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[Ein ungewollter Deckakt.]

Sobald eine Hündin läu­fig ist, gilt beson­dere Vor­sicht und gegen­seit­ige Rück­sicht­nahme. Läu­fige Hündin­nen sind oft nicht gut abruf­bar und soll­ten in diesem Fall lieber an der Leine geführt wer­den. Ent­ge­genk­om­mende Hun­debe­sitzer soll­ten im gegen­seit­i­gen Inter­esse auf die Läu­figkeit hingewiesen wer­den. Doch Rüdenbe­sitzer trifft es streng genom­men noch schlim­mer, denn hier nicht nur zwei mal jährlich son­dern eigentlich immer im Hin­terkopf zu behal­ten, dass der Duft ein­er läu­fi­gen Hündin das Gehirn des Rüden abrupt auss­chal­ten kann.

Doch was passiert eigentlich, wenn es zu einem ungewollten Deckakt kommt? Wer haftet und was kommt auf den Besitzer des Rüden zu?

Die Recht­sprechung beze­ich­net einen uner­wün­scht­en Deck­akt als Sachbeschädi­gung, sodass auf­grund der Tier­hal­ter­haf­tung ein Schadenser­satzanspruch entste­ht, wenn die Hündin durch den Deck­akt trächtig wird.

Als Schadenser­satz spricht das Gericht in der Regel die Kosten des Trächtigkeitsab­bruchs und die damit ver­bun­de­nen weit­eren Tier­arztkosten zu. Nicht erstat­tet wer­den die Kosten für die Welpe­naufzucht.

Viele Gerichte nehmen jedoch ein Mitver­schulden des Hündin­nenbe­sitzers an. Dieser ist gehal­ten, Vor­sichts­maß­nah­men zu tre­f­fen. Die Hündin sollte daher nicht frei und unbeauf­sichtigt herum laufen kön­nen. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man zur Läu­figkeit — auch aus Rück­sicht auf die Rüden — Orte, an denen viele Hunde anzutr­e­f­fen sind, mei­den.

Sollte es jedoch dazu kom­men, dass der Rüde sich Zutritt zum Grund­stück der Hündin ver­schafft, indem dieser sich zum Beispiel durch den Zaun gränt, haftet der Rüdenbe­sitzer in vollem Umfang.

Stellen wir uns zudem noch folgende Situation vor:

Der nicht ganz so hüb­sch ger­atene Mis­chling Strup­pi deckt die preis­gekrönte Zuchthündin Stel­la — ein Bild, welch­es so manchen zum Schmun­zeln brin­gen kön­nte. Wenn ich mir vorstelle, in der Haut des Besitzers dieser Zuchthündin zu steck­en, dann wird mir jedoch ganz anders bei der Vorstel­lung.

Denn sollte diese Hündin eigentlich von einem Zuchtrü­den gedeckt wer­den, wird der unge­wollte Deck­akt für Strup­pi richtig teuer. Der Züchter kann hier näm­lich seinen ent­gan­genen Gewinn an den rein­ras­si­gen Welpen gel­tend machen. Und wenn man sich vorstellt, diese Welpen kön­nten 2000 EUR brin­gen und man kön­nte bei der Rasse im Durschnitt mit 6 Welpen rech­nen, dann wür­den wir bei 12000 EUR als ent­gan­genem Gewinn lan­den. Da kann man nur hof­fen, dass man eine Tier­hal­ter­haftpflichtver­sicherung hat, die unter den gegebe­nen Umstän­den des Einzelfalls den Schaden aus­gle­icht.

Fazit:

Die Natur hat nicht nur die Hitze der Hündin son­dern auch das liebestolle Ver­hal­ten der Rüden vorge­se­hen. Daher soll­ten wir alle Vor­sichts­maß­nah­men tre­f­fen — egal ob wir eine Hündin oder einen Rüden haben. Denn uner­wün­schte Deck­tak­te sind eben wie die Beze­ich­nung schon sagt “uner­wün­scht” und kön­nen zudem richtig teuer wer­den.

Besitzer von Hündin­nen soll­ten aus Rück­sicht auf die Rüden zur Zeit der Läu­figkeit in Gebi­eten spazieren gehen, in denen nicht mit vie­len Hun­den zu rech­nen ist. Beliebte Gas­sistreck­en und Hun­dewiesen soll­ten aus all­ge­mein­er Rück­sicht zur Zeit der Läu­figkeit gemieden wer­den. Die Hündin anzuleinen ist rat­sam und wirkt sich im Falle eines Schadenser­satzanspruchs nach einem unge­woll­ten Deck­akt mildernd auf das eigene Mitver­schulden aus.

Rüdenbe­sitzer soll­ten den Rück­ruf auch unter Ablenkung trainieren, da der Geruch ein­er läu­fi­gen Hündin lange in der Luft liegt und nie­mand möchte, dass sein Rüde plöt­zlich und unkon­trol­liert los­ren­nt.

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