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[Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen zweiten Hund?]

Immer wieder werde ich gefragt, woher ich wusste, dass es der richtige Zeit­punkt für einen zweit­en Hund ist. Ich glaube nicht, dass es den einen, all­ge­me­ingülti­gen und per­fek­ten Zeit­punkt gilt. Jed­er Hund ist anders und für jeden Ersthund muss indi­vidu­ell entsch­ieden wer­den, ob ein Zwei­thund in Frage kommt und wann der beste Zeit­punkt hier­für ist. Doch ich kann euch gerne ver­rat­en, nach welchen Kri­te­rien ich entsch­ieden haben und welche Umstände für mich wichtig gewe­sen ist.

Der erste Hund sollte nicht zu jung sein.

Vielle­icht schüt­telt schon der erste von euch den Kopf, doch für mich gibt es einige Gründe, warum der erste Hund kein Junghund mehr sein sollte.

Ein junger Hund will die Welt ent­deck­en. Er muss unseren All­t­ag ken­nen ler­nen, auf unter­schiedliche Sit­u­a­tio­nen vor­bere­it­et wer­den und er braucht ein gewiss­es Maß an Grun­derziehung. Ich liebe die Welpen­zeit. Für mich sind alle diese “ersten Momente” so magisch, dass ich jede Sekunde genießen möchte. Ich möchte, dass sich mein Welpe an mir ori­en­tiert und wir zusam­menwach­sen. Gemein­sam mit meinem Junghund möchte ich das Fun­da­ment für eine solide Erziehung leg­en und gemein­sam möchte ich her­aus­find­en, welch­es Hob­by mein Hund ver­fol­gen kön­nte. Eine Auf­gabe, auf die der Hund richtig Lust hat und die einem gemein­same Zeit und gemein­same Erleb­nisse schafft.

Für mich war klar: Erst, wenn Queens Erziehung so weit abgeschlossen ist, dass ich mich im All­t­ag auf sie ver­lassen kann, käme ein zweit­er Hund in Frage. Denn in einem Punkt kann man sich sich­er sein: Der zweite Hund wird sich an dem ersten ori­en­tieren. Sitzt beim Ersthund der Rück­ruf, wird es beim zweit­en Hund kein großes Prob­lem mehr sein. Doch ren­nt der erste Hund zum Beispiel ständig zu anderen Hun­den und ist dabei nicht abruf­bar, dann ist klar, dass der zweite Hund das wahrschein­lich genau­so machen wird. Queen hat gel­ernt, dass sie zu mir kom­men soll, wenn sie einen anderen Hund sieht. Das macht sie mit­tler­weile ohne dass ich etwas sagen muss. Püp­pi hat das mit vier Monat­en bere­its genau­so gemacht. Was ich sagen will: Hunde schauen sich wahnsin­nig viel voneinan­der ab. Wenn der erste Hund noch einige Baustellen hat, dann sollte man sich darüber bewusst sein, dass der zweite Hund all diese Baustellen genau­so übernehmen kön­nte. Man sollte vorher darüber nach­denken, ob man damit leben kann.

Man sollte also berück­sichti­gen, dass Hunde sich aneinan­der ori­en­tieren. Habe ich also zwei Junghunde, die die Welt noch erkun­den und ken­nen ler­nen müssen, ist es umständlich­er und kom­pliziert­er, als wenn ich einem Hund meine Welt zeigen kann. Kommt ein junger Hund hinzu, der sowohl einen sou­verä­nen Men­schen als auch einen sou­verä­nen Hund an der Seite hat, dann kann er viel entspan­nter ler­nen und sich richtig ori­en­tieren. Zwei pubertierende Hunde in einem Haus muss nicht, kann aber sehr chao­tisch wer­den.

Der erste Hund sollte nicht zu alt sein.

Unge­fähr ab dem neun­ten Leben­s­jahr gilt ein Hund als alt. Er wird ruhiger, genießt aus­giebige Schläfchen und spielt weniger. Ich denke nicht, dass man einem Hund dann noch einen Welpen vor die Pfoten set­zen sollte. Ein älter­er Hund wäre da schon passender, doch wenn man einen Welpen in sein Leben holen möchte, dann sollte man Rück­sicht auf den Ersthund nehmen. Ein­er 80-jähri­gen Oma wür­den wir es auch nicht mehr zumuten, jeden Tag rund um die Uhr eine Vier­jährige aufzu­passen.

Der Hund sollte also wed­er zu jung noch zu alt sein.

Doch wann ist denn nun der richtige Zeitpunkt für einen zweiten Hund?

Für mich ist der richtige Zeit­punkt dann gekom­men, wenn mein Hund die Grund­la­gen erlernt hat. Die wichtig­sten Kom­man­dos soll­ten sitzen, mein Hund sollte enst­pan­nt alleine bleiben und sich Artgenossen gegenüber sozial ver­hal­ten kön­nen. Der Ersthund sollte meinen All­t­ag soweit ken­nen gel­ernt haben, dass er entspan­nt zurecht kommt. Ich möchte, dass mein Ersthund ein Hob­by gefun­den hat, welch­es wir gemein­sam ausüben, sodass wir gemein­same Zeit nur für uns haben. In Queens Fall habe ich Man­tri­al­ing, ZOS und Trick­sen aus­pro­biert bis wir uns fürs Trailen entsch­ieden haben.

Und was ist mit einem dritten Hund?

Wenn ein drit­ter Hund in Frage kom­men würde, so wäre nun der per­fek­te Zeit­punkt dafür. Queen ist sieben Jahre alt und Püp­pi wird vier. Bei­de sind noch sehr jung im Kopf. Sie sind wild und spie­len gern. Ein junger Hund an ihrer Seite würde sie nicht über­fordern. Bei­de sind gut erzo­gen, bleiben entspan­nt alleine und wir haben keine großen Baustellen im All­t­ag.

Ich würde mir gern irgend­wann den Traum von einem Mali­nois erfüllen. Es wäre großar­tig, wenn er mit Queen groß wer­den und möglichst viel von ihr übernehmen würde. Ein Hund, der nur mit Püp­pi aufwächst — Oha 😀

Doch uns fehlt der Platz im Auto und wir müssten uns wahrschein­lich vorher einen Bul­li anschaf­fen. Wir haben eine große Woh­nung und rund 800 Quadrat­meter Garten. Queen ist noch nicht zu alt und so kön­nte der dritte Hund von ihr ler­nen so wie es Püp­pi getan hat. Queen hat ein großes Stück der Erziehung über­nom­men und es ist großar­tig, dass Püp­pi viele gute Eigen­schaften von Queen über­nom­men hat. Es wäre toll, wenn der näch­ste Hund noch durch “Queens Schule” gehen kön­nte. Doch in diesem Jahr ste­ht erst ein­mal die Hochzeit an und vor­erst ist das bei uns kein The­ma.

Zusammengefasst wäre das hier meine ganz persönliche Checkliste für die Überlegung eines Zweithundes

  • Ist mein erster Hund so weit erzo­gen, dass ich keine großen Baustellen mehr habe?
  • Ist mein erster Hund so gut erz­gen, dass sich der zweite Hund an ihm ori­en­tieren kann?
  • Kön­nte ich damit leben, wenn der zweite Hund Baustellen des ersten Hun­des übernehmen würde?
  • Habe ich genug Platz für einen zweit­en Hund?
  • Habe ich genug Zeit, um dem zweit­en Hund gerecht wer­den zu könne, denn kein Hund läuft ein­fach so neben­her?
  • Habe ich genug Geld, um den Hund ver­sor­gen zu kön­nen und gegebe­nen­falls auf mich zuk­om­mende Tier­arztrech­nun­gen zahlen zu kön­nen?
  • Ist mein erster Hund über­haupt bere­it für einen zweit­en Hund oder möchte er wed­er Frauchen noch Kör­bchen teilen?

Über­legt ihr ger­ade, einen zweit­en Hund in euer Leben zu holen? Was ist euch dabei wichtig? Oder habt ihr bere­its einen zweit­en Hund an eur­er Seite und möchtet eure Erfahrun­gen mit uns teilen?

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