Warum du niemals Google fragen solltest

Warum du niemals Google fragen solltest

Wie ihr vielle­icht mit­bekom­men habt, hat Püppi sich auf unserer Nach­mit­tagsrunde am Dien­stag eine Ver­let­zung am Auge zugezogen.

Ich habe es erst Zuhause bemerkt, weil sie über­haupt nichts angezeigt hat. Kein Win­seln, kein Kratzen am Auge. Sie ist nicht mal ste­hen geblieben.

Zuhause habe ich dann bemerkt, dass sie ihr linkes Auge nur halb geöffnet hat. Instink­tiv habe ich das Auge auf Fremd­kör­per unter­sucht und vor­sichtig mit Wasser gespühlt. Ich kon­nte weder einen Fremd­kör­per noch eine Rötung erken­nen. Das Auge tränte und sie kniff es irgend­wie zusammen.

Also habe ich getan, was ich tun musste:

ab vor den Rechner und Google fragen

Ich wurde auch direkt fündig. In einem Forum fragte ein Hun­debe­sitzer in die Runde. Er hatte genau das gle­iche beobachtet: ein halb geöffnetes trä­nen­des Auge.

Die Antworten fin­gen an bei:

Am besten du behan­delst das Auge in den näch­sten Tagen mit Kamil­letee. Klingt nach einer Bindehautentzündung.”

Obwohl keine Rötung vorliegt?

Auf keinen Fall Kamille. Damit machst du es nur noch schlim­mer. Warte mal ab bis mor­gen oder über­mor­gen. Das haben Hunde schon mal.”

Abwarten? Wenn es um das Auge geht?

Das klingt für mich nach einem Fremd­kör­per hin­ter dem drit­ten Augenlid.”

Ab zum Tier­arzt. Das Auge läuft ger­ade aus.”

Die Ratschläge began­nen also bei “erst­mal abwartengin­gen über umstrit­te­nen Behand­lungsmeth­o­den mit Kamil­letee und ende­ten in einem panis­chen “direkt zum Arzt”. 

Und jetzt?

Ich rief in der Klinik an, schilderte unser Prob­lem und wir fuhren direkt hin. Püppi hat einen Fremd­kör­per gegen das Auge bekom­men. Die Horn­haut ist ver­letzt. Die Ärztin ver­mutete, dass ein Stein gegen das Auge geflo­gen ist. Vielle­icht durch ein vor­beifahren­des Auo. Püppi bekam ein entzün­dung­shem­mendes Schmerzmit­tel und zudem eine Salbe, die wir nun eine Woche lang drei mal täglich auf­tra­gen. Es ist bere­its deut­lich besser geworden.

Doch was ich eigentlich sagen wollte:

Es ist egal, welche Krankheit oder welche Symp­tome man bei Google ein­gibt. Man wird fündig. Und eigentlich sogar mehr als das. Man findet alles. Ange­fan­gen bei harm­losen “das haben die schon mal” über wertvolle und weniger wertvolle Ratschläge bis hin zu panis­chen “mein Hund wurde deshalb eingeschläfert.”

Um einen groben Überblick zu bekom­men, habe ich schon öfter mal das ein oder andere gegooglt. Let­z­tendlich bin ich meist am gle­ichen Tag noch im Wartez­im­mer unserer Klinik gelandet.

Erschreck­end finde ich stets, dass es schein­bar Men­schen gibt, die den Tier­arztbe­such durch Google erset­zen und auf diese oft völ­lig falschen Ratschläge hören. Aus Bequem­lichkeit? Um Geld zu sparen? Ich weiß es nicht.

Google macht einen irre.

Man sucht Rat, ist ohne­hin schon verzweifelt und liest eine Hor­rorgeschichte nach der näch­sten. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe noch nie nach einem Google — Aus­flug ein beruhi­gen­des Gefühl verspürt.

Ich erin­nere mich immer gern an Queens “Augen­prob­lem”. Wir saßen im Zug und irgend­wie fiel mir auf, dass ihre Augen blau schim­merten. Sofort wurde Google befragt. Ange­fan­gen von einem grauen Star bis hin zur bekan­nten Schäfer­hund­ker­ati­tis und sämtlichen anderen Augen­erkrankun­gen. Eines war direkt sicher: Queen erblindet.

Am näch­sten Tag stand ich also in der Tierklinik und erk­lärte panisch, dass mein Hund blind wird. Der Arzt holte sämtliche Geräte, die die Praxis bot. Nach guten zwanzig Minuten kam nur ein Satz: Die Augen sind gesund.

Aber ich habe doch im Zug diesen Schim­mer gese­hen? Die Augen wer­den bes­timmt bald trüb?”

Sie wis­sen aber schon, dass im Zug das Licht in den Röhren einen Blauschim­mer enthält oder?

Meine Mund­winkel zuck­ten, meine Stirn run­zelte sich.

Stimmt. Jetzt wo er es sagte. Ich schlug mir gedanklich vor die Stirn.

Leute, mal im Ernst.

Wir alle ken­nen unsere Hunde am besten. Haben ein Bauchge­fühl dafür, ob es unserem Hund gut geht, ob er sich in seinem Ver­hal­ten verän­dert hat.

Haben wir ern­sthaft das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, dann ab zum Arzt.

Aber Schluss mit Google. Man macht nur sich und seinen Hund ver­rückt und ist anschließend noch besorgter als vorher. Zudem besteht immer die Gefahr, dass man auf falsche Ratschläge hört oder Symp­tome ver­harm­lost, die uns eigentlich ein Zeichen sein sollten.

Google ist sicher ein hil­fre­icher Kumpel, aber bitte nicht, wenn es um Erkrankun­gen oder Symp­tome geht. Und falls ihr die Fin­ger nicht von den Tas­ten lassen könnt, dann bitte nur als groben Überblick und bitte niemals als Ersatz für den Tierarzt.

Teilen Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestShare on Google+
Posted on: 19. Mai 2017Sabrina

3 Gedanken zu „Warum du niemals Google fragen solltest

  1. Huhu
    Na wie geht’s der süßen Maus?
    Ja ich gehöre auch zu den googlern. Danach hab ich qua­sie schon alles gehabt. Bei Kylar lass ich es meist bleiben. irgend­wie kann ich mit seinen Diag­nosen schlechter umge­hen als mit meinen falschen Diagnosen 🙂
    Bei Inster­gram hast du Ger­sten ein tolles Bild von Püppi gepostet, da sieht das Auge schon richtig gut aus. Kleiner weißer Punkt unverändert? 

    Liebe Grüße und nasse Küsse 

    Eva und Kylar

    1. Es ist ja lei­der nicht nur ein kleiner weißer Punkt. Die Pupille ist geweitet und es liegt ein Schleier über dem Augen. Ich habe das Gefühl, dass es besser gewor­den ist, aber nur minimal. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.