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[Meine Tipps für den Rückruf.]

Wenn man einen Hun­debe­sitzer fragt, was ihm im Rah­men der Erziehung am Wichtig­sten ist, so mag es zahlre­iche Antworten geben. Der Hund muss ler­nen zur Ruhe zu kom­men oder muss damit zurecht kom­men, alleine bleiben zu kön­nen sind nur zwei der vie­len möglichen Antworten. Jed­er set­zt andere Pri­or­itäten und jed­er hat auch sicher­lich andere Leben­sum­stände, die diese bee­in­flussen. Ich mache kein Geheim­nis daraus, dass der Rück­ruf für mich das aller Wichtig­ste ist. Ich bin viel mit Queen und Püp­pi unter­wegs und ich möchte ihnen unbe­d­ingt so viel Frei­heit wie möglich bieten und das kann ich nur, wenn ich mich auf sie ver­lassen kann. Einen Hund, der nicht abruf­bar ist, kann man nicht ableinen. Punkt. Das hat nichts mit “Erb­sen­zäh­lerei” zu tun, son­dern dient vor allem auch dem Schutz des eige­nen Hun­des. Daher ist mir enorm wichtig, dass meine Hunde bedin­gungs­los abruf­bar sind. Ich ver­ste­he darunter selb­stver­ständlich nicht, dass sie wie Min­isol­dat­en vor mit absitzen, son­dern es reicht, wenn sie zu mir kom­men und so nah bei mir sind, dass ich nach ihrem Hals­band greifen kön­nte. Sie müssen nicht sitzen, wed­er vor noch neben mir. Mir ist nur wichtig, dass sie zu mir kom­men und soweit in meinen Ein­fluss­bere­ich kom­men, dass ich sie not­falls fes­thal­ten oder anleinen kön­nte.

Warum mir Abrufbarkeit so wichtig ist?

Ich kön­nte niemals meinen Hund frei laufen lassen, wenn ich nicht sich­er bin, ob er zu mir kommt, wenn ich ihn rufe. Ich empfinde es ehrlich gesagt auch als rück­sicht­s­los, wenn jemand einen nicht abruf­baren Hund wild durch die Gegend und auf angeleinte Hunde zu ren­nen lässt. Da wir als Hun­de­hal­ter für jedes Ver­hal­ten unseres Hun­des haften, soll­ten wir stets Ein­fluss auf ihn nehmen kön­nen. Abruf­barkeit ist unglaublich wichtig, wenn man seinen Hund ohne Leine laufen lassen möchte und gehört zu einem respek­tvollen und rück­sichtsvollen Miteinan­der ein­fach dazu. Daher habe ich in diesem Artikel meine Tipps zu diesem The­ma für euch zusam­menge­tra­gen.

Das Training startet am ersten Tag

Bere­its am ersten Tag, an dem der Hund einzieht, begin­nt das Train­ing. Egal, ob Welpe, Junghund oder erwach­sen­er Hund — es ist wichtig, direkt zu starten. Immer wieder hört man, dass Welpenbe­sitzer ihren Hund “erst ein­mal Hund sein lassen” und oft erst nach eini­gen Monat­en mit dem Rück­ruf starten. Und wenn genau zu diesem Zeit­punkt die Pubertät begin­nt, fehlen wichtige Grund­steine und das Chaos ist vor­pro­gram­miert. Was der Welpe nicht erlernt hat, darauf kann in der Pubertät nicht aufge­baut oder zurück­ge­grif­f­en wer­den und damit tut man wed­er sich noch seinem Hund einen Gefall­en. Ein Welpe fol­gt seinem Men­schen ohne­hin, beson­ders in den ersten Tagen weicht er uns nicht von den Füßen. Direkt hier mit dem Rück­ruf zu begin­nen, macht es für Men­sch und Vier­bein­er um vieles ein­fach­er.

Das grundlose Abrufen

Wür­den wir immer nur dann abrufen, wenn uns ein ander­er Hund ent­ge­genkommt, ein Rad­fahrer passiert oder ähn­lich­es, wür­den wir dem Hund das Gefühl ver­mit­teln, dass etwas Inter­es­santes passiert. Das Ergeb­nis wäre, dass sich der Hund erst ein­mal umse­hen würde, um den Grund des Abrufens her­auszufind­en. Man ver­liert nicht nur Zeit, son­dern vor allem die Aufmerk­samkeit seines Hun­des. Daher ist es wichtig, zwis­chen­durch auch grund­los abzu­rufen.

Der Jackpot

Dass ein Hund abruf­bar ist, ist schon etwas sehr Großes, denn es bedeutet nichts anderes, als dass der vom Wesen her ego­is­tisch geprägte Hund seine Aktiv­ität aufgibt, um unserem Wun­sch nachzukom­men. Daher muss es sich für den Hunde auch lohnen. Abruf­barkeit ist keine Selb­stver­ständlichkeit und sollte daher auch hon­ori­ert wer­den. Das kann ein beson­deres Leck­erlis sein oder das heiß geliebte Spielzeug — es sollte sich um etwas Beson­deres han­deln und für den Hund immer eine ganz beson­dere Beloh­nung bedeuten. Und da ein Geselle auch mehr Gehalt erhält als ein Auszu­bilden­der, soll­ten wir mit der Beloh­nung wed­er aufhören noch sparsam sein. Abruf­barkeit ist keine Selb­stver­ständlichkeit und sollte auch beim “aus­gel­ern­ten” Hund immer wieder belohnt und hon­ori­ert wer­den.

Kurzes Festhalten

Mit­tler­weile kann ich diesen Schritt über­sprin­gen, doch während man den Rück­ruf auf­baut und inten­siv trainiert, ist es hil­fre­ich, den Hund nicht nur in seine Rich­tung laufen zu lassen, son­dern darauf zu beste­hen, dass der Hund kom­plett her­an kommt und ihn daraufhin kurz fes­thal­ten. Dies hat zwei Gründe. Zum einen kann es in Gefahren­si­t­u­a­tio­nen wichtig sein, dass der Hund kom­plett zum Men­sch kommt. Lässt man durchge­hen, dass der Hund zwar in unsere Rich­tung läuft aber zwei bis drei Meter vor einem wieder umdreht, dann wer­den aus den zwei Metern schnell fünf und dann vielle­icht nur noch ein kurz­er Blick. “Hier” bedeutet also direkt bei mir. Zahlre­iche Junghunde lassen sich nicht abrufen, wenn sie ahnen angeleint zu wer­den. Das kurze Fes­thal­ten hat also gle­ichzeit­ig den Vorteil, dass der Hund nicht immer gle­ich befürchtet, er wird angeleint sobald man nach seinem Hals­band oder Geschirr greift. Nie­mand möchte seinen Hund ein­fan­gen müssen, daher kann ein kurzes Fes­thal­ten helfen, dem Hund klar zu machen, dass “hier” wirk­lich neben mir bedeutet und dass ein kurz­er Griff ins Hals­band nor­mal ist und nicht zwangsläu­fig als Ende vom großen Spaß aufge­fasst wird.

Der Rück­ruf sollte vom ersten Tag an ein The­ma sein und sollte immer auch nach Jahren weit­er­hin hon­ori­ert wer­den. Kon­se­quenz ist auch hier wichtig, denn wenn man ein­mal fest­gelegt hat, dass ein “hier” direkt neben einem bedeutet, dann sollte man das auch nach zwei oder fünf Jahren noch so beibehal­ten. Ein “ach er kam ja wenig­stens in meine Rich­tung” ver­fällt schnell in ein “wenig­stens hat er sich nach mir umge­dreht” und irgend­wann geht das “hier” links in Ohr hinein und unge­filtert rechts wieder her­aus.

Abruf­barkeit zu trainieren ist keine Last, son­dern sollte als Chance angenom­men wer­den. Denn nur ein abruf­bar­er Hund kann die Frei­heit genießen, die er ver­di­ent hat und ich finde, das ist ein ziem­lich cooles Tauschgeschäft.

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1 thought on “[Meine Tipps für den Rückruf.]

  1. Hal­lo! Ich finde es auch super wichtig, dass der Hund zurück kommt, wenn man ihn ruft. Wie du schon gesagt hast, kann er dadurch erst so richtig seine Frei­heit genießen.
    Bei mir funk­tion­iert es manch­mal super und manch­mal nicht. Ich werde mir mal ein paar Tipps von dir verin­ner­lichen und aus­pro­bieren!

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