Site Overlay

[Neuanfang.]

Oft habe ich in den let­zten Wochen an genau diesem Platz gesessen und auf den Bild­schirm ges­tar­rt. Fest entschlossen, einen neuen Blog­a­r­tikel zu schreiben. Und so schrieb ich drauf los und ver­suchte all meine Gedanken in struk­turi­erte Sätze zu brin­gen, um sie wenige Augen­blicke später doch wieder löschen zu kön­nen. Lange habe ich über­legt, woran es liegen kön­nte. An Ideen man­gelte es nicht. Doch bei jed­er aufk­om­menden Idee stellte ich mir die Frage “Soll­test du wirk­lich darüber schreiben?” Nicht, weil ich es mir nicht zutrauen würde die richti­gen Worte zu find­en, son­dern weil ich mich gehemmt fühlte. Viel zu viele Fra­gen gin­gen mir durch den Kopf. Inter­essiert das wirk­lich jeman­den? Wird man meine Worte so ver­ste­hen wie ich sie meine? Wo ist eigentlich meine Lin­ie, mein rot­er Faden? Habe ich über­haupt einen?

Durch Zufall habe ich vor eini­gen Wochen die ersten Artikel auf diesem Blog gele­sen. Eine Zeit lang habe ich ver­sucht täglich zu bloggen und genau das spiegeln die Artikel auch wieder. Frei nach dem Mot­to “Bess­er über irgen­det­was schreiben statt über gar nichts” habe ich schein­bar alles raus­ge­hauen, was mir irgend­wie in den Sinn gekom­men ist. Teil­weise hat­te ich das Gefühl, die Artikel wur­den von ein­er 15 — jähri­gen ver­fasst, teil­weise kam ich nicht umher mich zu fra­gen, ob ich den Blog genutzt habe, um meine schlechte Laune loszuw­er­den.

Kurz: Von eini­gen Artikeln war ich nahezu schock­iert. Seit ich zurück zum Anfang gegan­gen bin, kann ich mich mit vie­len Din­gen hier auf dem Blog nicht mehr iden­ti­fizieren. All die lang­weili­gen Wochen­rück­blicke, die Lästereien über andere Hun­de­hal­ter, die zum Teil her­ablassenden Artikel, wenn es um Ernährung und Erziehung ging… Ich kann da heute nur den Kopf drüber schüt­teln.

Ich habe raus­ge­hauen, was mir in den Sinn gekom­men ist. Ob ich mich über bes­timmte Hun­de­hal­ter aufgereget habe oder über Cesar Mil­lan (den werde ich übri­gens nie gut find­en kön­nen) — ich habe geschrieben, wie mir die Schnau­ze gewach­sen ist. Manche Artikel hät­ten nicht polemis­ch­er for­muliert sein kön­nen.

Nach­dem ich im Som­mer 2018 einen Strich unter mein bish­eriges Leben geset­zt und von vorne ange­fan­gen habe, hat sich so ziem­lich alles verän­dert — auch und vielle­icht sog­ar vor allem ich. Ich bin glück­lich und das kann ich heute ein­fach so sagen und genau­so auch meinen. Ich habe gel­ernt, dass man Dinge, die einem nicht gut tun, ein­fach so und ohne schlecht­es Gewis­sen aus dem Leben stre­ichen darf. Heute füh­le ich mich angekom­men. Und mit diesem Gefühl trat nach und nach mehr Gelassen­heit und innere Ruhe ein. Ich bin entspan­nter gewor­den und das auch bezüglich Queen und Püp­pi. Es ging nicht von heute auf mor­gen, doch nach und nach habe ich mich immer mehr zurückgenom­men und darauf geachtet, was die zwei mir mit­teilen. Wo ich vorher noch mit den bei­den durch den Regen gelaufen bin (denn schließlich heißt es, ein Hund muss bei Wind und Wet­ter raus), gehen wir heute bei strö­menden Regen nur das Geschäft erledi­gen und beschäfti­gen uns anschließend in der Woh­nung. Wo ich vorher noch gebarft habe (denn schließlich hat man nur das Beste für seinen Hund zu wollen), gibt es heute indus­triell hergestelltes Hun­de­fut­ter. Von “Din­gen, die man halt so macht”, habe ich mich getren­nt und höre nun mehr auf mein Bauchge­fühl. Meine Pri­or­itäten haben sich geän­dert. Statt stun­den­lang Fleisch zu por­tion­ieren, nutze ich lieber die Zeit für eine schöne Wal­drunde. Ich bin so dankbar und so glück­lich, dass es Queen und Püp­pi so gut geht und wir genießen jeden Tag, jeden Spazier­gang und jede Spielzeit im Garten. Dinge, auf die früher großen Wert gelegt habe, sind heute Neben­sache und ander­sherum.

All das — und ich kön­nte stun­den­lang so weit­er­schreiben — sind Gründe dafür, dass ich mich mit dem Blog nicht mehr iden­ti­fizieren kon­nte. Viele Artikel hätte ich heute nicht mehr so ver­fasst. Viele The­men beschäfti­gen mich heute über­haupt nicht mehr. Prob­leme, die ich bis zum Umfall­en disku­tiert habe, sehe ich heute nicht mehr als solche an. Dinge, die über die nicht nachgedacht habe, sind heute Teil unseres Lebens. Irgend­wie hat sich so ziem­lich alles verän­dert, nur der Blog nicht. Dass dieser nachzieht, war höch­ste Zeit.

Daher gab es nur eine Option: ein Neuanfang

Doch was soll sich ändern?

Artikel, mit denen ich mich nicht mehr iden­ti­fizieren kann, fliegen raus. Der Rest wird über­ar­beit­et und wird nach und nach wieder zurück­kehren.

Einige Kat­e­gorien wur­den ent­fer­nt, andere sind hinzu gekom­men. The­men wie Ernährung über­lasse ich den Profis. Ich möchte mehr über Mehrhun­de­hal­tung und über art­gerechte Beschäf­ti­gung schreiben. Dabei wird es zwar auch um Hun­de­sport gehen, doch liegt mir eher am Herzen, über kleine Beschäf­ti­gungsmöglichkeit­en für Zwis­chen­druch zu schreiben. Möglichkeit­en, seinen Hund Zuhause, im Garten und unter­wegs art­gerecht zu beschäfti­gen. Natür­lich wird es auch nach wie vor Artikel im Bere­ich Recht und Hund geben. Als Volljuristin bietet sich das ja irgend­wie an 🙂

Anson­sten bin ich natür­lich irgend­wie immer noch ich. Nach wie vor wird sich­er aus dem ein oder anderen Artikel die Ironie her­aussprin­gen und meinen Sarkas­mus wird man sich­er auch noch hier und da spüren. Bes­timmt werde ich auch noch über unsere Hun­de­begeg­nun­gen schreiben, denn es liegt mir nach wie vor am Herzen, Hun­debe­sitzer für mehr gegen­seit­ige Rück­sicht­nahme zu sen­si­bilieren. Aber ich werde nicht mehr über alles schreiben. Ernährung möchte ich wie schon gesagt den Profis über­lassen. Auch wird es eher wenig Artikel aus dem Bere­ich Erziehung geben. Nicht, weil wir keinen Wert auf Erziehung leg­en, son­dern weil diese bei uns ziem­lich prob­lem­los ver­lief und es daher in unserem All­t­ag eher sel­ten ein The­ma ist.

Einiges wird sich ändern, anderes bleibt. Dies ist der erste Artikel im Rah­men unseres kleinen Neuan­fangs. Nach und nach werde ich nun die anderen Artikel durchge­hen, entwed­er löschen oder über­ar­beit­en und wieder online stellen.

Ich hoffe, euch gefällt das neue Design und ihr bleibt uns weit­er­hin treu 🙂

Und plöt­zlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu begin­nen und dem Zauber des Anfangs zu ver­trauen. (Meis­ter Eck­hart)

(Vis­it­ed 341 times, 1 vis­its today)