Über den Heiligen Gral, der sich als Fastfood entpuppte…

Über den Heiligen Gral, der sich als Fastfood entpuppte…

Vor Kurzem besuchten wir die House of Dogs in Berlin. Dort hat­ten wir die großar­tige Gele­gen­heit, einige ganz lieber Blog­ger — Kol­legin­nen ken­nen ler­nen zu dür­fen. Schnell wurde die Messe zur Neben­sache und wir saßen im Schat­ten und plauderten.

Natür­lich ging es um unsere Hunde — klar, worum auch sonst 🙂 Schließlich hat uns die Liebe zu unseren Vier­bein­ern an diesem Tag zusammengeführt.

Und immer wieder ging es um das Thema Ernährung. Es war nicht nur inter­es­sant, was unsere Exper­tin Ker­stin von 2und4zusammenunterwegs erzählte. Es war auch erschreck­end, denn ich merkte, wie wenig ich doch eigentlich über gesunde Ernährung wusste.

Ich habe schon ein­mal ver­sucht zu bar­fen. Wollte mich so langsam in dem Thema hinein­le­sen, doch Queen war nicht so begeis­tert und so ließ ich es. Trock­en­fut­ter wie Plat­inum kann doch nicht soooo schlecht sein — schließlich sollen da 70% Fleisch drin sein. Und das fühlt sich so weich an, irgend­wie natür­lich, oder?

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Während der Gespräche mit den Mädels ging es unter anderem um Salz im Hun­de­fut­ter, um Brühe und nicht deklar­i­erte Inhaltsstoffe. Es ging um gekochtes Fleisch, um Dosen­fut­ter und um rohes Fleisch.

Dass “tierische Neben­erzeug­nisse” nichts Gutes bedeuten, habe ich schon vorher gewusst. Aber was die anderen aus den Inhaltsstof­fen einer Pack­ung her­ausle­sen kon­nte, war nicht nur beein­druck­end, son­dern vor allem jagte es mir eine riesen Angst ein.

Mit Ker­stin unter­hielt mich ich nach der Messe noch über ein ganz bes­timmtes Fut­ter. Ich dachte, ich hätte den Heili­gen Gral unter den Hun­de­fut­tern gefun­den, Ker­stin sagte kurz und knapp: Mal ganz nett, aber im Prinzip wie Fastfood.

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What?

Ich habe die Ver­ant­wor­tung für zwei Hunde über­nom­men und auch, wenn meine Leserzahlen nicht ins Unendliche gehen, so habe ich doch eine Vor­bild­funk­tion, oder? Irgendwie…

Eine grobe Vorstel­lung von dem, was in einem Fut­ter vorhan­den sein soll und was nicht, die hatte ich bere­its. Doch dieses Woch­enende machte mir klar, dass eine grobe Vorstel­lung nicht aus­re­ichen kann — nicht aus­re­ichen darf.

Und so musste die liebe Ker­stin ran.

Ich löcherte sie mit Fra­gen und geduldig beant­wortete sie alle meine “Mir fällt da noch was ein” — Nachrichten.

So langsam wird es. Ich weiß nun einiges mehr und ich bin tierisch dankbar für Ker­stins Hilfe.

Natür­lich bin ich keine Exper­tin und werde dies auch niemals sein. Aber ich weiß nun, auf was ich achten muss und wie ich das Fut­ter von meinen Hun­den selbst zusam­men­stellen kann, um sie art­gerecht und gesund ernähren zu können.

Und so komme ich auch schon zu der Botschaft hin­ter diesem Artikel:

Informiert euch. Glaubt nicht alles, was man euch erzählt. Die “Haus­marke” kann nicht die Lösung für alles sein und wenn dir ein Tier­arzt genau das Fut­ter emp­fiehlt, für das in der Warte­halle ein Wer­be­film lief, dann läuft da vielle­icht etwas schief. Das Fehlen von “tierischen Neben­erzeug­nis­sen” ist nicht alles. Rech­net doch mal die % — Angaben zusam­men. Kommt ihr über­haupt auf 100%?

Ihr habt die Ver­ant­wor­tung für eure Tiere über­nom­men und sie haben keine Wahl. Sie müssen das fressen, was ihr ihnen in den Napf gebt. Und sorry, aber nicht nur Pedri­gree und Frolic sowie die Dis­counter — Fut­ter sind Müll.

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Erst let­zte Woche stand ich in einem bekan­nten Tier­markt an der Kassen. Vor mir eine Dame, die sich mit der Mitar­bei­t­erin unter­hielt. “Ich weiß gar nicht, warum er sich das Fell so aus­reißt. Die Haut darunter ist völ­lig vere­it­ert.” “Vielle­icht suchen Sie mal eine Heil­prak­tik­erin auf” schlug die Mitar­bei­t­erin vor. Vor der Dame stand eine Palette voll Pedi­gree. Nun war ich ger­ade drin in dem Thema. War ange­fixt und hab Blut geleckt. Mein kleines Klugscheißer­gen ließ sich nicht mehr länger in Ket­ten hal­ten und so rutsche mir her­aus “Als erstes würd ich mal diesen Mist zurück ins Regal stellen.” Ein kurzes Gespräch kam zus­tande, indem ich meine juris­tis­che Überzeu­gungskraft raus­holen kon­nte und ich hielt ein Plä­doyer für frisches Fleisch. Die Frau war wirk­lich inter­essiert, schien zu besorgt um ihren Vier­beiner, als dass die der Ver­rück­ten hin­ter ihr nicht zuhören wollte. Und siehe da, sie ließ das Fut­ter ste­hen und beschloss mit ihrer Tierärztin über das Bar­fen zu sprechen.

Ich komme nicht umher zuzugeben, dass die Mitar­bei­t­erin mich nicht mehr soooo fre­undlich bedi­ent hatte, aber das war egal.

Nicht jedes Fut­ter ist schlecht, aber bitte informiert euch! Euren Hun­den zuliebe!

Vie­len Dank nochmal an Ker­stin für deine viele Mühe und dein Geduld mit mir. Ich habe ganz viel mitgenom­men und bin dir sehr dankbar für deine Hilfe!

Wenn ihr euch auch informieren wollte und vielle­icht sogar einen Fut­ter­plan für euren Hund erstellen lassen wollt, dann schaut mal auf der Seite von Ker­stin vor­bei. Sie wird euch helfen können!

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Posted on: 29. Juni 2016Sabrina

5 Gedanken zu „Über den Heiligen Gral, der sich als Fastfood entpuppte…

  1. Wie recht du hast. Es ist so schwer teil­weise, da noch irgend­wie durchzublicken als Laie. Und vor allem ist es schwer, sich nicht ver­arschen zu lassen. Als Timmy damals zu mir kam (in einer Nacht und Nebel Aktion let­ztlich) hab ich nor­males Trock­en­fut­ter gekauft, was eben ger­ade im Regal stand. Chappi, Frolic, Pedi­gree… Nichts davon fraß er wirk­lich lange. Später bekam er Trock­en­fut­ter aus dem Dis­counter. Das mochte er, dachten wir. Wir sind damals schlicht und ein­fach davon aus­ge­gan­gen, dass das gut für den Hund ist. Ist ja schließlich Hun­de­fut­ter. Und es war ja auch eine schicke Ver­pack­ung die Gutes erah­nen ließ…
    Durch Zufall ent­deckte ich nach ca. 1,5 Jahren das Buch “Katzen wür­den Mäuse kaufen…” und noch am näch­sten Tag stell­ten wir auf Barf um. Seit dem geht es Timmy nicht nur deut­lich besser, er frisst auch mit absolutem Genuss. Er freut sich richtig auf sein Fressen. Es ist wirk­lich erschreck­end, was die Tier­fut­ter­mit­telin­dus­trie den Leuten weiß machen möchte und wie sie die Ver­braucher let­ztlich verarschen. 

    Liebe Grüße von uns

    1. Ich habe auch schon Fut­ter gegeben, wo ich heute nur die Hände über dem Kopf zusam­men­schla­gen kann. Seit Püppi da ist, frisst Queen deut­lich besser, daher werde ich die Chance nutzen um nochmal auf Barf umzustellen. Dabei muss es aber jetzt auch bleiben, weil ich alles andere nicht mehr mit meinem Gewis­sen vere­in­baren kann. Schreck­lich, wie sehr man ver­arscht wird…

  2. Die Pack­ung sieht so hüb­sch aus und der Hund freut sich doch in der Wer­bung sooooo sehr. 😉 Jaja, ich hab zwar im Urlaub auch Dose gefüt­tert und nehm Plat­inum als Leck­erchen, aber anson­sten mampft mein Fräulein frisches Fleisch (bzw. Frost­fleisch) und das mit Begeisterung.
    Mein erster Hund Jenny bekam radikal Dis­coun­ter­fut­ter und sie hat es ständig ste­hen lassen und da wir ein­fach vom Tisch mit­ge­füt­tert haben (ohne Soße und ungewürzt) war es mir eigentlich rel­a­tiv egal. Sie hat sich Nudeln, Fleisch, Karot­ten usw. im Affen­zahn reinge­dreht und war ein putz­munteres Kerlchen.
    Rocky kam und mit ihm ein Umdenken. Ich hab mich schlau gemacht über Ernährung und nach län­gerem Rumpro­bieren und einem Hund, der aus­sah, wie ein Krebs (kom­plett rote Haut und Haa­raus­fall) hab ich von einem Tag auf den anderen auf Barf umgestellt. Das war vor mit­tler­weile über 10 Jahren. Seit­dem hab ich nie was anders gefüt­tert und nur in kurzen Unter­brechun­gen mal Dose oder Trofu (zu spät bestellt, Urlaub, vergessen aufzu­tauen). Jede Unter­brechung quit­tiert mir Shiva mit Durch­fall oder Kratzen, Kratzen, Kratzen…
    Flauschige Grüße
    San­dra & Shiva

  3. Eigentlich gefällt mir Bar­fen auch. Unser Hund hat seit dem Alter von 3 Monaten bis er 9 Monate alt war Barf bekom­men. Die ersten Monate ging alles gut, aber dann bekam er ständig alle paar Wochen schlim­men Durch­fall. Nichts half, er hat es ein­fach nicht mehr ver­tra­gen. Jetzt füt­tern wir seit ein paar Wochen Wolfs­blut und der Durch­fall kam sei­ther nicht wieder. Die andere Seite gibt es also auch, das Barf mal nicht ver­tra­gen wird. Geliebt hat er es sehr, aber Trock­en­fut­ter findet er auch gut. Er bekommt auch ab und zu mal ein wenig Fleisch und Gemüse und natür­lich Kauar­tikel dazu. Damit geht es ihm jetzt gut.

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