Tipps und Tricks bei mäkeligen Hunden

Bevor Püp­pi ein­zog war Queen ein wirk­lich schlechter Fress­er. Sie mäkelte und ich muss zugeben, dass es mir den let­zten Nerv ger­aubt hat. Ich habe so viel herum pro­biert, wovon einiges auch abso­lut kon­trapro­duk­tiv gewe­sen ist. Auch Püp­pi neigt zum Mäkeln und auch bei ihr musste ich zum Teil tief in die Trick­kiste greifen.

Im Inter­net find­et man aller­hand Tips und Erfahrungs­berichte. Oft hört man auch Sätze wie “Was nach drei Minuten nicht im Hund ist, lan­det in der Tonne.” In diesem Artikel möchte ich meine Erfahrun­gen mit euch Teilen, ein paar Grund­vo­raus­set­zun­gen fes­thal­ten und euch Tips mit an die Hand geben, die sowohl bei Queen als auch bei Püp­pi geholfen haben.

Wie bringt man einen mäkeligen Hund zum Fressen?

Bevor man darüber nach­denkt, welche Tricks und Tips einen Hund zum Fressen bekom­men kön­nen, soll­ten zwei Grund­vo­raus­set­zun­gen erfüllt sein.

Zum einen sollte der Hund gesund sein, d.h. organ­is­che Ursachen für die Mäkelei soll­ten aus­geschlossen wer­den. Hat der Hund vielle­icht Prob­leme mit dem Magen oder eine Allergie? Es gibt dur­chaus Hunde, die spüren, dass sie ein Fut­ter nicht ver­tra­gen und es aus diesem Grund ver­weigern. Daher sollte auf jeden Fall ein Tier­arzt check­en, ob es eine organ­is­che Ursache dafür gibt, dass der Hund nicht zuver­läs­sig frisst.

Zum anderen sollte man ein Fut­ter find­en, welch­es dem Hund schmeckt. Bar­fen ist sicher­lich gesund, aber es gibt auch noch weit­ere Meth­o­d­en seinen Hund zu ernähren. Ich bin grund­sät­zlich auch ein Fan vom Bar­fen, doch ist es in unserem Fall abso­lut unprak­tisch. Püp­pi ist kein großer Fan von rohem Fleisch und erst Recht nicht von Obst und Gemüse im Napf. Hinzu kommt, dass bei­de sehr viel Trick­sen und Nase­nar­beit machen, sodass bei uns immer zumin­d­est auch Trock­en­fut­ter gefüt­tert wird. Man sollte sich also zunächst für eine Fut­ter­vari­ante entschei­den, die zum Hund und zum All­t­ag passt. Sollte es sich um Fer­tig­fut­ter han­deln, ist es selb­stver­ständlich, dass man die Qual­ität und nicht den Preis in den Vorder­grund stellt.

Püp­pi zum Beispiel bekommt abends Nass­fut­ter. Es gibt hier einige Her­steller, die sie gar nicht mag. Ich möchte hier aber natür­lich keine Fir­men nen­nen, denn die Fir­men sind deshalb ja nicht grund­sät­zlich schlechter als andere. Irgend­was an der Zusam­menset­zung scheint Püp­pi zu stören. Eine Fir­ma wird zum Beispiel kom­plett sowohl von Queen als auch Püp­pi mit rümpfend­er Nase ignori­ert, obwohl es sich um qual­i­ta­tiv hochw­er­tige Dosen han­delt. Was ich damit sagen will: Man sollte sich auf ein Fut­ter fes­tle­gen, welch­es dem Hund schmeckt, bevor man die Tipps anwen­det und herum exper­i­men­tiert. Wenn der Hund ein Trock­en­fut­ter als Leck­er­li annimmt, dann eignet sich dies auch als nor­males Fut­ter.

Wenn man sichergehen kann, dass der Hund gesund ist und man sich für ein Futter entschieden hat, kann man sich nun den Tips zuwenden.

Bevor ich euch davon berichte, wie ich Queen und Püp­pi zu zuver­läs­si­gen Fressern gemacht habe, möchte ich kurz auf einige Tips einge­hen, die ich nicht weit­er empfehlen kann.

Was nach drei Minuten nicht im Hund ist, lan­det in der Tonne.”

Lei­der gibt es immer noch den Tip, den Napf nach kurz­er Zeit wegzunehmen und den Hund bis zur näch­sten Mahlzeit hungern zu lassen. Ich empfinde das aus ver­schiede­nen Grün­den als absoluten Quatsch und habe wed­er bei Püp­pi noch bei Queen mit dieser Meth­ode Erfolg gehabt.

Nehmen wir also an, Püp­pi ver­weigert am Abend ihr Fressen. Dem Tip zufolge müsste ich den Napf nach weni­gen Minuten weg­nehmen und zur näch­sten Mahlzeit erneut anbi­eten. Bei Püp­pi würde das so ablaufen, dass sie bei der näch­sten Mahlzeit vielle­icht den hal­ben, vielle­icht auch den ganzen Napf leeren würde und bei der darauf fol­gen­den Mahlzeit würde sie den Napf erneut ignori­eren und die Küche ver­lassen. Bei Queen würde es genau­so ablaufen. Mein­er Erfahrung nach fressen die Hunde irgend­wann aus Hunger — keine Frage — aber ob sie bei der näch­sten Mahlzeit erneut mit “Begeis­terung” an den Napf gehen, stelle ich auf­grund mein­er Beobach­tun­gen in Frage.

Es mag vielle­icht Hunde geben, die mit diesem Tip zu echt­en Fressen gewor­den sind. Ich jedoch habe keine guten Erfahrun­gen damit gemacht und halte diese Denkweise auch für über­holt.

Füt­tere deinen Hund aus der Hand.”

Man sollte hier wirk­lich darauf acht­en, dass die Mahlzeit nicht zu einem beson­deren High­light wird, die vom Hund dazu genutzt wird, Aufmerk­samkeit zu bekom­men. Zu Fressen ist das natür­lich­ste der Welt und als solch­es sollte es auch behan­delt wer­den.

Bringe Abwech­slung in den Napf und mis­che ab und an etwas Leck­eres unter das Fut­ter.”

Wenn ich Queen oder Püp­pi zwis­chen­durch Leber­wurst in den Napf mis­chen würde, dann wür­den sie das natür­lich erst ein­mal jedes Mal wollen und nach eini­gen Tagen wäre auch das nicht mehr span­nend genug und sie wür­den wieder etwas neues dazu wollen. Bei uns wäre das hier defin­i­tiv keine Lösung.

Unsere Tips

Ich werde euch nun ver­rat­en, was bei uns geholfen hat. Natür­lich haben unsere Erfahrun­gen und Tips keine All­ge­me­ingültigkeit. Da die Tips allerd­ings bei Queen und auch bei Püp­pi funk­tion­ert haben, gehe ich mal davon aus, dass sie auch bei anderen Hun­den klap­pen kön­nen 🙂

Lass deinen Hund arbeiten

Alle Hunde wer­den gern beschäftigt und es gibt so viele Möglichkeit­en, den Hund art­gerecht mit Fut­ter zu beschäfti­gen. Wer Trock­en­fut­ter gibt, kann kom­plett auf den Napf verzicht­en und seinen Hund tagsüber füt­tern. Eine Hand voll Fut­ter kann zum Beispiel auf dem Rasen oder im hohen Gras unter­wegs ver­streut wer­den. Wer jet­zt Sorge hat, die Hunde kön­nten so anfan­gen draußen auch Dinge aufzunehmen, die sie nicht fressen sollen, den kann ich beruhi­gen. Hunde kön­nen sehr gut ler­nen zwis­chen geziel­tem Suchen und her umliegen­den Essen­sresten zu unter­schei­den. Wir ver­streuen das Fut­ter im kom­plet­ten Garten und die bei­den schlafen anschließend tief und fest. Trick­sen oder kleine Übun­gen kön­nen eben­so dazu dienen, Fut­ter in den Hund zu bekom­men. Intel­li­gen­zspiele oder auch Schnüf­fel­tep­piche oder Schnüf­fel­bälle sind super geeignet, um mit Trock­en­fut­ter arbeit­en zu kön­nen.

Bei den Schnüf­fel­bällen wird das Fut­ter zwis­chen den Streifen ver­steckt. Der Hund muss sowohl mit sein­er Nase arbeit­en als auch mit seinen Pfoten und trainiert gle­ichzeit­ig Kopf und Koor­di­en­ation

Schnüf­fel­bälle, — tep­piche und das beliebte von uns entwick­elte Schnüf­felmem­o­ry kön­nt ihr übri­gens bei uns im Shop bekom­men. Schaut doch ein­fach mal hier vor­bei.

Dum­m­yarbeit ist außer­dem eine tolle Option, den Hund tagsüber zu füt­tern. Hier kann auch Nass­fut­ter oder Barf genutzt wer­den. Übri­gens gibt es auch kleine Beloh­nungstuben, die man selb­st füllen kann, sodass auch hier Nass­fut­ter und Barf als Beloh­nung unter­wegs mitgenom­men wer­den kann.

Queen ist sehr sen­si­bel. Es gab Zeit­en, in denen der Anblick ihres Napfes bere­its Stress aus­gelöst hat. Wir haben lange kom­plett auf den Napf verzichtet und sie musste sich ihr kom­plettes Fut­ter erar­beit­en. Für sie war es per­fekt und sie hat zunehmend Selb­st­be­wusst­sein bekom­men. Bei vie­len ist immer noch der Gedanke “Mein Hund muss doch nicht für sein Fut­ter arbeit­en” im Kopf. Dabei muss man den Satz eigentlich so for­mulieren: “Der Hund darf sein Fut­ter erar­beit­en”, denn für den Hund bedeutet Arbeit­en art­gerechte Beschäf­ti­gung, gemein­same Zeit mit Frauchen / Her­rchen und eine ganze Menge Bestä­ti­gung.

Nutze behutsam den Futterneid

Dieser Tip kann effek­tiv und gefährlich zugle­ich sein, daher möchte ich hier unbe­d­ingt darauf aufmerk­sam machen, vor­sichtig vorzuge­hen. Es gibt Hunde, die bei der bloßen Anwe­sen­heit ander­er Artgenossen, aus Fut­terneid fressen. Bei manchen Hun­den kann das Ein­laden eines guten Fressers bere­its aus­re­ichen, dass sie sich auf ihr Fut­ter stürzen und nach weni­gen Malen auch alleine zuver­läs­sig fressen. Queen und Püp­pi fressen zum Beispiel bess­er, wenn ihre Näpfe unge­fähr einen Meter auseinan­der ste­hen. Ste­hen sie weit­er auseinan­der, geht Püp­pi auch gerne erst ein­mal aus dem Raum. Sie scheint zu glauben, dass sie erst ein­mal in Ruhe guck­en kann, was Her­rchen macht und ihr Fut­ter wird wohl anschließend noch da ste­hen, wo sie es zurück gelassen hat. Ste­hen sie näher zusam­men, hängt Queens Kopf bei Püp­pi im Napf. Aber nicht nur das: Es kann hier wirk­lich zu Aggres­sio­nen kom­men. Nicht jed­er Hund mag es, wenn ein ander­er Hund in der Nähe frisst. Ich habe schon miter­lebt, wie zwei Hunde, die jahre­lang zusam­men lebten, sich ineinan­der ver­bis­sen haben, weil sie nebeneinan­der saßen, als jemand ein Leck­er­li in die Mitte warf. Dieser Tip kann helfen, aber ist wirk­lich mit Vor­sicht zu genießen.

Mikrowelle

Was bei uns ein­fach super hil­ft ist die Mikrow­elle. Ich meine damit nicht, dass wir das Fut­ter erhitzen, son­dern dass wir es für ca. 15 bis 20 Sekun­den in die Mikrow­elle stellen. Das Fut­ter wird inner­halb dieser kurzen Zeit nicht warm, aber es riecht wesentlich inten­siv­er. Vor allem bei Püp­pi hil­ft das unglaublich gut.

Der Napf

Manch­mal hil­ft es, den Napf auszu­taschen. Edel­stahl ist ohne­hin nicht der Knaller. Mit Keramiknäpfen ist man wesentlich bess­er bedi­ent. Queen frisst zum Beispiel gerne aus einem erhöht­en Napf, wohinge­gen Püp­pi lieber flache Schalen bevorzugt. Hier kann man auch super mit nor­malen Gefäßen aus dem Haushalt herumpro­bieren, bevor man Geld für neue Näpfe aus­gibt, ohne dass es eine Verän­derung gibt. Den Napf kann man auch super auf einem sta­bilen Kar­ton stellen, um zu schauen, ob dem Hund ein erhöhter Fut­ter­platz gefällt. Bevor man eine flache Schale kauft, kann man das Fut­ter auch auf eine Unter­tasse leg­en. Das Mate­r­i­al kann hier auch entschei­dend sein. Es gibt zahlre­iche Hunde, die ungern aus Edel­stahlnäpfen fressen — die meis­ten wis­sen ein­fach, was gut für sie ist 🙂

Feste Struktur oder lieber nicht?

Auch die Struk­tur ist eine Schraube, an der man drehen kann. Queen zum Beispiel hat es geholfen, dass die Füt­terung nicht immer gle­ich abläuft. Ger­ade in der Zeit, in der sie so unsich­er war, war das Fressen für sie mit Stress ver­bun­den. Sobald sie sah, dass ich das Fut­ter fer­tig gemacht habe, ist sie aus dem Raum gegan­gen. Sollte der Hund also bere­its so weit sein, dass Fressen für ihn Stress bedeutet, sollte man die feste Struk­tur auf­brechen, um keinen Stress auszulösen. Han­delt es sich um unsichere Hunde, kann eine feste Struk­tur dur­chaus helfen.

Fazit

Es gibt also zahlre­iche Schrauben, an denen man drehen kann. Ich finde es ganz beson­ders wichtig, das Prob­lem ernst zu nehmen. Mein­er Mei­n­ung nach ist den wenig­sten Hun­den geholfen, wenn man ein­fach nach zehn Minuten den Napf weg nimmt. Natür­lich ist es mit mehr Aufwand ver­bun­den, wenn der Hund sich sein Fut­ter erar­beit­en muss, aber ein­fach mal eine Hand voll Fut­ter für die Nase­nar­beit mit auf den Spazier­gang zu nehmen, sollte kein Prob­lem sein. Bevor Druck entste­ht und der Hund das Fressen mit etwas Neg­a­tivem verbindet, sollte man im Sinne seines Hun­des kreativ wer­den und nicht ein­fach den Napf weg­stellen.

Welche Erfahrun­gen habt ihr mit mäke­li­gen Hun­den gemacht? Habt ihr weit­ere Tips, die euch geholfen haben?

(Vis­it­ed 115 times, 1 vis­its today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.