Wer zahlt, wenn der Tierarzt gebissen wird? ?>

Wer zahlt, wenn der Tierarzt gebissen wird?

Vor kurzem schickte mir eine Leserin fol­gende Frage:

Wer haftet eigentlich, wenn ein Klein­tier den Tier­arzt beißt?

Sie reduzierte die Frage bewusst auf Klein­tiere, weil denen — anders als bei einem Hund — kein Maulkorb oder ähn­liches angelegt wer­den kann.

Die Frage lässt sich jedoch ganz all­ge­mein beant­worten, da sie unab­hängig von der Größe des Tieres auf die gle­iche Recht­slage hinausläuft.

Das Ober­lan­des­gericht Celle stellte mit dem Urteil 20 U 38/11 klar, dass grund­sät­zlich jeder Tier­hal­ter haftet, wenn das eigene Tier den Tier­arzt beißt. Dies gilt selbst dann, wenn sich das Tier gar nicht im eige­nen Ein­wirkungskreis befindet. Sollte das Tier also zum Beispiel operiert wer­den, aus der Narkose erwachen und in diesem Moment den Tier­arzt beißen, so haftet der Tier­hal­ter obwohl er gar nicht anwe­send gewe­sen ist.

Recht4

Die Haf­tung und Ver­ant­wor­tung für das Tier besteht fol­glich auch dann, wenn der Hal­ter in einer Sit­u­a­tion keinen Ein­fluss nehmen kann. Es könne aber eine Beschränkung der Haf­tung fest­gestellt wer­den. Dazu müsse der Geschädigte durch nicht angemessenes Ver­hal­ten selbst zu der Ver­let­zung beige­tra­gen haben.

Wenn also zum Beispiel die Gefahr besteht, dass der Hund zuschnap­pen kön­nte, muss der Tier­arzt beson­ders vor­sichtig sein. Einem Tier­arzt sind Sit­u­a­tio­nen, in denen Tiere beson­ders häu­fig zubeißen bekannt. Bei Hun­den und Katzen kön­nen daher zum Beispiel Maulkörbe oder Schlin­gen zum Ein­satz kommen.

Es kommt also entschei­dend darauf an, ob der Tier­arzt sich ver­ant­wor­tungs­be­wusst und vorauss­chauend ver­hal­ten hat. Wenn nicht, kommt die Beschränkung einer Haf­tung in Betracht.

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