Allgemein, Beschäftigung

ZOS — über Feuerzeuge und ungeahnte Talente

Als wir vor unge­fähr einem guten Jahr mit dem Hun­de­sport ange­fan­gen haben, stand für Püp­pi zunächst Agili­ty auf dem Plan. Vor eini­gen Monat­en jedoch wurde es zunehmend lang­weiliger. Die Kom­man­dos saßen und der Par­cour war nur sel­ten ein Prob­lem. An der Geschwindigkeit hät­ten wir noch arbeit­en kön­nen, doch irgend­wie blieb der Spaß auf der Strecke. Für Püp­pi wurde Agili­ty immer mehr zur Rou­tine. Nach der Stunde war sie nur sel­ten müde, sie schien mit dem Agili­ty nicht aus­ge­lastet zu sein.

Einige Zeit ging ich par­al­lel in eine Dog­Dance Gruppe. Mir macht das trick­sen viel Spaß und ich liebe die Abwech­slung. Durch die vie­len neuen Tricks wurde es nie lang­weilig. Die Mädels unser­er Agili­ty­gruppe habe ich schließlich mit dem Dog­Dance Virus infiziert und so wurde auch zu der Agili­tyzeit get­rickst. Mit­tler­weile kann Püp­pi schon ganz schön viele Tricks und zur Zeit entste­hen die ersten Ele­mente ein­er Chore­o­gra­phie.

Doch mit­tler­weile wer­den die Tricks schw­er­er und man braucht länger bis sie sitzen. An ein­er Übung arbeit­en wir nun schon fünf Wochen lang. Das ist kein Prob­lem, doch irgend­wie “lohnt” sich die wöchentliche Stunde nicht wirk­lich, wenn man ohne­hin winzig kleine Schritte voran kommt. So richtig viel mit­nehmen kann man aus ein­er Stunde nicht, wenn man nur an kleinen Fein­heit­en arbeit­et, die man auch Zuhause machen kön­nte.

Und so haben wir uns mit der Gruppe über­legt, wir schnup­pern uns ein­fach mal durch die Hun­de­sportarten und schauen mal, was es so gibt. Wir trick­sen natür­lich weit­er­hin, doch zwis­chen­durch mal etwas anderes machen, lock­ert alles etwas auf 🙂

Und so haben wir vor kurzem eine Stunde longiert. Einige Anstöße kön­nte ich für meine Chore­o­gra­phie nutzen, doch mein Hob­by wird das defin­i­tiv nicht. Mir ist das irgend­wie zu lang­weilig und zu stumpf. Sor­ry an alle Longier­fans da draußen 🙂 Klar ver­ste­he ich den Sinn hin­ter der Sportart, doch das ist lei­der so gar nicht meins 🙂 In Verbindung mit Dog­Dance bes­timmt, doch stumpfes Longieren ist mir echt zu lang­weilig.

Ver­gan­gene Woche habe ich dann ZOS in den Raum gewor­fen und meine bei­den Mädels aus der Gruppe waren eben­falls neugierig und so haben wir uns der Ziel — Objekt — Suche gewid­met.

Ich hab mich ganz beson­ders auf die Stunde gefreut, denn ich habe gehofft, nun etwas gefun­den zu haben, was bei­den Hun­den Spaß macht und was ich mit bei­den zusam­men machen kann. Und so kam Queen mit 🙂

Ich muss zugeben: Ich dachte, für Queen ist das ein Kinder­spiel und Püp­pi rafft es nie.

Doch es kam anders: Queen war maß­los über­fordert, ver­stand gar nichts und Püp­pi war der einzige Hund aus dem Kurs der bere­its unter Objek­ten suchen kon­nte.

Da haben der Stre­ber­schä­fi und die Kurz­nase wohl die Rollen getauscht.

Mantrail­ing — jed­erzeit und über­all. Doch ZOS? Ohne Queen 😀

Queen fand das Feuerzeug abso­lut unin­ter­es­sant, ver­stand über­haupt nicht, warum sie nun die Nase an das Ding hal­ten sollte. Und hin­le­gen? Warum denn hin­le­gen? Statt sich an das Feuerzeug zu leg­en, machte sie es sich auf mein “Platz” hin irgend­wo in der Nähe gemütlich. Dass ich immer wieder mit diesem komis­chen Teil um die Ecke kam, fand sie nicht nur merk­würdig, son­dern zunehmend gruselig. Leck­erlis suchen — kein The­ma. Doch einen Gegen­stand durch ein Platz anzeigen? Ohne Queen.

Und so alberte sie sich durch die Stunde, brachte mich einige Male zum Lachen und gle­ichzeit­ig an den Rand der Verzwei­flung 🙂

Püp­pi hinge­gen hat­te es wahnsin­nig schnell raus und wusste, was ich von ihr wollte. Gle­ich in der ersten Stunde zeigte sie das Feuerzeug unter einem Stein an.

Ich war ent­täuscht, rat­los, stolz und amüsiert zugle­ich.

Queen liebt es Leck­erlis zu suchen, Trailen oder Fährten zu gehen. Doch ZOS war ein­fach nichts für sie. Wed­er dort in der Train­ing­shalle noch Zuhause. Da ich natür­lich keinen Hund zu etwas zwin­gen werde, bleiben wir bei unseren gewohn­ten Beschäf­ti­gungsmöglichkeit­en und verun­sich­ern Queen nicht mit etwas, was ihr keinen Spaß gemacht hat.

Kurze Pause — dann wird weit­er gesucht 🙂

Ich fand mich so langsam mit dem Gedanken ab, dass Queen wohl keine ZOS — Hund wird und wir wohl weit­er­hin Zuhause ohne regeln und nach unser­er Schnau­ze Leck­erlis suchen oder Tee­beu­tel anzeigen — ohne Plat­zlage, son­dern nur mit der dick­en Nase auf dem Behäl­ter.

Püp­pi hinge­gen hat mich schon ein wenig stolz gemacht. In der zweit­en Stunde war sie motiviert und bei der Sache. Sie durfte ihr Feuerzeug nun schon unter einem kleinen Min­isuch­feld aus einem Holzbrett, einem Klemm­brett und zwei Töpfen suchen. Sie geht zwar oft erst zu dem Punkt, an dem das Feuerzeug vorher lag, doch sie kor­rigiert selb­st und zeigt es dann kor­rekt an.

Bin schon ziem­lich stolz auf die kleine Kurz­nase. Da sieht man mal wieder, dass man auch mit kleinen Hun­den so viel machen kann. Immer wieder schade, wenn man bedenkt wie viele kleine Hunde als Kuschelti­er gehal­ten wer­den.

Bevor ich abschweife, komm ich mal zum Ende.

ZOS ist defin­i­tiv eine coole Sache und lastet den Hund so richtig aus. Ich finde beson­ders gut, dass man auch Zuhause trainieren kann und ich nichts außer das Feuerzeug benötige. Man kann sich aus tausend Gegen­stän­den im Haushalt selb­st kleine Such­felder bauen und jed­erzeit und über­all mit dem Hund arbeit­en.

Habt ihr auch schon mal ZOS mit eurem Hund aus­pro­biert? Welche Hun­de­sportarten ste­hen bei euch auf dem Plan?

3 Comments on “ZOS — über Feuerzeuge und ungeahnte Talente

  1. ZOS würde ich ja auch wahnsin­nig gerne mal aus­pro­bieren. Ich denke, Moe hätte da auf jeden Fall Spaß dran, aber ich weiß nicht, ob er nicht eher einen auf Queen machen würde. 😀

    Lei­der wird bei uns so eine Gruppe nicht ange­boten, das heißt, ich müsste es zu Hause machen. Außer­dem habe ich ein biss­chen die Sorge, dass Moe sich dabei ver­let­zt — er ist ja ein kleines Tram­pelti­er und neigt schon mal dazu, sich zu über­schätzen.

    Euch auf jeden Fall noch viel Spaß beim ZOSen — vor allem der kleinen Stre­berin. 🙂

    Liebe Grüße
    Nicole

    1. ZOS ist auf jeden Fall auch etwas für Zuhause. Du kön­ntest die Gegen­stände dann so ver­steck­en, dass er sich nicht ver­let­zen kann. Ich mach das mit Queen auch so, dass sie das Feuerzeug nur noch mit der Nase anzeigt und wir das auch hier in der Woh­nung machen. Ich lege das zum beispiel auf einen Stuhl, unter die Tep­pichkante oder in die Schuhe im Flur. So zeigt es dann nur mit der Nase an (in ein­er Woh­nung ist ja auch nicht über­all Platz sich zu leg­en) und das reicht uns 🙂

  2. Indi — ihres Zeichens eben­falls Schäfer­hündin — find­et ZOS ganz okay. Im Büro hab ich ihr eine Zeit lang immer einen Stift ver­steckt. Allerd­ings liebt es es wesentlich mehr, ihre Stofftiere o.Ä. Zu suchen. Also alles, was ein biss­chen richt und das will sie dann auch nicht anzeigen, son­dern direkt zu mir brin­gen. Trailen liebt sie über alles. Madame ist jet­zt knapp 1,5 Jahre alt und weiß schon ganz genau, was sie mag. Tricks? Hmmm, wenn es Frauchen Freude macht, okay. Aber ihr selb­st macht es nicht sooo viel Spaß. Aber alles, was mit Nase­nar­beit zu tun hat: Hier! Hier! Ich! Ich!!!! 🙂

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