Allgemein, Recht und Hund

Wenn das Haustier stirbt — 5 Möglichkeiten zur Tierbestattung

Mit meinem Blog ver­suche ich, möglichst viele The­men rund um den Hund anzus­prechen. Doch eines wollte ich nie: Ich wollte nie darüber schreiben, was passiert, wenn der Hund stirbt. Wenn ich bei anderen Blog­gern Artikel zu diesem The­ma ent­deckt habe, so habe ich sie nie gele­sen.

Davon will ich nichts wis­sen” bewegte mich stets dazu, dieses The­ma bei­seite zu schieben.

Doch nun bin ich nicht nur Blog­gerin, son­dern ich bin auch selb­st­ständi­ge Recht­san­wältin im Bere­ich des Tier­rechts. In diesem Rah­men bin ich in let­zter Zeit immer wieder gefragt wor­den, was man eigentlich beacht­en müsse, wenn das Hausti­er stirbt. Darf man seinen Hund eigentlich im eige­nen Garten begraben?

Daher möchte ich heute über meinen Schat­ten sprin­gen und ein wenig Licht ins Dun­kle brin­gen.

Heute geht es um fünf Möglichkeit­en zur Tierbestat­tung:

Auch, wenn dieser erste Aspekt für jeden lieben­den Hun­debe­sitzer mehr als nur befremdlich klingt, möchte ich ihn den­noch ansprechen. Es geht näm­lich um Tierbestat­tung im All­ge­meinen, d.h. nicht nur um die eines Hun­des, son­dern beispiel­sweise auch um die ein­er Katze, eines Meer­schweinchens oder eben auch um die eines Fis­ches.

Verstorbene Tiere haben im Müll nichts zu suchen.

Dass wed­er ein Hund noch eine Katze in ein­er Müll­tonne seine “let­zte Ruh­estätte” find­en darf, ist jedem ein­leuch­t­end und käme für keinen lieben­den Tierbe­sitzer je in Betra­cht. Doch wie sieht es eigentlich mit dem kleinen Gold­fisch aus dem Gar­ten­te­ich aus?

Tat­säch­lich dür­fen kleine Tiere wie Fis­che oder Ham­ster in der Biotonne — und ich benutze dieses Wort ganz bewusst — “entsorgt” wer­den. Denn anders kann man es nicht nen­nen, wenn man tat­säch­lich sein Tier in den Haus­müll wirft. Für mich als Tier­fre­und keine vorstell­bare Sit­u­a­tion, den­noch legal. Wer ein größeres Tier in der Biotonne “entsor­gen” will, bege­ht eine Ord­nungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld rech­nen.

Die Beerdigung im eigenen Garten

Fast die Hälfte aller Tierbe­sitzer begräbt sein Tier im eige­nen Garten. Dies ist — Gott sei Dank — grund­sät­zlich erlaubt. Den­noch gibt es einige Aspek­te, die beachtet wer­den müssen.

Für größere Tiere braucht man hierzu eine Genehmi­gung vom zuständi­gen Vet­er­inäramt. Solange das Tier an kein­er meldepflicht­en Krankheit ver­stor­ben ist, wird diese Genehmi­gung in der Regal auch erteilt.

Das Haustier­grab muss ein bis zwei Meter von öffentlichen Wegen ent­fer­nt sein und min­destens einen hal­ben Meter tief sein. Hier­mit soll sichergestellt wer­den, dass keine anderen Tiere das ver­stor­bene Hausti­er aus­graben kön­nen. Das Tier sollte zudem in ein Mate­r­i­al gewick­elt wer­den, welch­es leicht ver­rot­ten kann wie zum Beispiel eine Wolldecke.

Sollte man in einem Wasser­schutzge­bi­et leben, so darf das Tier nicht im eige­nen Garten beerdigt wer­den.

Wer zur Miete wohnt, sollte zudem das Mietrecht bedenken und seinen Ver­mi­eter um die Erlaub­nis fra­gen.

Tierbeseitigungsanlagen

Wer sein Tier nicht im eige­nen Garten beerdi­gen will oder kann, der kann auf eine Tierbe­sei­t­i­gungsan­lage zurück­greifen. Dort wer­den auch die Kör­p­er ver­stor­ben­er Zootiere, Nutztieren sowie von veren­de­ten Tieren im Straßen­verkehr zu Tier­mehl oder Tier­fett ver­ar­beit­et. Ich komme nicht umher zuzugeben, dass diese Vorstel­lung für mich mehr als nur befremdlich erscheint. Auch Tierärzte geben in der Prax­is ver­stor­bene Tiere dort ab, soll­ten die Besitzer diese nicht mit­nehmen wollen.

Tierfriedhöfe, Einäscherungen und Seebestattungen

Gott sei Dank streben die meis­ten Tierbe­sitzer eine würde­volle Beiset­zung ihres Lieblings an, sodass neben dem eige­nen Garten immer häu­figer der Tier­fried­hof als Option in Betra­cht kommt.

Mit­tler­weile kann man sein Tier auch in einem Kre­ma­to­ri­um einäsch­ern und die Asche in eine Urne geben lassen. Bezüglich dieser Urne gibt es kein­er­lei rechtliche Bes­tim­mungen, sodass — im Gegen­satz zur men­schen Einäscherung — die Urne mit nach Hause genom­men wer­den darf. Die Asche darf auch ver­streut wer­den, sodass auch eine Seebestat­tung möglich ist.

Wer denkt, die Müll­tonne wäre schon befremdlich genug, der wird nun eines besseren belehrt. Ich bin mir nicht sich­er, ob ich die Müll­tonne oder die let­zte Vari­ante ver­rück­ter find­en soll. Zur Voll­ständigkeit will ich diese Option jedoch nicht uner­wäh­nt lassen.

Der Tierpräparator

Auch, wenn ich mir das abso­lut nicht vorstellen kann, lassen immer mehr Men­schen ihr Hausti­er ausstopfen. Dies ist grund­sät­zlich möglich, sodass ich das als Vari­ante mit aufnehmen wollte. Ob das aus­gestopfte Tier im eige­nen Wohnz­im­mer die Trauer­ar­beit fördert, halte ich für fraglich. Aber diese Entschei­dung muss jed­er selb­st tre­f­fen.

Und Gott sei Dank kön­nen wir das. Denn wie wir sehen, gibt es zahlre­iche Möglichkeit­en, seinen Vier­bein­er auf der let­zten Reise begleit­en zu kön­nen. Der eigene Garten sowie der Tier­fried­hof sind die aktuell am häu­fig­sten gewählten Optio­nen — ver­ständlich, wie ich finde.

Ich hoffe etwas Licht ins Dun­kle gebracht zu haben und werde daher das The­ma wieder ganz hin­ten im Schrank ver­stauen, wo es erst ein­mal bleiben kann 🙂

 

2 Comments on “Wenn das Haustier stirbt — 5 Möglichkeiten zur Tierbestattung

  1. Hal­lo, 🙂

    ein sehr schön­er und lesenswert­er Beitrag — finde ich.
    Ich selb­st lebe (lei­der) auch am besten damit, einen großen Bogen um diese The­men zu machen. Ich kann nur ganz schw­er mit dem The­ma “Tod” umge­hen. Lei­der musste ich mich schon mehrfach damit auseinan­der­set­zen. Ich favorisiere ganz klar die Bestat­tung im eige­nen Garten. Zum Glück kann ich das seit ein paar Jahren auf einem eige­nen Grund­stück tun. Es gab aber auch Jahre, da wohnte ich zur Miete. Mit dem Wis­sen, dort nicht den Rest meines Lebens zu wohnen, war es mir emo­tion­al unmöglich, meine Tiere dort zu bestat­ten. So habe ich sie dann 730km weit auf das elter­liche Grund­stück gebracht und ihnen dort eine würdi­ge let­zte Ruh­estätte herg­erichtet.
    Manch ein­er find­et das ver­rückt. Ich sehe meine Tiere als Teil mein­er Fam­i­lie. So leben sie und so behan­dle ich sie auch dann noch, wenn sie gestor­ben sind.

    liebe Grüße Andrea

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