Was macht eigentlich einen guten Hundehalter aus? ?>

Was macht eigentlich einen guten Hundehalter aus?

In let­zter Zeit habe ich mir immer wieder die Frage gestellt, was eigentlich einen guten Hun­de­hal­ter ausmacht?

Wer wie ich regelmäßig Blogs liest und in Foren stöbert, kommt nicht umher zuzugeben, dass es viele Bere­iche gibt, in denen sich große Extreme entwickeln.

Das Thema Ernährung wird oft nicht mehr wis­senschaftlich betra­chtet, son­dern als eine Art Reli­gion ange­se­hen. Bei dem Thema Imp­fun­gen wird wild und heftig disku­tiert. Möchte man sich über hil­fre­iche Mit­tel gegen Zecken informieren, trifft man auch wilde Beschuldigun­gen; gerichtet an diejeni­gen, die zugeben, chemis­che Mit­tel zu verwenden.

Spricht man mit anderen Hun­de­hal­tern von nebe­nan über solche The­men, trifft man auf eine andere Welt. Es gibt Men­schen da draußen, die wis­sen nicht, was BARF bedeutet. Die denken keine Sekunde darüber nach, ob das Mit­tel im Nacken ihrer Hunde eine Chemiekeule ist oder nicht. Imp­fun­gen sind ebenso selb­stver­ständlich wie Wurmkuren und Nahrungsergänzungsmit­tel sind beim guten alten Pedri­gree nicht notwendig.

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Sind nun die Menschen, die sich dort in den Foren herumtreiben bessere Hundehalter als diejenigen, die sich über all diese Fragen keinerlei Gedanken machen??

Vielle­icht sollte man zur Beant­wor­tung dieser Frage zweier­lei Per­spek­tiven betrachten.

Aus der Sicht eines Men­schen würde ich schon behaupten, dass man ein besserer Hun­de­hal­ter ist, wenn man sich mit dem Thema Ernährung, Gesund­heit und Erziehung adäquat und aus­führlich auseinan­der­setzt. Mit dem Tag des Einzuges unseres Hun­des haben wir die Ver­ant­wor­tung für ein Lebe­we­sen über­nom­men. Es ist unsere Auf­gabe, dass es unserem Hund gut geht. Für mich gehört es ein­fach dazu, sich zu informieren, weit­erzu­bilden und so viele Infor­ma­tio­nen zu sam­meln, dass man let­z­tendlich in der Lage ist, eine Entschei­dung aus dem Bauchge­fühl her­aus tre­f­fen zu können.

Und damit meine ich nicht, dass jeder Bar­fen muss. Dass nie­mand mehr seinen Hund impfen sollte und dass Wurmkuren schädlich sind.

Auch ich barfe nicht (mehr). Ich lasse meine Hunde impfen und sie bekom­men Wurmkuren. Beim Thema Zeck­en­schutz ver­meide ich die Chemiekeule und beschränke mich auf natür­liche Mittel.

Aber man sollte sich mit den The­men auseinan­der­set­zen. Man sollte wis­sen, was in den Spot — ons der Tierär­rzte enthal­ten ist. Man sollte sich darüber bewusst sein, was die Imp­fung für einen Hund bedeutet und man sollte wis­sen, was man seinem Hund füttert.

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Ein Hund würde die Frage wahrscheinlich völlig anders beantworten:

Für ihn wäre wahrschein­lich wichtiger, viel Zeit mit seinem Zweibeiner ver­brin­gen zu kön­nen. Art­gerechte Beschäf­ti­gung ständ wohl eben­falls oben auf dem Zettel. Einem Hund ist es wahrschein­lich gle­ichgültig, ob er nun eine Wurmkur verabre­icht bekommt oder nicht. Haupt­sache, er kann gemein­sam mit seinem Zweibeiner den Wald erkun­den und gemein­sam Aben­teuer erleben.

Einem Hund ist es egal, wieviele Leinen und Hals­bän­der an der Garder­obe hän­gen und wieviel Spiel­sachen in der Kisten liegen. Wieviele Kör­bchen in der Woh­nung ste­hen und ob der Wasser­napf zum Fut­ter­napf passt.

Vielle­icht soll­ten wir die Welt öfter mit den Augen unserer Vier­beiner betrachten.

Sowohl wir als auch unsere Hunde wer­den abends glück­licher ins Bett gehen, wenn wir gemein­sam einen Aben­teuerspazier­gang erlebt haben als wenn wir stun­den­lang über Kot­proben vor Wurmkuren gele­sen haben.

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Das Beste ist wohl wie so oft ein gesunder Mittelweg:

Informieren ist wichtig. Wir soll­ten wis­sen, was wir unserem Hund in den Napf geben, soll­ten uns über die Gesund­heit unseres Hun­des informieren und wir soll­ten auch wis­sen, wie Hunde untere­inan­der kom­mu­nizieren, um sie ver­ste­hen zu können.

Und wenn man zwei oder drei Artikel zum Thema Zeck­en­schutz gele­sen hat, kann man sich die Wan­der­schuhe anziehen, den Ruck­sack packen und loslaufen.

Denn das ist es doch, was uns glück­lich macht:

Einen zufriede­nen Hund neben uns zu haben, mit dem wir die Welt ent­decken können.

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3 thoughts on “Was macht eigentlich einen guten Hundehalter aus?

  1. Ich sehe das genau so wie du.
    Für viele Hun­debe­sitzer sind die Hunde ja wie Kinder ( ich gehöre dazu :))
    Da ist es doch selb­stver­ständlich, dass icb mich über die The­men informiere, welche für die Hunde im All­tag wichtig sind.
    Auch für mein Leben sind Ernährung, gute Medi­zin, Gesund­heitsvor­sorge, soziale Kon­takte und vieles mehr, abso­lut wichtige Kri­te­rien, dasel­bige möchte ich auch für meine Vierbeiner.
    Hunde sind heute feste Mit­glieder der Fam­i­lie und benöti­gen die gle­iche Für­sorge, wenn nicht noch mehr, weil Hunde immer in völ­liger Abhängigkeit zu uns Men­schen sind.
    Wie heißt es doch so schön, ” ein Hund begleitet dich ein Stück deines Weges im Leben, für den Hunde jedoch, bist du sein ganzes Leben, er lebt nur für dich.
    Ich finde dieses Sprüchchen sagt alles aus.

    In diesem Sinne 

    Her­zlichen Gruß
    Gabriele mit Mexx&Yuma

  2. Ja, sicher– es ist gut und wichtig sich zu informieren. und nein, wir Blog­ger sind nicht das Maß aller Dinge. 😀 Aber ich sehe da eine ganz deut­liche Grenze: Wir als Blog­ger schreiben mehr oder weniger für die Öffentlichkeit. Das heißt, dass wir eine Mei­n­ung (die eigene) ver­bre­iten. Die muss nicht unbe­d­ingt richtig sein, die muss nicht all­ge­mein­tauglich sein. Aber: Wir soll­ten trotz­dem besser informiert sein, als der „Nor­malo“. Ich finde, dass wir gewis­ser­maßen eine Pflicht haben, Dinge zu beleuchten und vielle­icht auch mal Kri­tik zu äußern. Ich finde nicht, dass ein nor­maler Hun­de­hal­ter über alles Bescheid wis­sen muss. Hunde hal­ten ist keine Raketen­wis­senschaft. Und die Vier­beiner haben all die Jahre wun­der­bar ohne Barf, Ölzusätze und­wasweißich­nich­talles gelebt. Der Fam­i­lien­hund meines Vaters durfte damals nur an Sil­vester ins Haus, sonst hat er draußen bei jedem Wet­ter unter dem Vor­dach geschlafen. Zu Fut­tern hat er nur Reste bekom­men. Ja, unsere Blog­ger­hunde sind ver­wöhnt, aber „Aldi-Hunden“ geht es nicht zwin­gend schlechter! Was ich immer ver­suche, ist den­jeni­gen mit Respekt gegenüberzutreten und jeden das machen zu lassen, was er möchte. Wenn Fra­gen da sind, beant­worte ich die, wenn aber jemand meint, das was er tut ist richtig — sein Ding. Egal, ob das jetzt meinen Vorstel­lun­gen entspricht oder nicht. Nur bei kör­per­licher Grausamkeit hört der Spaß auf. Aber ob der Hund jetzt 2 oder 200 Spielzeuge hat — nicht mein Problem. 🙂 

    Liebe Grüße
    Nicole

  3. Was für ein toller Beitrag! Lei­der hast du Recht. Nur weil wir bloggen ider uns in Foren aus­tauschen heißt es nicht, dass wir alles besser wis­sen. Wir vertreten unsere eigene Mei­n­ung und berichten über unsere Erfahrun­gen. Das kann hil­fre­ich sein, muss aber nicht. Man darf dabei nie vergessen, dass nicht alle Hunde gle­ich sind und somit jeder Hund ein anders Bedürf­nis hat und Dinge anders verträgt

    Liebe Grüße
    Diana

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