besser gehabt als in dem Zwinger im Tierheim? Hätte die Katze bei Lisel nicht ein wesentlich besseres Leben gehabt als wenn sie weiterhin mit all den anderen Katzen auf so engem Raum hätte leben müssen?

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Es gibt Tiere und Tier­schut­zor­gan­i­sa­tio­nen, die sog. Außen­di­en­st­mi­tar­beiter finanzieren. Das sind Mitar­beiter, die kon­trol­lieren, ob alle Bes­tim­mungen einge­hal­ten werden.

Das finde ich vom Prinzip her richtig. Doch nur, weil die Trep­pen im Haus nicht durch entsprechende Git­ter ver­schlossen sind, einen Hund wieder aus der Fam­i­lie zu reißen, geht zu weit.

Wer ein Tier aus dem Tier­heim adop­tieren möchte, der bekommt einen Ver­trag vorgelegt, der in vie­len Fällen mit der Real­ität nichts mehr zu tun hat.

Und hier­bei rede ich noch nicht ein­mal von dem typ­is­chen Kas­tra­tionszwang (rechtlich nicht halt­bar), dem Ver­bot mit dem Tier zu züchten (eben­falls rechtlich unzuläs­sig) oder der Pflicht, das Tier­heim jed­erzeit über den Aufen­thalt­sort des Tieres zu informieren (nicht nur unwirk­sam, son­dern auch noch lebensfremd).

Per Zufall erfuhr die Tier­heim­mi­tar­bei­t­erin davon, dass ein junges Mäd­chen — nen­nen wir sie Tina — den Hund über das Woch­enende zu ihrer Fre­undin gegeben hat. Tina ist über das Woch­enende zu ihrer Mut­ter gefahren. Diese hat Angst vor Hun­den, sodass der Hund bei ihrer Fre­undin blieb. Darüber set­zte sie das Tier­heim nicht in Ken­nt­nis. Ein Außen­di­en­st­mi­tar­beiter holte den Hund daraufhin wieder ab.

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Geht die Fürsorge nicht etwas zu weit?

Eine Adop­tion eines Tieres aus dem Tier­heim kommt einem Kauf gle­ich. Das hat die Recht­sprechung mit­tler­weile anerkannt. Das Tier steht also im Alleineigen­tum desjeni­gen, der die Schutzge­bühr für das Tier bezahlt hat.

Ich finde es gut, wenn geprüft wird, ob es sich um eine geeignete Per­son han­delt. Ich finde es richtig, wenn die Leben­sum­stände betra­chtet wer­den und ich kann auch ver­ste­hen, wenn ein weit­erer Besuch nach der Adop­tion stat­tfindet. Doch sind wir mal ehrlich? Mit der Adop­tion endet die Für­sorgepflicht des Tier­heim­i­tar­beit­ers. Das Eigen­tum an dem Tier ist auf eine andere Per­son überge­gan­gen. Man kann dieser Per­son nicht vorschreiben, ob sie den Hund über das Woch­enende zu einer Fre­undin gibt oder ob die Mut­ter auf den Hund auf­passt, wenn man arbeiten muss. Und davon mal ganz abge­se­hen: Das ist doch auch alles völ­lig in Ord­nung. Eine andere Betra­ch­tung ist mehr als lebensfremd.

Es gibt zahlre­iche Tier­heime und Tier­schut­zor­gan­i­sa­tio­nen, die eine abso­lut per­fekte Arbeit leisten.

Doch lei­der gibt es auch diejeni­gen, die mit­tler­weile Gren­zen über­schre­iten. Solange es dem Tier gut geht und an nichts fehlt, ist die Welt doch in Ord­nung. Und ein Hund, der in die HuTa oder zur Fam­i­lie geht, während man arbeiten ist, hat es immer noch besser als all die armen Hunde in den Zwingern im Tierheim.

Ich finde es völ­lig richtig, dass sich die poten­tiellen neuen Besitzer und deren Umfeld genau ange­se­hen wer­den. Doch man darf die Real­ität auch nicht aus den Augen lassen und sollte sich vielle­icht mal die Frage stellen, wie vielle­icht ein Hund, der schon mehrere Monate oder vielle­icht sogar Jahre in einem Tier­heim sitzt, entschei­den würde. Denn um den geht es doch und um nichts anderes.

Ob diese Verträge der Tier­heime über­haupt wirk­sam sind, könnt ihr hier nachlesen. 

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Posted on: 1. November 2016Sabrina

14 Gedanken zu „Tierschutz — geht es langsam zu weit?

  1. Bei uns im Tier­heim hätte Lisel schon deshalb keine Katze bekom­men, weil sie so alt ist — Jupp, alte Leute wer­den von Anfang an aus­geschlossen, weil sie ja bald ster­ben kön­nten und das Tier wieder alleine wäre. Absurd, oder? Ich würde jetzt einer gebräch­lichen 90-jährigen, die kaum laufen kann, auch nicht unbe­d­ingt einen Hund anver­trauen, aber gegen eine Katze spricht nichts. Dass Katzen, die vorher Freiläufer waren, nicht als Woh­nungskatzen ver­mit­telt wer­den, ist über­all so und auch richtig so, denn Katzen, die den Freilauf gewohnt sind, lei­den unglaublich daran, nicht mehr raus zu dür­fen. Aber es gibt ja auch Katzen, die den Freilauf gar­nicht ken­nen, und denen das dann auch nichts aus­macht — ja, sogar Katzen, die den Freilauf gar­nicht wollen. Von meinen 3 Katzen traut sich eine bei uns nicht Mal auf den Balkon, das findet sie schon zu unheimlich.
    Ich finde das alles schade. Natür­lich würde ich ein Tier auch nicht mit der Argu­men­ta­tion “Über­all ist es doch besser als im Tierheim”-an jeden abgeben. So ein paar Grund­vor­raus­set­zun­gen muss es schon geben, aber diese sind oft ein­fach absurd. Ich selbst habe mich eine Weile um einen Hund aus dem Tier­schutz bemüht und ich kann gar­nicht sagen, wie oft es hieß, der Hund würde nur an eine Fam­i­lie “mit Garten” ver­mit­telt wer­den. Das fand ich sehr absurd. Irgend­wie impliziert dass, dass die Hal­tung eines Hun­des im Garten Spaziergänge erset­zen soll. Seine Beschäf­ti­gung und Aus­las­tung erhält ein Hund doch nicht automa­tisch dadurch, dass ein Garten vorhan­den ist.… 🙁

    1. Unser zweiter Hund sollte auch aus dem Tier­schutz kom­men, allerd­ings habe ich keinen HUnd bekom­men weil wir keinen Garten haben…

  2. Ich muss hierzu was sagen:
    »Dass Katzen, die vorher Freiläufer waren, nicht als Woh­nungskatzen ver­mit­telt wer­den, ist über­all so und auch richtig so, denn Katzen, die den Freilauf gewohnt sind, lei­den unglaublich daran, nicht mehr raus zu dürfen. «
    Wir hat­ten auch mal von einem Kumpel eine Freigängerkatze über­nom­men, bei uns allerd­ings musste sie eine Hauskatze wer­den und es wurde nur in den ersten Stun­den von ihr bemauzt, das sie nicht raus kon­nte. Sie hatte keine Prob­leme damit denn sie fand es ganz toll zu kuscheln. Das bekam sie sonst näm­lich nicht als Freigänger..
    Oder unsere andere, die wir als Baby aus dem Tier­heim beka­men, es wurde vom Tier­heim bes­timmt, das sie einen ide­ale Hauskatze ist.
    Nur komisch das sie am lieb­sten mit mir und den Hun­den Gassi ging…

    Und was ist eigentlich mit den “Freigängerkatzen” im Tierheim.…da sind sie ja auch keine Freigänger mehr…
    Ich kenne einige Katzen, sogar welche die als junge Katze ver­mit­telt wurde, wo die Tier­heim­leute entsch­ieden welche davon als Freigänger und wer als Woh­nungskatze sich eignet…komisch nur das die “Woh­nungskatze” nur Prob­leme machte und fast aggres­siv wurde, aber als sie eine Freigängerkatze wurde, war sie die lieb­ste Katze.

    Ich finde es also ver­messen das Men­schen sich für SO schlau hal­ten, das sie genau wis­sen was richtig und falsch ist..
    Wie kann man die Tiere auf ihr Vor­leben beschränken ?
    Warum glaubt man nicht das Tiere sich auch umstellen können ?
    Ist sowas nur den Men­schen vorbehalten ?

    Dann müsste man ja einen Ketten-/Zwingerhund, wieder nur an Leute ver­mit­teln die diesen nur an Ketten-/Zwinger hält. *Ironie*
    Ich entschuldige mich schon mal, es soll kein Angriff sein ! Es ist nur meine Mei­n­ung dazu.

    Und so wie Genki&Co schon schrieb, wegen Hund und Garten, ging es uns auch so.
    Wir woll­ten damals auch einen großen Hund aus einem Tier­heim haben, die erste Frage die uns gestellt wurde war:
    Haben sie ein Haus mit Garten ?
    Als wir es vernein­ten, wurde uns direkt gesagt das wir dann keinen Hund bekom­men würden.
    Also ist es den Tier­heimen wohl lieber wenn die Hunde im Garten ver­sauern als wenn man mit dem Hund Gassi geht ? Müsste man ja jetzt erst­mal so annehmen…

    Oder Hunde von den Organisationen..die aus der Tötung kommen..
    Wir hat­ten da ein Prob­lemhund bekom­men, Angst­beisser. Er wurde als Welpe schon an eine Fam­i­lie mit hyper­ak­tivem Kind ver­mit­telt, nach 3 Tagen kam der Hund verängstigt wieder, er hätte gebissen…als er sich dann etwas gefan­gen hatte, wurde er wieder an eine Fam­i­lie mit Kind ver­mit­telt und wieder das selbe Spiel, nach 3 Tagen kam er wieder total verängstigt zurück, ange­blich hätte er gebissen…die Pfleger im Heim gin­gen ab da auch gröber mit ihm um, bis er wieder biss, seit dem wurde er nicht mehr bei der Zwinger­reini­gung raus­ge­holt. Wir haben ihn dann genom­men, wir mussten lange mit ihm arbeiten bis er Ver­trauen hatte…und wieder wollte die Orga ihn an Fam­i­lien mit Kinder vermitteln..wir haben den Hund nicht raus gegeben..ich finde sowas unverantwortlich.
    Wir haben schon viel mit Tier­heimen und Vere­inen erlebt..es gibt wirk­lich nur wenige Vereine/Tierheime die ihre Arbeit, meiner Mei­n­ung nach, wirk­lich ernst nehmen und wirk­lich das Beste für die Tiere wollen…die meis­ten aber kön­nte man in die Versenkung schicken.
    Wir waren auch mal in einem Verein, da haben sich die “Tierschutz-Pulli-Uschis” dann in die Flicken bekom­men und alle sind dann abge­hauen, mein Mann, eine Bekan­nte und ich mussten uns dann um die Hunde in der Vermittlung/Pflegestellen küm­mern, mussten alles alleine bezahlen da ja alle (auch die Mit­glieder) weg waren, etc.
    Es ist meist schlecht wenn zu viele Frauen Tier­schutz machen…irgendwann kommt die Pro­fil­ierungssucht durch…außer bei denen, denen es WIRKLICH um die Tiere geht. Aber die anderen sind meist gelang­weilte Haus­frauen die mit ihrer Zeit nichts anz­u­fan­gen wis­sen, das durften wir durch den Verein kennenlernen…es ging nur noch darum wie viele Hunde man geholt hat…und weil man nicht genug Plätze hatte wur­den Deals mit Tier­heimen gemacht, das die Hunde dann hier im Tier­heim weit­er­leben dürfen…es ging nur noch um Stück­zahlen und nicht um Lebewesen…
    Es müsste mehr und bessere Kon­trollen geben bei den Vereinen/Tierheimen.

  3. Ich wurde abgelehnt zur Adop­tion eines Hun­des, weil das Tier ange­blich NUR in der Woh­nung gehal­ten wer­den darf! Es han­delte sich um einen großen Schäfer­hund­mis­chling, der hätte mir die Bude kom­plett zer­legt! Im Tierhe im hat er über ein halbes Jahr auch draußen im Zwinger gehabt und bei uns hätte er ein riesiges Grund­stück zum spie­len und toben bekom­men, aber er sollte nun­mal ein Hofhund sein und kein Couch­hund. Zwei Wochen später bekam in eine Auszu­bildende mit einer 1-Raum-Wohnung.…das hat mir damals das Herz zerrissen.

    1. Ich habe auch keinen Hund aus dem Tier­heim bekom­men, weil wir in einer Woh­nung ohne Garten leben. Meine Hunde kom­men aber vier Mal täglich raus, sind so gut wie nie alleine, weil ich von Zuhause aus arbeite. Gehen mehrmals die Woche zum Hun­de­sport und wer­den art­gerecht beschäftigt. Ich glaube, einige Hunde die einen Garten zur Ver­fü­gung haben, wer­den weniger beschäftigt als meine Wauzis

    2. Ich finde die Entschei­dung des Tier­heimes in diesem Falle aber mehr als richtig. Hofhunde, die nicht mit ins Haus dür­fen, wer­den von den Tier­heimen nur ver­mit­telt, wenn es sich entweder um Tiere han­delt, die durch ihre Erfahrung gar nciht auf so engem Raum mit Men­schen leben kön­nten oder wenn es sich um Her­den­schutzhunde handelt.

      Aber einen nor­mal sozial­isierten Schäfer­hund nur auf dem Hof zu hal­ten, weil er dir ja ange­blich drin­nen die Bude zer­legen würde, ist doch am Tier­wohl vor­bei. Richtig erzo­gen und aus­ge­lastet nutzt der Hund die Woh­nung zum Ruhen, da reicht auch ein Zim­mer vol­lkom­men aus. Action ist draußen — Rasse egal (Her­den­schutzhunde vllt ausgenommen).

  4. Voll mein Thema 😉 bei den Hun­den halte ich mich mal raus. Bei den Katzen allerd­ings — da kann ich aus Erfahrung reden. Vielle­icht bin ich eine von den Tier­heim­tan­ten, bei denen nicht jeder ein Tier bekommt. Und warum? Ich führe aus­giebige Infor­ma­tion­s­ge­spräche. Kit­ten wer­den nur zu zweit oder zu einer bere­its vorhan­de­nen Katze ver­mit­telt. Freigänger kön­nen auch immer Sozialkon­takte wahrnehmen. Aber bei uns verküm­mert kein Kit­ten in einem Haushalt, wo 8-10h keiner da ist, nie­mand Zeit zum spie­len hat und die Katze dann noch für “Spie­len in der Gar­dine” einen auf den Pöter bekommt. Abgabekatzen aus Woh­nung­shal­tung wer­den in Woh­nung oder auch (gesicherten) Freigang ver­mit­telt. Die Tiere kön­nen beschrieben wer­den. Und jetzt kommt der Knack­punkt: Es gibt bei uns 95% Fundtiere. Diese Tiere wer­den draußen gefun­den, sel­ten am Con­tainer oder im Papp­kar­ton. Diese Katzen kom­men bere­its von draußen — müssen wir zunächst ein­mal annehmen (außer das Tier wird in Gebäu­den aufge­fun­den, wo es Schutz gesucht hat!). Kit­ten ausgenom­men. Dementsprechend ist es unser Wun­sch, dass diese Tiere die Möglichkeit zum Freigang bekom­men. Müssen sie ja nicht wahrnehmen. Viel schlim­mer als die Hal­tung selbst finde ich, dass kaum einer den Mumm hat, sein Tier abzugeben. Wir haben noch nie­man­den dafür ges­traft oder belei­digt. Sind stets fre­undlich. Uns fehlen grundle­gende Infor­ma­tio­nen: Impfen, Wurmkuren, Kas­tra­tion, etc. — die Fundtiere wer­den bei uns neu grundim­mu­nisiert, narko­tisiert und rasiert, um eine alte Kas­tra­tionsnarbe zu finden. DAS finde ich nicht fair. Einige Tiere sind sicher­lich über­impft und mit zu viel “Gift” behan­delt, weil der Men­sch die Macht hat. Aber wir möchten als TSV eine lück­en­lose Ver­mit­tlung möglich machen. Unsere Schüt­zlinge wer­den auch nicht in Freigang an einer stark befahre­nen Straße ver­mit­telt. Dafür kriegen wir oft Kri­tik — aber: wir nehmen die schwer verun­fall­ten Tiere auf, deren Besitzer sie ein­schläfern lassen woll­ten, weil der Verkehrsun­fall Bein– und Beck­en­brüche mit sich gezo­gen hat. Zu teuer. Zu hoher Pflegeaufwand. Langfristige Tier­arztkosten. Wir nehmen diese Tiere auf, übernehmen hor­rende Oper­a­tionskosten und wer­den im Gegen­zug dafür ver­teufelt, dass wir die Nasen gut aufge­hoben wis­sen möchten. Die Krux im Tierschutz.

    Übri­gens ein Zusatz zum Kom­men­tar von Sani: Nach der Grundim­mu­nisierung bekom­men die Katzen die Katzen­klappe zum box-seperaten Freilauf geöffnet. Und trotz­dem lei­den viele Katzen 😉

  5. Lei­der sind viele Tier­schutzvere­ine und Tier­heime inzwis­chen bis in die Vorstände von “Tier­rechtlern” (nein, hier sind keine Anwälte gemeint) unter­wan­dert. Diese Men­schen haben wenig bis keine Ahnung von den Bedürfnis­sen der Tiere, aber wollen Men­schen­rechte für sie. Und ja, da kom­men auch die Auswüchse her, daß ein älterer Men­sch keinen Hund oder keine Katze mehr bekommt — er kön­nte ja vor dem Tier ver­ster­ben. Dabei gibt es auch viele ältere Hunde und Katzen, die in Tier­heimen sind. Oder daß Beruf­stätige keinen Hund bekom­men, selbst wenn sie eine schriftliche Zusicherung des Arbeits­ge­bers mit­brin­gen, daß sie den Hund mit zur Arbeit brin­gen dür­fen. Oder die Sache mit dem Garten. Ich wohne auch zur Miete, habe keinen Garten, aber zwei große Parks mit Hun­dewiesen in Laufre­ich­weite. Für echte Tier­schützer kein Auss­chlußkri­terium, im Gegen­teil — denn im Gegen­satz zum eige­nen umzäun­ten Garten haben Hunde auf der Hun­dewiese immer viele Spielkameraden.

  6. Also da bin ich aber froh das wir die Tier­schut­zorga unseres Ver­trauens gefun­den haben. Da wird mit Herz und Ver­stand ver­mit­telt. Den Leuten dort ist es klar, das man arbeiten muss um Geld zu ver­di­enen um den Not­nasen ein tolles Leben ermöglichen zu können.
    Dort wer­den die passenden Men­schen aus­ge­sucht, nicht die passende Woh­nung. Z.Bsp. gab es dort einen Not­fall Mastiff-Mix mit 85 Kilo und uner­zo­gen. Es meldete sich ein Paar, wohn­haft Mehrfam­i­lien­haus 1.Stock, aber mit Aufzug. Dieses Paar war unter all den Inter­essen­ten das Einzige, das dem Riesen­bär kör­per­lich gewach­sen war. Jeder der Bei­den kon­nte ohne Hilfe des Anderen mit dem Hund laufen und die Chemie stimmte auf Anhieb. Die Nase lebt dort nun seit 5 Jahren und ver­misst nicht eine Sekunde einen Garten. Er habt näm­lich alles was sein Herz begehrt…Liebe, Beschäf­ti­gung, Aus­lauf und selb­stver­ständlich sein eigenes Sofa.
    In keinem Tier­heim hätte dieses Paar einen Hund bekommen.
    Bye the way.… wir haben eine riesi­gen Garten, den unsere 3 Kröten äusserst sel­ten als Spielplatz nutzen. Sie sind kör­per­lich und geistig durch unsere Spaziergänge aus­ge­lastet, da liegen die Zuhause liebr mit uns auf der Terasse rum.

  7. Ich habe fünf Tiere aus dem Tier­schutz (2 Hunde und 3 Katzen) und bin selbst seit vie­len Jahren im Tier­schutz aktiv, kenne also beide Seiten.
    All meine Tiere kom­men von unter­schiedlichen Vere­inen und alle Vorkon­trollen waren sehr nett und ohne Beanstandung.
    Auch ich mache mir Vorkon­trollen nicht zu ein­fach und jede Absage ist wirk­lich gut überlegt.
    Noch nie habe ich einen Hund nicht vermittelt,weil kein Garten vorhan­den ist. Hat ein Hund jedoch 2 Interessenten,die ich für gle­ich geeignet halte und nur einer davon hat einen Garten,vermittel ich jedoch dort hin,da ein Garten für einen Hund schon mehr Leben­squal­ität bedeutet.
    Voraussetzung,um von mir einen Hund zu bekom­men, ist er jedoch nicht.
    In Zwinger– oder Ket­ten­hal­tung ver­mit­tel ich jedoch auf gar keinen Fall.
    Auch bekom­men 90jährige von mir keine Katze mehr,wenn die Ver­sorgung im Todes­fall nicht gek­lärt ist.
    Grund­sät­zlich kann ich aber sagen,dass die wenig­sten Tier­schützer dies aus Pro­fil­ierungssucht tun,oder es sich haupt­säch­lich um gelang­weilte Haus­frauen han­delt. Im Gegen­teil. Die meis­ten sind vol­lzeit­beruf­stätig und die Ver­mit­tlungskri­te­rien wur­den im Verein gemein­sam, zum Wohl der Tiere, festgelegt.

    1. Lei­der ist das noch lange nicht selbstverständlich…
      Ich habe mir diese Fälle lei­der nicht aus­gedacht. Es gibt solche Sit­u­a­tio­nen tat­säch­lich immer häufiger

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