Wann ist ein Hund ein Luxushund? ?>

Wann ist ein Hund ein Luxushund?

Heute geht es um ein Thema, welches mich in let­zter Zeit immer häu­figer beschäftigt hat:

Luxu­shunde.

Genau wie bei Kinderbe­darf­sar­tikeln, der Ein­rich­tung, dem Auto und den eige­nen Klam­ot­ten: man bekommt Dinge für kleines Geld, hochw­er­tige Artikel für etwas mehr und schließlich auch den puren Luxus.

So auch bei den Vierbeinern.

Mit einem Umsatz­plus von 2,2 Prozent erzielte die deutsche Heimtier­branche 2015 im Fach– und Lebens­mit­teleinzel­han­del einen Gesam­tum­satz von 4,11 Mrd. Euro. Hinzu kamen 450 Mio. Euro über den Online-Markt. Somit hält die Branche das hohe Umsatzniveau der Vor­jahre und entwick­elt sich weit­er­hin positiv.

Glücksrad5

Wir alle kom­men nicht umher zuzugeben, dass wir viel Geld für unsere Vier­beiner aus­geben. Und ich rede dabei nicht von den Steuern, Ver­sicherun­gen und Tier­arztkosten. Ich rede von dem Fut­ter, den Kör­bchen, den Leinen und Spielsachen.

Das Fut­ter sollte hochw­er­tig sein. Unab­hängig davon, ob man nun barft oder nicht. Wir alle achten auf die Ernährung unserer Hunde und das ist auch gut so. Inhaltsstoffe spie­len eine größere Rolle als der Preis.

Leinen von der Stange sind irgend­wie lang­weilig, also schauen wir uns im Inter­net um. Han­dar­beit steht ganz oben und Tauleinen sind nun mal der Renner.

Kör­bchen sollen bequem sein und gern mal eine Num­mer größer. Sie sollen hüb­sch ausse­hen und zur Ein­rich­tung passen. Am besten auch noch leicht zu reini­gen. Auch hier findet man ein wahnsin­nig großes Angebot.

Spielzeug sollte lan­glebig sein. Auch das lassen wir uns einiges kosten.

Wer hip ist, trägt Tauleinen, hat eine Kudde von Sabro, zudem eine hüb­sche Fut­ter­bar und teure Intel­li­gen­zspiele aus Holz.

Auch ich kann mich nicht wirk­lich davon freisprechen.

Beim Thema Ernährung achte ich nicht aufs Geld und auch die Knab­ber­sachen für abends kön­nen gerne etwas mehr kosten, solange die Qual­ität stimmt. Die Mäuse schlafen in Kör­bchen von Hunter, fressen aus Näpfen von Hunter und auch sonst dür­fen Geschirre und Spielzeuge gern von dieser Firma sein. Leuchties sind teuer, aber qual­i­ta­tiv hochw­er­tiger als ver­gle­ich­bare Pro­dukte. Spielzeug von Kong wird einem auch nicht hin­ter­her geschmis­sen, aber mal ehrlich: wer hat nicht den typ­is­chen Kong Zuhause, der an gemütlichen Nach­mit­ta­gen mit Leber­wurst gefüllt wird?

Sommer15

Leben meine Hunde deshalb im Luxus?

Gute Frage, oder?

Ich per­sön­lich würde die Frage mit einem klaren “Nein” beantworten.

Doch ich bin mir dur­chaus darüber bewusst, dass man das auch anders sehen kann.

Die Frage, wann ein Hund ein Luxu­shund ist, scheint wohl nicht ganz objek­tiv beurteilt wer­den zu kön­nen. Das eigene “nor­mal” spielt eine zen­trale Rolle und vielle­icht auch die eigene finanzielle Grenze. Zudem die eigene Vorstel­lung von art­gerechter Hal­tung und dem eige­nen Ver­ständ­nis von einem glück­lichen Hund.

Gehen wir mal einen Moment in uns, dann merken wir sehr schnell, dass unsere Hunde vieles davon nicht zum glück­lich sein brauchen.

Den­noch geben wir mehr Geld für unsere Vier­beiner aus als wir müssten. Doch warum ist das so?

Brauchen wir das um glück­lich zu sein? Brauchen wir das um vielle­icht unser ständi­ges schlechtes Gewis­sen gegenüber unseren Vier­bein­ern auszu­gle­ichen? Oder ist der Hund vielle­icht sogar eine Art Sta­tussym­bol? Brauchen wir all diese teuren Dinge, um selbst etwas darstellen zu können?

Warum kaufen wir Leinen von Hunter, wenn wir das gle­iche Mod­ell auch von einer gün­sti­gen Firma haben kön­nten? Warum kaufen wir teure Tauleinen von denen wir alle wis­sen, dass die Mate­ri­alkosten nur einen so winzi­gen Teil des Preises ausmachen?

Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht.

Und den­noch gehöre ich auch zu den­jeni­gen, die gern etwas aus­ge­fal­l­enes und indi­vidu­elles für ihre Hunde kaufen und dafür gern mal etwas mehr Geld ausgeben.

cropped-neu.jpg

Und ich will mich auch gar nicht beschweren.

Mein Shop Glück­shund ist voll von “Luxu­sar­tikeln”. Kuscheldecken aus hochw­er­tigem Plüschstoff, indi­vidu­elle Fut­ter­beu­tel mit Kun­stleder­bo­den und einge­stick­tem Namen des Hun­des mit passen­dem Ruck­sack für das Frauchen, eDgar als Kuscheltier, ver­schiede­nen Plüschspielzeu­gen und vieles mehr.

Dabei kön­nten Hunde auch auf gün­sti­gen Fleecedecken liegen, Fut­ter­beu­tel bekommt man für kleines Geld in jedem Tier­markt. Dann ist halt das Logo des Geschäfts drauf aber hey was soll’s. Schließlich hängt dieser Fut­ter­beu­tel an tausend Garderoben.

Obwohl wir hier noch von “Kleinigkeiten” sprechen. Wer bei mir bestellt, wird schließlich nicht arm.

Jedoch erin­nere ich mich an ein Kör­bchen auf einer Hun­demesse. Ange­fer­tigt aus Holz mit maßgeschnei­dertem Kissen mit passenden kleinen Kissen und aufge­stick­tem Namen. Preis: 399,95 EUR

Für ein Kör­bchen. Nahezu 400 EUR.

Ich erin­nere mich an eine Fut­ter­bar für 249,99 EUR. Ange­fer­tigt aus hochw­er­tigem Holz mit wun­der­schö­nen Schalen in einem klas­sis­chen und clea­nen Design.

Eine Fut­ter­bar. Für nahezu 250 EUR.

Ich denke an eine Leine aus Leder. Handge­fer­tigt in Eng­land mit passen­dem Hals­band in einem umw­er­fenden rot. Leine und Hals­band lagen zusam­men bei 229,99 EUR.

Eine Leine mit passen­dem Hals­band. Nahezu 230 EUR.

Der kleine Löwe fiindet ihr neues Halsband meeegaaaaaa :D

Wenn ich diese Preise sehe, dann befinden sich diese Pro­dukte alle weit hin­ter meiner per­sön­lichen Grenze. Ich würde es schlicht nicht ein­se­hen so viel Geld für diese Pro­dukte auszugeben. Und dabei weiß ger­ade ich, was es bedeutet, handge­fer­tigte Pro­dukte anzubieten.

Jeder von uns hat eine Grenze. Bei jedem von uns liegt sie an einer anderen Stelle. Jeder von uns muss diese Grenze selbst stecken. Muss selbst entschei­den, was einem ein Pro­dukt wert ist und ab wann man von “zu viel” spricht.

Und obwohl auch ich von diesem Geschäft lebe, möchte ich doch auf eines aufmerk­sam machen:

Wir alle kön­nen selbst entschei­den, was wir unserem Hund gön­nen und was nicht.

Wir alle kön­nen selbst entschei­den, wieviel Geld wir für unseren Vier­beiner ausgeben.

Doch wenn wir das näch­ste Mal in einen Tier­markt fahren, dann schaut euch in den Ein­gangs­bere­ichen mal etwas genauer um. Schon bald wer­den dort Wei­h­nachts­bäume ste­hen. Geschmückt mit kleinen Bildern von Tieren, die ihr Wei­h­nachts­fest nicht wie unsere Vier­beiner behütet und ver­wöhnt bei uns ver­brin­gen kön­nen. Es han­delt sich um Tiere, die ihre Wei­h­nacht­stage im Tier­heim ver­brin­gen wer­den. Und all diese Tiere haben unter ihrem Bild kleine Wün­sche. Sie wün­schen sich Kau­knochen, um die Zeit totzuschla­gen. Sie wün­schen sich eine neue Leine, um wieder spazieren gehen zu kön­nen und sie wün­schen sich eine Bürste, damit die Knoten aus ihrem Fell verschwinden.

Und bevor wir hem­mungs­los für unseren Vier­beiner shop­pen und den fün­ften Ball oder die vierte Leine in den Einkauf­skorb legen, soll­ten wir vielle­icht den ein oder anderen Wun­sch vom Baum nehmen und dem Vier­beiner auf dem Bild ein Lächeln auf die Lefzen zaubern. Denn es gibt so viele Vier­beiner da draußen, über die sich nie­mand so viele Gedanken macht wie wir es täglich um unsere Hunde tun.

Teilen Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestShare on Google+

3 thoughts on “Wann ist ein Hund ein Luxushund?

  1. Ich finde, der Preis allein macht nicht den Luxus, son­dern die Funk­tion und Qual­ität. Pani­nis Kör­bchen war auch teuer. Aber nicht, weil Swarovski-Steinchen dran sind oder ähn­liches, son­dern weil die Liege­fläche aus Visco-Schaum besteht, was für Arthrose und Spondy­lose hil­fre­ich ist. Es liegt sich nicht durch, lässt sich gut abziehen und waschen, was die Lan­glebigkeit aus­macht. Ger­ade bei Hun­deartikeln bedeutet ein (ver­gle­ich­sweise) geringer Preis oft, dass sie schnell kaputt sind. Beson­ders Spielzeuge sind regel­recht darauf angelegt. Eine dop­pelt genähte Leine franst nun mal nicht aus und liegt sehr lange gut in der Hand. Aber es ist dann nicht die Bil­lig­ste. Handge­fer­tigte Tauleinen kann man zum Repari­eren ein­schicken, falls mal was dran sein sollte. Gute Sachen leben länger, darüber freut sich der Geld­beu­tel langfristig und die Umwelt sowieso. Klar gibt es Dinge, bei denen der Preis nichts mit der Qual­ität zu tun hat. Grund­sät­zlich gilt für mich bei Hun­deartikeln aber der alte Spruch: Um bil­lig zu kaufen, hab ich ein­fach nicht genug Geld.

  2. Liebe Sab­rina,
    Ein wirk­lich toller Artikel! Und ja ich kann mich da auch nicht von freis­prechen: Ich gehe lieber in unseren Bio Hun­de­laden, lasse mich dort beraten und kaufe auch mal 1–2 Dinge mehr. 😉
    Und ich finde schon, dass ein Tier, was keinen Funk­tion hat (außer natür­lich uns zu begleiten und unseren All­tag schöner zu machen) schon ein Luxus gut ist. Ist halt ein sehr Zeit– und Geld­in­ten­sives Hobby. Auch wenn unsere Fell­nasen natür­lich zur Fam­i­lie gehörn. Und egal ob es nun die Trixie Nylon Leine oder die Led­er­leine ist; am Ende ist es ein kleiner Luxus… den wir natür­lich alle gerne ausleben. 😉
    Ich gehe da auch total mit Heidi mit; ich kaufe auch lieber ein­mal Qual­ität (Lei­der habe ich da was Kör­bchen angeht am Anfang nicht so drauf geachtet und laaange rumpro­biert) anstatt häu­fig murks.
    Und klar sind dann die einzel­nen Artikel (grad von Kong und co) teuer, aber man muss sie nicht ständig ersetzten.
    Und wer meint seinem Hund ein Strasshals­band umzu­tun; go for it. Dem Hund ist es egal, solange er sich trotz­dem damit ab und an im Dreck wälzen darf. 😀

  3. Hey Sab­rina,

    zu allererst möchte ich dir erst ein­mal ein Kom­pli­ment für deinen Blog aussprechen, bevor ich hier zum Loss­chreiben beginne 😉 Er gefällt mir näm­lich richtig gut, beson­ders weil du in deinen Blog­beiträ­gen immer so ehrlich bist! 🙂

    Aber jetzt zum Thema 🙂 Deine Mei­n­ung, dass deine Hund nicht im Luxus leben, kann man so eigentlich nicht unter­schreiben. Noch dazu wenn man an all die armen Würstchen in den Tier­heimen denkt, welche oft sogar nicht ein­mal genü­gend Fressen oder Wasser bekom­men und auch sonst in ziem­lich unmen­schlichen Ver­hält­nis­sen leben müssen.

    Und dann gibt es eben auch Hunde, welche genauso wie deine Queen und Püppi so viel mehr haben als diese Hunde. Marken­leinen, einen Haufen Spielzeug oder andere handgemachte Dinge. Auch wenn hier der Ver­gle­ich ein wenig hinkt, da du die Sachen ja auch selbst anfer­tigst und somit nicht soviel dafür zahlen musst, wie es die anderen Kon­sumenten so tun müssen. 😉 Aber auch das ist ja schon Luxus genug, ein Frauchen zu haben welches selbst Hun­dezube­hör anfer­tigt. 🙂 Schon aus all diesen Gründe finde ich ein­fach, dass deine Hunde im Luxus leben. Denn sowie du schon in deinem Beitrag geschrieben hast. Solch teures Zube­hör brauchen unsere Hunde doch eigentlich nicht (bis auf das hochw­er­tige Fut­ter halt) und alles was nicht zum Über­leben gebraucht wird sind halt eben Luxusgüter. 😉

    Und ich finde, dass auch Keana (mein blonder Schatz) bere­its in ziem­lichem Luxus lebt, auch wenn sie nicht so viele Sachen wie deine Mädels besitzt 🙂 Denn sie hat lediglich zwei Spieltaue, meine aus­rang­ierte Bettdecke im Korb, zwei Hals­bän­der sowie Leinen (wobei die Hals­bän­der und eine Leine aus Naturleder sind, das will ich hier ein­fach mal gesagt haben :D), zwei Plüschis welche vom Flohmarkt stam­men und eben ein Her­rchen, welches sie über alles auf dieser Welt liebt 🙂

    Das einzige worauf ich halt wirk­lich Wert lege ist eigentlich nur das Fut­ter und das gilt nicht nur für die Hunde hier, son­dern auch für das Her­rchen. 🙂 Da wird bei uns Zuhause sogar extra für die Fell­nasen gekocht! 🙂

    Also wäre es glaube ich schon ziem­lich unter­trieben zu sagen, dass deine Hunde nicht im Luxus leben, aber das ist doch auch nichts Schlechtes! 🙂 Die Zwei kön­nen froh sein dich zu haben!

    Beste Grüße aus Österreich,
    Cor­nel, Joy & Keana

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.